Test: Der Vorstoß in die Oberklasse – Die Teufel Definion 3 im Stereobetrieb

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Im April/Mai diesen Jahres hatte ich euch bereits in 2 Videos auf YouTube (LINK zum Test-Video | LINK zum Vorstellungs-/Umstiegs-Video) und einem hier erschienenen Artikel (LINK) meinen Umstieg von der Canton ERGO-Serie hin zu den Teufel Definion 3 berichtet.

Dabei ging es vorrangig um das Thema Heimkino. Da ich allerdings Musik zu 95%+ im Stereo-Betrieb -und nicht im Surround-Modus, mit etwaigen (schrecklichen) Stereo -> Sourrund „Aufpolierern“ alá Dolby oder DTS höre, möchte ich mit diesem Artikel nun etwas näher auf die Eigenschaften der zwei Definion 3 – Front Lautsprecher (DEF 3 F – HERSTELLERLINK) eingehen.


Verabeitung / Design /Qualität

Das Thema Verarbeitung, Design und Qualität hatte ich im letzten Artikel schon etwas ausführlicher beschrieben, weswegen ich euch den Artikel an dieser Stelle einfach nochmal verlinke: -> LINK 
Da nun gut weitere 6 Monate ins Land gezogen sind, möchte ich hinzufügen, dass mir (und der „Regierung“) die Definion 3 immernoch so optisch zusagen, wie am ersten Tag. Was die Verarbeitung angeht, habe ich auch bis heute keinerlei Mängel oder Defekte ausfindig machen können. Ob Sie die Lebensspanne ihrer Vorgänger mit rund 10-12 Jahren überstehen, kann ich zwar jetzt nach ca. einem Jahr noch nicht beantworten… Allerdings bin ich da ganz zuversichtlich.

TEUFEL - Definion 3 - Test - IMAEDIA.DE

Der Definion 3 Standlautsprecher


Klang – Allgemeines (Eindrücke)

In Addition zu den Videos und dem vorherigen Artikel, kann ich nun nach fast einem Jahr mit den Definion 3 sagen, dass die Definion nach einer nicht unerheblichen „Einspielzeit“ zu einer Performance aufgelaufen sind, welche ich in dieser Preisklasse für unmöglich gehalten habe. Mein Bestreben einen möglichst neutralen Lautsprecher (ähnlich meinen Nahfeldmonitoren) zu erwerben, ist absolut geglückt. Die Definion 3 zeigen sich ausgeprägt analytisch und neutral ohne kalt zu wirken. Eine ganz leichte Anhebung im unteren Frequenzbereich konnte sich Teufel aber wohl auch dieses Mal nicht verkneifen. Insgesamt verhält sich die Definion 3 in etwa wie ein guter Monitor, welcher klanglich ein wenig wohnzimmertauglicher gemacht wurde. So kommt es zu keinem Zeitpunkt zu zischenden (und schmerzhaften) Spitzen im Hochtonbereich. Wie auch immer Teufel es geschafft hat dabei die Brillanz im Hochton nicht zu verlieren, wird aber wohl ein kleines aber gutes „Geheimrezept“ bleiben.

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Das SCA-Koaxial-Chassis (Hoch-Mitteltöner)

Der Vorteil ist zudem, dass durch die beschriebenen Optimierungen, dass die Definion 3 etwas gütiger mit dem Quellmaterial umgeht als ein Referenz-Nahfeldmonitor. Die Definion 3 ist und bleibt ,wie im vorherigen Artikel bereits erwähnt, ein wahrer „Tausendsassa“, denn durch die lineare Abstimmung klingt subjektiv jede Musikrichtung gleich gut und authentisch. Wirkliche Schwächen leistet sich die Definion 3 nicht.

Auch das wirklich SCA-Koaxial-Chassis (welches auch in der weitaus teureren Definion 5 eingesetzt wird,) spielt konsequent seine Stärken aus.


