Garmin Vivosmart HR Fitnessarmband im Test

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Der Fitnesstrend boomt und der Markt wird zunehmend mit Fitnessarmbändern überschwemmt. Wir haben uns das Garmin Vivosmart HR für einen Test herausgepickt. Dieser Bericht spiegelt nur ein kurzes Fazit unseres Tests wider. Einen ausführlichen Test in Videoform findet ihr am Ende des Artikels.

Was verspricht der Hersteller und wie haben wir es empfunden (Kommentare in kursiv)?

1. Schickes Band, das sich den ganzen Tag lang angenehm tragen lässt; fortwährend eingeschaltetes Display zeigt Statistiken an und ist auch bei Sonneneinstrahlung gut lesbar

>> Mir hat das Band optisch definitiv gut gefallen. Es ist schlicht und elegant. Die schwarze Variante ist besonders unauffällig, da das Display quasi in dem Band zu verschwinden scheint. Noch schöner ist nur das Garmin Vivosmart gelungen, welches etwas schmaler und dünner ist. Dafür muss man dann aber auf die Herzfrequenzmessung am Handgelenk verzichten und stattdessen auf einen Brustgrurt zurückgreifen.

Das Display lässt sich wie beschrieben sehr gut bei jeder Gelegenheit ablesen. Die Anzeigerichtung, ob horizontal oder vertikal, kann in der App eingestellt werden.

2. Zeigt Schritte, Distanz, Kalorienverbrauch, Herzfrequenz, auf- und abgestiegene Etagen sowie die Aktivitätsintensität an

>> Korrekt.

3. Empfang von Alarmen bei SMS-Nachrichten, Anrufen, Emails, Kalenderereignissen und Benachrichtigungen sozialer Medien

>> Das Fitnessarmband kann in Teilen als Smartwatch genutzt werden. So können Push Benachrichtigungen, die auch auf dem Smartphone empfangen werden, ebenfalls auf das Armband gepusht werden. Ebenso können bspw. WhatsApp Nachrichten oder Facebook Kommentare gelesen werden. So muss man nicht dauernd auf sein Smartphone schauen, sondern kann sich durch die Uhr benachrichtigen lassen. Wahlweise auch durch Vibration am Handgelenk. Insgesamt geht dies natürlich aber über den eigentlichen Zweck einer Fitnessuhr hinaus.

4. Bedienung von Musikfunktionen und VIRB-Action-Kameras (separat erhältlich) über das Gerät am Handgelenk

>> Ich kann nur für die Multimediasteuerung am Handgelenk sprechen, aber die funktionierte tadellos.

5. Inaktivitätsstatus und Vibrationsalarm als Erinnerung, aktiv zu bleiben

>> Animiert zur Bewegung, wenn man mal wieder zu lange gesessen hat. Gerade im Büro sehr hilfreich. Denn an einem Sitzarbeitsplatz soll man sich ja schließlich auch ab und an bewegen.

Was hat uns sonst bewegt?

Insgesamt hat die Garmin Vivosmart HR einen sehr guten Eindruck bei uns hinterlassen. Zu meckern gibt es eigentlich wenig. Ich finde sie etwas zu hoch und die Akkulaufzeit mit rund 5 Tagen sehr wenig. Die Darstellung in der App fand ich nicht 100%ig gelungen, hier zeigt bspw. Jawbone deutlich mehr Usability und ein schöneres Design. Dafür taugt die Hardware leider recht wenig, weshalb ich diesen Fall bevorzugen würde.

Brauch ich wirklich ein Fitnessarmband und wenn ja welches?

Diese Frage bewegte mich im Prinzip am Meisten. Im Prinzip ist das Fitnessarmband lediglich ein Motivator, der mir am Ende des Tages virtuell in den Arsch tritt, wenn ich mein Ziel mal wieder nicht erreicht habe. Aber mal ehrlich. Wenn ich den ganzen Tag auf dem Sofa gesessen habe weiß ich doch selbst, dass ich mich nicht bewegt habe. Das muss mir mein Armband nicht bestätigen. Weiterhin sind die Daten nicht wirklich komplett verlässlich, denn Bewegungen wie Staubsaugen, Fenster putzen etc. werden auch alle als Schritte gezählt, denn das Armabnd zählt halt über einen eingebauten Bewegungssensor.

Wer also im Endeffekt nur einen kleinen Motivator benötigt, kann bedenkenlos auch zur kleineren Variante Garmin Vivofit greifen, welche zudem noch eine Batterie Laufzeit von über einem Jahr hat. Dafür verzichtet man dann halt auf Smartwatch Features und Herzfrequenzmessung. Für Sportler finde ich die Armbänder gar ganz ungeeignet, denn hier empfiehlt sich lieber eine zielgenaue Uhr wie bspw. die Forerunner Uhren. Ebenfalls würde ich einen Brustgurt zur genaueren Herzfrequenzermittlung wählen, auch wenn die Messung am Handgelenk schon sehr genau, im Vergleich von vor rund 2-3 Jahren, ist.

Sinn macht die Uhr ggf. noch in der Community Funktion, wenn man sich bspw. in einer Gruppe zum Abnehmen zusammenschließt und sich entsprechend pusht. Denn keiner will am Ende des Tages als Verlierer dastehen. Und wer mogelt, wird spätestens auf der Waage entlarvt.

Gesamtfazit

Wer durch die Uhr einen besseren Lifestyle erwartet wird ihn nicht haben. Das Armband zeichnet im Prinzip eure Daten auf und bereitet diese als Auswertung und Grafik auf dem Smartphone auf. Allerdings handeln müsst ihr selbst. Wer ein wenig Disziplin und Selbsteinschätzung hat und auf seinen Körper hört, wird aber auch von selbst auf die Idee kommen sich mal wieder zu bewegen. Hat früher schließlich auch geklappt. Das aber nur zu meiner Philosophie.

Zum Gerät an sich kann ich nichts Negatives sagen. Es hat insgesamt einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Insgesamt sollte Garmin noch etwas an dem Softwaredesign arbeiten, denn die Hardware ist in meinen Augen im Gegensatz zur Konkurrenz schon sehr ausgereift und eine der besten wenn nicht die beste auf dem Markt.

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3 comments

  1. Florian 27 Juli, 2016 at 10:17 Reply

    Hallo Camillo, danke für den schönen Erfahrungsbericht. Ich habe mir das vivosmart HR auch angeschaut und ausgiebig getestet. Wer noch eine zweite Meinung sucht, der wird auf http://www.fitness-tracker-test.info/garmin-vivosmart-hr-test-teil-1 fündig.

    Viel wichtiger finde ich dein Fazit zum Thema „Motivation“. Viele Interessenten setzen die falschen Erwartungen in ein Fitnessarmband. Abnehmen und aktiver Leben per Automagie funktioniert damit nicht. Man muss es selbst wollen und man muss auch den Hintern hochbekommen. Das Armband kann allenfalls eine kleine Stütze sein bzw. das Unternehmen spaßiger gestalten.

    Nutzer, die das beim Kauf bereits berücksichtigen, werden das Armband auch noch nach einem halben Jahr tragen und aktiv nutzen.

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