Sennheiser MOMENTUM In-Ear – M2 IEG – Erfahrungsbericht / Test

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Camillo hatte bereits den Sennheiser URBANITE als eine der IFA-Neuheiten 2014 im Test vorgestellt.
Nun etwas verspätet, aber besser als nie, der Erfahrungsbericht zu den ebenso neuen Sennheiser MOMENTUM In-Ear’s.

Die Hörer hatte ich euch ja bereits im September 2014 ausführlich in einem Youtube-Video vorgestellt und nun nach rund 6 Monaten Alltags-Erfahrung mit den MOMENTUM In-Ear’s möchte ich diese natürlich ebenfalls mit euch teilen.


Generell zeichnet sich die MOMENTUM-Serie ja dadurch aus, dass man hier wenig „gesoundete“, hochqualitative Schallwandler in ein schickes Design verpackt. Man merkt direkt, dass Sennheiser mit der Serie „zum Glück“ nicht dem aktuellen Trend (überzogener Bass und nur das Design zählt) gefolgt ist. Das überlässt man dann doch dem Hörequipment vom „Dr.“ und tangiert/fokussiert die Zielgruppe etwas mit der hauseigenen URBANITE Serie.

Den Sennheiser MOMENTUM Kopfhörer hatte Camillo mit dem Titel „Lifestyle auf’s Ohr“ bereits treffend beschrieben. Ob das nun auf die In-Ears M2 IEG von Sennheiser ebenfalls zutrifft?
Vorab kann ich aber schon mal verraten, dass Sennheiser hier dem hauseigenem, hohen Anspruch an die MOMENTUM Serie gerecht wird und es erneut geschafft hat die Schlagworte Premium, Lifestyle und Design gekonnt zusammenzuführen.

Design
Wir finden es toll, nicht zu spacig aber auch nicht zu bieder/konservativ, aber was kann man auch schon auf gut ~1,5cm großartig falsch machen? Bei der Zielgruppe wohl unheimlich viel…, aber umso besser das sich Sennheiser hier mit dem klaren, modernen aber nicht zu spacigem Finish absolut keine Blöße gibt. Dunkelrot-Metallic dominiert die Akzentuierung, welche zusammen mit der runden, zirkular geschliffenen Alu-Endplatte mitsamt einem eingefassten Hochglanz-Sennheiser Logo ein absolutes puristisches und edles Finish ergibt.

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Verarbeitung
Erstklassig ! Plastik, nein danke…
Bei allen wichtigen Bauteilen und dem Gehäuse der Sennheiser MOMENTUM In-Ears verwendet man hochfesten Edelstahl. Das fängt beim Gehäuseende an und hört beim Schallröhrchen auf. Gerade dieses Schallröhrchen ist sehr robust gestaltet, sodass man beim Wechselvorgang der Aufsätze nicht Angst haben muss dieses zu verbiegen oder gar abzubrechen. Was diesen Punkt angeht, können sich so manche Hersteller auch in Preisklassen 500€+ gerne ein Scheibchen abschneiden.
Das Kabel selbst in schwarz-rot gehalten ist wiederum Geschmackssache, aber das Gute ist, durch die ovale Form verheddert es sich nicht. Selbst wenn man die Ohrhörer einfach so „verknüllt“ in die Hosentasche steckt, braucht man hinterher nicht 5 Minuten um das Kabel zu entwirren. An sich eine smarte Lösung, die aber vielleicht nicht jedem Kunden gefällt. Ovale Kabel sind halt auch nicht in alle Richtungen so flexibel wie z.B. runde bzw. gedrillte Derivate (Beispielsweise bei Westone).
Im Kabel sauber integriert ist eine Fernbedienung mitsamt Mikrofon für die Headset-Funktion die je nach Version des In-Ears für Android oder Apple Devices funktioniert. Diese ist haptisch gut ausgeführt und befindet sich für uns an der richtigen Position des Kabels. Zu guter Letzt endet das Kabel natürlich mit einem angewinkeltem, vergoldeten 3,5mm Klinkenstecker welcher über einen ausreichend robusten Knickschutz für ein langes Leben verfügt.

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Auch gut gelungen ist Sennheiser die Kabelführung, während bei den meisten In-Ear’s das langwierige „Fummeln“ am Ohr zum Einsetzen zur Tagesordnung gehört, da das Kabel zumeist über die Ohren geführt werden muss, wurde hier eine Kleine Lasche zur Kabelführung am Hörer selbst gestaltet mit der es Gelingt die „Körperschall“-Übertragung via Kabel auf ein Minimum zu reduzieren. (Körperschall = z.B.: Das Reiben des Kabels an z.B. Kleidungsstücken erzeugt durch die Bewegung des Kabels und durch die Weitergabe der Erschütterung/Bewegung einen Ton im Ohr)