Klang – Räumlichkeit / Bühnenbild (Tiefen-/Höhen- und Breitenstafflung)

Bevor ich nun anfange hier das Thema Bühnenbild und den Stärken und Schwächen bei der „Räumlichen Staffelung“ einzugehen, möchte ich euch allen einmal den folgenden Aufstellungs-Guide ans Herz legen.

–> LINK zum Thema „Lautsprecheraufstellung für drei-dimensionale Klangbilder“

Der Guide der Firma FL-electronic / Neuklang (Keine Werbung!) aus Braunschweig beschreibt wirklich kurz und knapp, worauf es ankommt. Es wird IMHO. verständlich erklärt, wie ihr euren „Sweet Spot“ am Hörplatz einrichten könnt.

Ohne eine ordnungsgemäße, optimale Aufstellung könnt ihr noch so teures Equipment kaufen, ihr werdet nie so richtig mit dem Ergebnis zufrieden sein. Selbst die neuesten und innovativesten Einmess- und Optimierungsprogramme wie YPAO, MCACC, DCAC und Audissey , welche sich heutzutage in vielen Receivern befinden, können die physikalischen Grundregeln, welche selbstredend auch für die Raumakustik gelten, nicht ganz außer Kraft setzen. 

Solltet ihr die besagten Grundregeln für die Aufstellung im der Definion 3 (Aufstellungstips gibt es auch auf der Teufel-Homepage) beherzigt haben, belohnen euch die Definion 3 mit einem transparenten, akkuratem und zugleich tiefen Klangbild. Das Bühnenbild ist gelungen, wenn auch gleich nicht sonderlich breit/weit. Dafür punktet es aber mit der angesprochenen Genauigkeit. Wenn ich für einen Vergleich die ELAC FS 507 VX-JET Standlautsprecher (Rund 5000 EUR/Stück) heran ziehe, benehmen sich die beiden Lautsprecher recht ähnlich. Die Bühne wirkt natürlich breit und zugleich überragend Tief. Hier profitiert die Definion 3 wohl am deutlichsten von dem SCA-Koaxial-Chassis des größeren Bruders. 

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Explosionszeichnung des sehr aufwändig aufgebauten SCA-Koaxial-Chassis

Für eine saubere Tiefenstaffelung ist die „Gruppenlaufzeit“ ein wichtiges Indiz, weshalb man bei vielen High-End bzw. Oberklasse-Lautsprechern Punktschallquellen wie das SCA-Koaxial-Chassis findet. Eine hohe Trennfrequenz (Definion 3: 400 / 3600 Hz), gepaart mit dieser Form des kombinierten Hoch-/Mitteltöners resultiert also oft in einer guten dreidimensionalen Ortbarkeit.

Wer jedoch auf der Suche nach einer extrem Breiten Bühnenreproduktion im quasi „Cinemascope-Format“ ist, wäre mit der Definion 3 nicht sonderlich gut beraten. Versteht mich nun nicht falsch. Die Definion liefert ein authentisch breites Bühnenbild. Kann aber nicht mit z.B. einer Sonus Faber mithalten, welche IMHO eine übernatürlich breite Bühne darstellt.

Auch was Akustik angeht, kann man eben nicht alles haben und wie so oft entscheidet letzten Endes der Geschmack des Hörers/Käufers.  In meinen Augen hat Teufel das versprechen in punkto realistischer Wiedergabe und akkurater räumlicher Abbildung mehr als gehalten.


Klang – Linear aber mit Charakter (Homogenität)

Im Abschnitt „Allgemeines“ sind ja bereits einige Eindrücke zum Klangbild beschrieben. Linear, akkurat mit einer leichten Betonung der unteren Frequenzen und ohne an Luftigkeit zu verlieren. bringt es glaube ich kurz und knapp auf den Punkt.

Die Definion 3 ist ohne Zweifel ein basskräftiger, und standfester Geselle und macht so manchen Sub mit einem Frequenzgang von 48 – 22000 Hz überflüssig. Der Lautsprecher wurde in meinen Augen richtig smart im Dowinfire-Bassreflexprinzip konstruiert. Dies nimmt dem Käufer ein wenig die Sorge um die korrekte Aufstellung. Denn so lässt sich der Lautsprecher auch etwas näher an einer Wand oder in kleineren Räumen betreiben ohne untenrum gleich viel zu dick aufzutragen. 

