NOCTUA NH-D15S – Langzeit-Erfahrungsbericht – Nachhaltig und dabei immer noch Erstklassig

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Hintergrund

Nachdem ich Mitte 2020 für meine Frau einen neuen PC mit einem AMD Ryzen5 3600X -Prozessor zusammengebaut hatte, musste ich neidlos anerkennen, dass sich in den letzten 4-5 Jahren am Hardware-Markt so einiges getan hat. Zwar ist meine – zuletzt 2016 aktualisierte – Workstation mit einem Intel Xeon E5-2686v3 mit 18 Kernen beim Rendern von Videos und extremen Multicore-Aufgaben immer noch schneller als der AMD 6-Kerner. In allen übrigen Alltagsaufgaben und im reinen Bearbeitungsvorgang von Fotos und Videos schlug der ~200,- EUR teure AMD- den damals ~3500,- EUR teuren Intel-Prozessor gefühlt um Längen. Dies liegt sicherlich an dem deutlich überlegenen Maximaltakt 3,5GHz vs. 4,4Ghz und einer enorm besseren IPC (Instructions per Cycle / Instruktionen pro Zyklus/Takt)-Performance des AMD Ryzen Prozessors. Der Xeon ist zudem in den letzten Jahren sogar etwas langsamer geworden. Die Prozessor-Microcode-Updates gegen die Spectre- und Meltdown- Sicherheitlücken für die „alte“ auf Haswell-EP basierende Prozessor-Plattform sind da vielleicht nicht ganz unschuldig.

Der Noctua D15S chromax black

Da ich bereits auf dem Intel Xeon mit dem Noctua NH-D15S so gute Erfahrungen gemacht habe, habe ich für meine Frau – passend zum komplett schwarzen Gehäuse: „Fractal Design Define R6“ – einen Noctua NH-D15S in der „chromax.black“ -Edition besorgt. Dieser kühlt den Ryzen 3600x nicht nur super zuverlässig und quasi unhörbar, sondern sieht in seinem komplett schwarzen Look einfach auch super aus.

Der Noctua NH-D15S chromax.black – Hinweis: der Kühler wirkt nur durch die direkte Ausleuchtung mit einem starken Studiolicht leicht gräulich. Ansonsten ist er tiefschwarz.

Ich persönlich stehe zwar eher auf den „klassischen“ Noctua Look, mit den Lüftern in Beige/Braun und dem verchromten Kühler. Aber: „Über Geschmäcke und Farben lässt sich nicht streiten“. :)
Versteht mich nicht falsch, in schwarz sehen der Kühler und auch die Lüfter der wirklich klasse aus! Zudem muss ich zugeben, dass der chomax.black durch den mattschwarzen Look sogar noch höherwertiger verarbeitet aussieht, als sein „ungefärbter“ Bruder.

Der „Klassische“ Noctua NH-D15S im Vergleich

In der aktuellen Zeit, wo es kaum noch Komponenten ohne funkelnde RGB-Beleuchtung gibt, trifft die chromax.black -Serie auf jeden fall den Zahn der Zeit. Und zugegebenermaßen, sieht der Kühler in modernen PC-Gehäusen mit Fenstern wirklich cool aus. Wer die exzellente Kühlleistung eines D15 bzw. D15S „erleben“ möchte, muss also nicht mehr auf eine aktuelle/coole Optik verzichten.

Vom Intel Xeon 2699v3 zum AMD Ryzen9 5950X

Aber zurück, zum eigentlichen Anliegen… dem Upgrade meiner Workstation.
Letzten Endes habe ich mich entschieden die Plattform zu wechseln, da es für den Sockel LGA2011-3 mit X99-Chipsatz keine wirklich potenteren CPUs, als den bereits vorhandenen Intel Xeon gibt.

In der engeren Auswahl standen für mich die folgenden CPUs:

CPUKerne (Cores)BasistaktTurbotaktTDPPreis
Aktuell:
Xeon E5-2686v3
(OEM)
182GHz3,5GHz145W„ALT“
Intel Xeon W 3275282,5GHz4,4GHz205Wca. 4500,- EUR
AMD Ryzen Threadripper 3970X323,7GHz4,5GHz280Wca. 2000,- EUR
AMD Ryzen9 5950X163,4GHz4,9GHz105Wca. 850,- EUR

Letztendlich ist es ein AMD Ryzen9 5950X geworden, da die Intel Xeon- und AMD Threadripper-Plattformen unverhältnismäßig teuer im Vergleich sind und ich mit der Performance der 16 Kerne auskomme. Immerhin sprechen wir hier von mehr als einer Verdoppelung der Performance gegenüber dem Xeon 2699v3 mit 18 Kernen. (z.B: ~4200 vs. 11300 Score im Cinebench R20). Mein Workflow in Adobe Lightroom Classic, Premiere und After Effects hat sich durch die CPU massiv beschleunigt. Und auch meine Sorgen, was die Stabilität des Systems -ohne ECC-Speicher- anbelangt sind glücklicherweise unberechtigt gewesen. Dementsprechend war es für mich die richtige Wahl.