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Klang
16 Gramm und „nur“ ein einziger Dynamischer Treiber?
So manch ein In-Ear-Veteran mag sich nun vielleicht auch fragen wie kann das konkurrenzfähig sein? Es kann,… und das sehr eindrucksvoll, denn so steckt der MOMENTUM In-Ear in so manchen Disziplinen seinen Hauseigenen Rivalen den IE80 in die Tasche. Klar bekommt beim rund 210 Euro teurem Sennheiser IE 80 mit etwas mehr Brillanz/Transparenz und halt die Variabilität bei der Bassanpassung. Das preisliche Delta von rund 110 Euro gegenüber dem für 99 Euro erhältlichem MOMENTUMs ist er aber in meinen Augen nicht wert.
Hier merkt man aber auch ganz schnell, dass nicht nur das Thema Design eine Geschmackssache ist, sondern der Soundeindruck ebenfalls sehr subjektiv daher kommt. Hier sind die Geschmäcker ebenso verschieden wie bei der Wahl z.B. einer Wandfarbe. Dementsprechend spiegelt das Fazit natürlich meinen eigenen Geschmack und Höreindruck wider. Ich selbst Hatte bis dato recht viele Universal In-Ears einmal zum Hören daheim und das quer durch alle Preisklassen. Also vom guten alten Einstiegs-Ultimate Ears SuperFI.5, über den Westone 4R bis hin zum Shure SE846 und Ultimate Ears Reference war/ist alles dabei.

Wer nun beim Momentum In-Ear einen absolut linearen Hörer erwartet ist etwas falsch gewickelt, ein paar kleine „Anpassungen“ im Frequenzspektrum welches bei 18 Ohm Impedanz von 15-22.000 Hz reicht wurden definitiv vorgenommen. Aber was heißt es, wenn ich schreibe, dass der Frequenzgang nicht linear ist? Ist nicht Linear = nicht gut ? Keinesfalls… In der MOMENTUM Serie wurde der Bass dezent angehoben, genau so wie die Mitten mitsamt dem Spektrum der menschlichen Stimme. Es handelt sich also keinesfalls um einen Badewannen-/Loudness In-Ear wie z.B. die vom „Dr.“.

Sennheiser hat es in meinen Augen wiedermal absolut imposant geschafft die angepeilte Zielgruppe mit diesem Hörer zu bedienen. Er sieht nicht nur gut aus, sondern wird auch ein wenig mehr den Ansprüchen Richtung Hi-Fi gerecht. Er klingt angenehm warm, differenziert und dabei nicht zu analytisch. Er besitzt ähnlich dem IE80 eine authentische, weite Bühne. Ein leichtes „Sounding“, welches mir persönlich sehr zusagt… Irgendwie einfach ein Easy-Listening-Produkt, welches sich für den Alltag und den Musikgenuss für unterwegs perfekt eignet. Der Bass ist druckvoll und kommt leicht Bass-Reflex-Mäßig rüber, welches für viele moderne Musik-Stilrichtungen sehr passend ist. Und genau hier sehe ich auch den Vorteil gegenüber dem z.B. hauseigenem IE80 oder dem Shure SE215. Es ist eben kein In-Ear-„Monitor“ sondern eher ein In-Ear-Musik-Hörer welcher sich somit nicht durch puristische Analytik sondern durch seine unvergleichlich gute Eignung zum Hören im Alltag auszeichnet. Wenn auch gleich der MOMENTUM ganz klar und schnell aufzeigt, wenn ihr ihm eine minderwertige Quelle zuspielt. Aber damit muss man eben leben. Im Umkehrschluss ist er für die Musikliebhaber unter Euch, die vorher nur mit z.B. mit „Beilagen-Hörern“ ihre Musik konsumiert haben eine pure Offenbarung. Ihr werdet eure lieblings-Musikstücke quasi neu erleben und instrumentale Feinheiten hören, welche euch vorab verborgen geblieben sind. Und dabei ist es dem Momentum In-Ear egal, wie kaum einem anderen In-Ear welche Art von Musik ihr auflegt.

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Fazit
Ich ziehe bildlich gesprochen meinen Hut vor den Sound-/Produkt-Ingenieuren aus der benachbarten Wedemark. Ein wahrhaft tolles Produkt zu einem wahrhaft tollen Preis. Puristisch, Edel, Brilliant und Kraftvoll sind die Schlagworte mit denen Sennheiser den MOMENTUM In-Ear bewirbt und das zurecht. In der Preisklasse ist mir kein zweiter In-Ear bekannt, welcher diese herausragenden Produkteigenschaften gekonnt kombiniert zeigt. Sowohl die Verarbeitung als auch der Sound sind erstklassig in der Relation zum Preis gesehen. Wer Besseres will muss dann schon locker 200 Euro drauflegen.
Generell trifft die MOMENTUM-Serie für mich den Zahn-der-Zeit. High-Res-Audio ist im Kommen und Soundqualität gewinnt zunehmend an Bedeutung. Loundness und endlose Dynamikkompression verkümmern endlich zu Audio-Schimpfworten des Jahres und immer Mehr Produktionsfirmen wenden sich wieder dem Thema Qualität zu.

Tipp
Absolut wichtig ist bei allen In-Ears allerdings, dass ihr die richtigen Ohrpasstücke (Silikon-Eartips) für euren Gehörgang wählt, denn sollte die Wahl die Falsche sein merkt ihr das schnell und deutlich durch einen massiven Verlust im Bass-Bereich. Der Sound wirkt dann eher dürr und blass. Auch ein falsches Einsetzen kann diesen Effekt haben. Also habt etwas Geduld… alsbald ihr die richtigen Eartips für euch gefunden habt, geht auch das „Einsetzen“ mit der Zeit super einfach von der Hand.

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