Ich werde einmal versuchen die spezifischen (subjektiven) Eigenschaften der jeweiligen Frequenzareale zu beschreiben.

Tiefen: 
Im Tieftonbereich spielt die Definion 3 – wie man es von einem Teufel Lautsprecher vielleicht auch etwas erwartet – sehr suverän auf. Allerdings, ohne unpräzise zu werden oder gar zu dick aufzutragen. Man hört und spürt eine dezente Betonung auf diesen Bereich. Von einem „Bass-Monster“ sind die Definion 3 glücklicherweise weit entfernt. Der Bass kommt trocken, kräftig und kontrolliert.  Mit straffen, detaillierten Bässen gefällt der Lautsprecher sowohl bei Klassik, Jazz, Metal oder Elektro gleichermaßen.

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Der „WOK“-Tieftöner aus kohlefaserverstärktem Kunststoff

Mitten:
Ja, das SCA-Koax. Chassis spielt ab jetzt seine Stärken aus. Sowohl Stimmen, als auch das Gitarrenriff werden absolut authentisch, detailliert und mit einer hohen Plastizität wiedergegeben. In diesem Punkt kann man der Definion 3 eine absolute Referenz-Stellung in der gegebenen Preisklasse bescheinigen. Hier gibt es am Markt keine mir bekannten Lautsprecher die da mithalten können. Besonders profitieren werden hier Freunde von akustischer und/oder Vocal- Sprachlastiger „Songwriter-Musik“. Da würde ich den Lautsprecher sogar in das Referenz-Segment „heben“. Aber bitte nicht falsch verstehen… für alle anderen Genres bleibt die Definion natürlich dem Oberklasse-Segment würdig. Ich möchte nur die -in meinen Augen- Besonderheiten herausstellen.

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Höhen:
Genauigkeit, Brillianz, Freiheit und Räumlichkeit sind hier sicherlich die richtig gewählten Adjektive um den Hochtonbereich zu beschreiben. Nebst der exzellenten Tiefenstaffelung schafft es Teufel den Hochton so zu charakterisieren, dass er zugleich analytisch wiedergegeben wird, aber ohne zu spitz zu Wirken. Schmerzende ß-Laute vermisst man hier selbst bei hohen Lautstärken wohlwollend.  

 


Fazit

Meine Begeisterung für die Definion 3 hat sich nach nun fast einem Jahr kein Stück gelegt. Eher andersherum. Da die Lautsprecher eine recht lange „Einspielphase“ hatten, bin ich wohl um so mehr fasziniert, als noch vor einem halben Jahr. An meinem Urteil zu den Definion 3 ändert sich deshalb auch aus der „Stereo-Perspektive“ wenig. Es macht einfach nur Spaß seine Lieblingstitel mit diesen Lautsprechern erneut zu entdecken. 

Ich kann es nur noch einmal bekräftigen. Teufel ist mit der Definion 3 ein ganz großer Wurf gelungen, welcher sowohl im Sourrund- als auch im Stereo-Betrieb einen Preisklassen-Referenz-Titel verdient hat.

Fotos: Eigene + Teufel
Die Lautsprecher wurden seitens Teufel vorab für den Test bereitgestellt

Klang - Allgemein (Eindrücke)9.2
Klang - Räumlichkeit / Bühnenbild 9.2
Klang - Klangbild (Homogenität)9
Verarbeitung & Design9.5
Preis / Leistung10
Die Definion 3 (DEF 3 F): Mit der Definion 3 als "kleinem Bruder der Definion 5" hat es Teufel geschafft, nicht nur in das bis dato fremd besetzte High-End Hoheitsgewässer vorzudringen, sondern zugleich auch mit diesem Preis-Leistungs-Hammer einen Anker zu legen und territoriale Ansprüche geltend zu machen. -"Mission accomplished!"
9.4
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