Auch glücklich war ich wirklich darüber, dass ich meinen „alten“ Noctua D15S CPU-Kühler auf der AM4 CPU weiter verwenden konnte, denn die ist schon ein ganz schöner „Hitzkopf“. Die CPU erreicht innerhalb kürzester Zeit Temperaturen von um die 80-85°C. Da vermute ich aber stark, dass es am Chip-Design von AMD liegt. Denn auch mit einer potenten Custom Wasserkühlung sieht das Temperaturverhalten nahezu identisch aus. Durch das Chiplet-Design, bei dem sich in jedem der beiden Chiplets (CCX – Core Complex) 8 Rechenkerne auf kleinstem Raum tummeln, ist die CPU vermutlich einfach nicht in der Lage die Wärme überhaupt so schnell über den zumindest verlöteten Heatspreader abzugeben. Wenn die CPU allerdings unter Volllast arbeitet, pendelt sich bei mir die Temperatur mit dem D15S so bei ca. gesunden 65-68°C ein (21°C Umgebungstemperatur). Das kann sich also durchaus sehen lassen und liegt auf dem Niveau vieler, aktueller AIO-Wasserkühlungen. Dementsprechend wäre da IMHO auch noch genug „Luft“ vorhanden um die CPU via PBO 2.0 und Curve Optimzier weiter auszureizen. Das habe ich allerdings nicht wirklich ernsthaft getestet, weil mit die Stabilität wichtiger ist, als vielleicht 5-10% mehr Performance bei überproportional mehr Stromverbrauch und Hitzeentwicklung.

Nachhaltigkeit

Den Aspekt der Nachhaltigkeit von Noctua-Produkten möchte ich nochmal gesondert, lobend erwähnen.
Einen Kühler 10, 15 Jahre oder mehr verwenden zu können anstatt 3x neue zu kaufen, ist deutlich nachhaltiger (und oft günstiger).
Grundsätzlich gibt es bei Noctua bisher keinerlei Einschränkung was das Angebot der kostenlosen Montage-Kits für neue Sockel anbelangt. D.h. man kann selbst viele 10-15 Jahre alte Kühler noch kostenlos upgraden. Ob die Montage-Kits auf „Lebenszeit“ gratis bleiben werden, konnte man uns seitens Noctua zwar nicht versprechen. Allerdings hat man sicher weiterhin die Möglichkeit die Montagekits für absolut faire 6,90 EUR bzw. 7,90 EUR im Handel zu erwerben.

Vergleicht man einen guten Luftkühler unter dem Nachhaltigkeitsaspekt, z.B. explizit mit All in One-Wasserkühlungen (AiOs), ist die Bilanz sicherlich deutlich positiv für den Luftkühler ausgeprägt zu sehen.
Bei AiOs ist in der Regel der Materialeinsatz (Radiator) höher und für Verschleiß anfällige (Pumpen) und elektrische Komponenten (Controller etc.) müssen verbaut werden. Auch ist kein System 100% dicht. Und im Worst-Case diffundiert einem über einige Jahre die (kondensierte) Kühlflüssigkeit aus den Systemen weg und es bleibt einem nicht viel anderes übrig, als die teuer gekaufte AiO im Elektroschrott zu entsorgen. (Hinweis: Persönliche Meinung)

Fazit

Ob in schwarz als „chromax.black“ oder im klassischen Stil, der Noctua NH-D15S ist uns nicht nur eine Empfehlung wert, sondern gleich zwei. Egal ob auf einem 5 Jahre alten Intel Xeon mit 18 Kernen, einem nagelneuen AMD Ryzen9 5950X mit 16 Kernen oder einfach auf einem AMD Ryzen5 3600X, der Noctua NH-D15S liefert auch nach zig Jahren auf dem Markt immer noch eine Kühlleistung ab, welche vielen, aktuellen AiO-Wasserkühlungen überlegen oder zumindest ebenbürtig ist. Und das, ohne dabei laut zu werden. Die lange Lebensdauer der Kühler – incl. Support für neue Sockel durch (kostenlose) Montagekits – und der Lüfter von Noctua leisten in obendrein noch einen überaus positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit von Komponenten im PC-Markt!

Kühlleistung10
Montage10
Verarbeitung9.5
Kompatibilität 10
Nachhaltigkeit & Haltbarkeit10
Preis9.5
9.8
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