Test: Sennheiser HD 660 S – Die neue Referenz der 500 EUR-Kopfhörer Klasse?

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(Puhh…) nach inzwischen grob vier Monaten mit dem Sennheiser HD 660 S traue ich mich nun endlich einmal daran, einen Test bzw. ein Review zu schreiben.
So viel sei schon einmal vorab gesagt: Sennheiser hat es mir mit dem jüngsten Sprössling der „legendären“ HD 600’er-Serie nicht ganz so einfach gemacht. Ob dies an einer merklich neuen Philosophie bei der Produktentwicklung liegt oder ob es einfach das Gewohnheitstier in mir war, welches bei der Fortführung bzw. Weiterentwicklung der so geliebten 600er-Serie etwas anderes erwartet hatte, versuche ich im folgenden Text zu erläutern.


Vorwort

Ich glaube keine, im offenen Funktionsprinzip gehaltene Kopfhörerserie eines Herstellers konnte über die Zeit mehr Anhänger finden wie die HD 600’er Serie mit dem HD 600, 650 und den Massdrop HD6XX’ern.

Wenn wir den HD 414 in seiner Rolle als „Uropa“ (geboren 1968) als ersten offenen Kopfhörer der Welt, der über 10 Millionen mal verkauft wurde, mit hinzuziehen, kann man guten Gewissens von einer der erfolgreichsten „Erblinien“ der Kopfhörer-Geschichte sprechen.

„Referenz“, „tolles Preis-Leistungsverhältnis“, „Linearität“, „Tolle Tiefenstaffelung“, „Geniale Mitten“, „Tolle Abstimmung“ – Schlagworte, mit denen ich die Serie stets verbunden habe.

Was Sennheiser nun mit dem HD 660 S abliefert, ist aber doch etwas anderes als das, was ich erwartet habe. Ich ging instinktiv von einer soliden und absolut dezenten Modellpflege aus, welche derzeit im Kopfhörermarkt leider mehr als üblich ist. Sowohl der HD 600 als auch der HD 650 sind bereits geniale und audiophile Modelle. Der HD 660 S ist jedoch weit mehr und distanziert sich für mich recht weit von der existierenden 600er Reihe. Vielleicht in manchen Belangen etwas zu viel?

Um weitere – vielleicht gewollte? – Missverständnisse gleich vorweg zu nehmen, der HD 660 S ist ein überragender, offener Kopfhörer mit ambitioniert durchgeführten Änderungen, welche für mich in Teilen über eine übliche Modellpflege hinaus gehen. Und genau darin besteht auch der Grund, warum der Text bis zu dieser Stelle viele Fragezeichen bei euch hinterlassen sollte.


Test

Generelles

Mit einer UVP von 499,00 EUR versehen bleibt der HD 660 S zwar gerade so unter der psychologisch wichtigen 500 EUR-Marke, liegt aber nicht nur 100 EUR über der UVP des HD 600 und 50 EUR über der des HD 650, sondern auch „nur noch“ 100 EUR unter der des HD 700, welchen Sennheiser damals relativ nah am legeändären Spitzenmodell, dem HD 800, platziert hatte.

So wundert es nicht, dass der HD 660 S ein „komplett neu“ entwickeltes Schallwandler-System verpasst bekommen hat.

Im Internet geht in dem Zusammenhang das „Gerücht“ um, dass es sich um einen angepassten Wandler aus dem HD 700 handelt.  Und wenn man sich einige Vergleichsfotos und Messprotokolle anschaut, mag das IMHO sogar stimmen.

Den extem leichten, aus Aluminium gefertigten Schwingspulen und hochkomplexen, computergestützten Simulationsberechnungen sei dank, verspricht Sennheiser höchste Impulstreue. Eine Fertigungstoleranz von (nicht wahrnehmbaren) ± 1 dB wird durch eine sorgfältige, manuelle paarweise Auswahl der Wandler gewährleistet.

Sennheiser HD 660 S - Stecker und Adapter im Detail - imaedia.de

Der Adapter und die Kabel inkl. Stecker nochmals im Detail.

