2015 Audi A4 Avant/Limousine Infotainment im Test

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In der vergangenen Woche sind wir den neuen Audi A4 Avant gefahren und haben uns das neue Infotainmentsystem im Detail angeschaut. Wie immer war in den Testwagen nur die höchste Ausbaustufe verbaut, sodass wir hier abschließend nur ein kleines Fazit (die Testzeit war sehr kurz) abgeben können.

Die Ausstattung umfasste:

  • Audi MMI Navigation plus mit MMI touch (Aufpreis 2.680 Euro)
  • Audi virtual cockpit (Aufpreis 500 Euro)
  • Head-up Display (Aufpreis 980 Euro)
  • Bang & Olufsen Sound System mit 3D-Klang (Aufpreis 1.140 Euro)
  • Audi phone box mit Wireless Charging (Aufpreis 340 Euro)
  • Audi smartphone interface (Aufpreis 400 Euro)
  • Digitaler Radioempfang (Aufpreis 335 Euro)
  • Audi connect Notruf & Service (Aufpreis 340 Euro)

2016 Audi A4 Avant/Limousine Innenraum

Damit kommen wir auf eine Gesamtsumme, alleine nur für das Infotainment, von 6.715 Euro. Und damit ist das Ende noch nicht erreicht. Weiterhin erhältlich sind auch noch:

  • Digitaler TV-Empfang (Aufpreis 1.050 Euro)
  • Vorbereitung für Rear Seat Entertainment (Aufpreis 155 Euro)
  • Audi tablet inklusive Rear Seat Entertainment (Aufpreis 1.145 Euro bzw. für zwei Tablets 2.135 Euro)

Einen Überblick zu den einzelnen Funktionsumfängen der Systeme erhaltet ihr sowohl im Konfigurator, als auch in der Preisliste (Stand 28.10.15).

Unser Kurzfazit

Ich bin geteilter Meinung, Audi hat sehr viel verändert im Gegensatz zum alten System, aber in meinen Augen nicht nur Gutes. Als erstes ist mir die schlechte Ergonomie bzw. Positionierung des Dreh/Drückstellers aufgefallen, der direkt hinter dem Automatikwahlhebel platziert wurde. Leute mit großen Händen werden hier Probleme mit der Bedienung haben. Schaut man sich den Schaltwagen an wurden die Bedienelemente vor der Schaltung platziert, was Sinn macht. Vergleicht man den Audi A3, den Audi TT oder auch andere Modelle hat man dies noch nie in der Art gelöst. Es ist mir ein Rätsel, wer das so abgenommen hat. Schaut man sich die C-Klasse von Mercedes-Benz an, ist die Ergonomie in meinen Augen noch schlimmer gelöst. Die Ergonomie finde ich aktuell am besten bei BMW gelöst.

Weiterhin finde ich das große 8,3 Zoll Display in der Mittelkonsole etwas zu weit vorne in Richtung des Fahrers positioniert. Es nimmt mir zu viel Sicht weg und erschlägt mich förmlich. Es hätte weiter hinten platziert werden müssen und mehr auf den Fahrer ausgerichtet werden. Von der Qualität her ist es aber absolut überzeugend. Das Bild ist scharf und kontrastreich. Leider lässt sich der Monitor auch nicht mehr einfahren sondern ist dauerhaft ausgefahren bzw. fixiert.

Das Audi virtual cockpit kommt zwar schon in anderen Modellen zum Einsatz, ich habe es allerdings zum ersten Mal in der Praxis ausprobieren dürfen. Während es viele Kollegen positiv finden, konnte ich mich auf der nur kurzen Testfahrt leider nicht mit anfreunden. Also die Qualität der Anzeige ist super, das steht außer Frage. Nur finde ich es mühselig Straße und Tacho (Navigation) gleichzeitig im Blick zu haben. Mir würde das Fahrerinformationssystem mit Farbdisplay definitiv ausreichen.

Bei der Bedienlogik hat Audi sich nun auch mal Links und Rechts umgeschaut und ein wenig adaptiert. Auffälligstes Merkmal war zunächst die Drehbewegung beim Menüwechsel. War es bei Audi bisher so, dass man gegen den Uhrzeigersinn dreht, um einen Menüpunkt in der Liste tiefer zu kommen, dreht man nun auch intuitiv im Uhrzeigersinn. Weiterhin ist die Bedienlogik der 4 Tasten, welche sonst die Subfunktionen der jeweiligen Anwendung aufgerufen haben (waren die 4 Punkte immer jeweils in den Ecken) weggefallen. Stattdessen gibt es nun zwei Funktionstasten, die jeweils rechts und links ein Kontextmenü aufrufen. Kommt mir irgendwie auch bekannt vor. Schön in den Kontextmenüs integriert ist aber nun eine Textsuche, sowie bspw. in der Navigation die volle Einbindung von Audi connect wie bspw. POI Suche auf der Route. Insgesamt ist die Menüstruktur wesentlich flacher geworden und man erreicht die meisten Funktionen mit nur 1-2 Klicks. Das finde ich sehr positiv.

Was lange fällig wurde war das Head-up-Display, welches ich als sehr angenehm empfinde. Es werden Geschwindigkeit, Tempowarnungen, Navigationspfeile und Informationen zu den Assistenzsystemen eingeblendet. Das Head-up-Display ist sehr hell und lässt sich gut ablesen. Für mich hätte die Höhenverstellung noch etwas mehr sein können, um es für meine Sitzeinstellung und Größe wirklich perfekt im Sichtfeld zu haben.

Immer noch einzigartig ist die Google Maps Darstellung auch während der Fahrt. Man hat also immer eine originalgetreue Sicht, wo man sich gerade befindet. Definitiv eine schöne Sache, wenngleich sie bei der eigentlichen Navigation keine Vorteile bringt. Wechseln sollte man dringend den Anbieter für Stauinformationen, denn der ist aktuell nicht wirklich premium (getestet im alten Audi A4 Avant). Da navigiert mein TomTom, zumindest was die Stauerkennung- und Umfahrung angeht, wesentlich besser. Nicht zuletzt ging TomTom auch als Sieger bei den Live-Diensten im unabhängigen Test der Stiftung Warentest hervor. Und auch bspw. Daimler setzt auf die Stauinformationen von TomTom.

Zum Schluss noch ein Highlight. Das verbaute Bang & Olufsen Sound System mit 3D-Klang und seinen 19 Lautsprechen konnte klanglich überzeugen. Das weitaus günstigere Audi sound system, welches per se auch immer schon einen guten Klang ggü. der Werksausstattung hatte, konnten wir leider noch nicht testen.

Insgesamt hinterlässt das neue Infotainmentsystem im Audi A4 Avant/Limousine bei uns einen durchwachsenen Eindruck. Überzeugen kann die neue bzw. überarbeitete Menüführung/Bedienkonzept sowie die schnelle Reaktionszeit. Enttäuscht hat vor allem die schlechte Ergonomie in Sachen Positionierung des Monitors und der Platzierung der Bedienelemente. Am besten verschafft ihr euch einen Überblick in unserem oben platzieren Testvideo.

Fahrberichte zum neuen Audi A4 Avant/Limousine findet ihr bei den Blogkollegen von

Bilder (c) Audi AG & IMAEDIA

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