Auch was die „Out-of-the-Box-“ Anschlussmöglichkeiten angeht, hat sich etwas im positivem Sinne getan. Es bleibt nicht bei einem obligatorischem  3 m langem Kabel mit 6,35 mm Stereoklinkenstecker und 3,5 mm Adapter.
Sennheiser spendiert dem HD 660 S – wobei das „S“ im Produktnamen es eigentlich schon verrät – ein zusätzliches Kabel mit 4,4 mm Pentaconn-Stereoklinkenstecker, welches einen symmetrischen Anschluss erlaubt. Schade nur, dass es bis dato nur sehr wenige Kopfhörerverstärker oder (mobile) Wiedergabegeräte gibt, welche über einen solchen Anschluss verfügen. Außer dem Sennheiser HDV 820 und einem Sony-Player fällt mir ad-hoc keine direkte Anschlussmöglichkeit ein. Aber an sich ist das auch halb so schlimm, da es bereits Pentaconn zu XLR-Adapter gibt. Somit spart man sich zumindest die Kosten für ein zweites, idR. recht teures komplettes ODU-Anschlusskabel.

Sennheiser HD 660 S - Originalverpackung - imaedia.de

Die Originalverpackung des Kopfhörers mit dem Slogan „The Legend Continues“

Verarbeitung und Design

Was hingegen das Design angeht, ist Sennheiser wie bei einer üblichen Modellpflege von Luxus-Limousinen (A8, 7er, S-Klasse …) vorgegangen. Sprich, sehr vorsichtig. Wenn ich, optisch gesehen, die Wahl zwischen dem HD 600 mit seiner glänzenden „Hammerschlag“-Optik, dem HD 650 im Hochglanz-Metallic Look und dem neuen edlen schwarz-matten Finish des HD 660 S hätte, würde ich mich wohl eindeutig für den letzteren entscheiden.
Der 660er besteht zwar weiterhin hauptsächlich aus hochwertigen Kunststoffen, wirkt aber aus jedem Betrachtungswinkel grundsolide und alles andere als „billig“. Die wichtigsten Komponenten, wie das Innere des flexiblen Kopfbügels und die Abdeckungen der Ohrmuscheln, werden, wie auch bei seinen Vorgängern, aus Metall-Materialien ausgeführt.

Geliefert wird der HD 660 S in einer perfekt mit Schaumstoff gepolsterten, aufklappbaren, mit Metallscharnieren versehenen, seidig/leinenartig „bespannten“ schwarzen Box.

Sennheiser HD 660 S - Aufbewahrungs-/Transportbox- imaedia.de

Die leinenartig bespannte schwarze Aufbewahrungs- bzw. Transportbox des HD 660 S


Tragekomfort

Beim Tragekomfort hingegen hat sich meiner persönlichen Meinung nach (leider) nicht viel getan. Sennheiser weiß um seine Vorzüge der sehr großzügig dimensionierten und anatomisch korrekt geformten Ohrmuscheln, sodass auch Menschen mit entsprechend großen Ohren mit dem HD 660 S kein Problem haben sollten. In dem Punkt würde ich mir von so manchen anderen Herstellern wünschen, sich hier ein Beispiel zu nehmen.  Selbst bei Sennheisers bestem Reisekopfhörer – dem PXC 550 – werden in dem Zusammenhang keine Abstriche gemacht.  

Wirklich toll ist die neue Platzierung der Sennheiser-Logos auf den gelochten Metallgittern der Ohrmuscheln. So kann man endlich sofort „blind“ ertasten, welche Seite Links und Rechts ist. Bei dem HD 600 z.B. ist es mir häufig passiert, dass ich diesen zuerst falsch herum aufgesetzt habe.

Ein Manko der Serie ist und bleibt für viele Kunden die recht hohe Andruckkraft von 2,5 N. Diese garantiert zwar einen soliden Sitz des Kopfhörers in allen erdenklichen „Alltagssituationen“ und auch dank des angenehm-moderaten Gewichts von nur 260 g zumindest theoretisch den mobilen Betrieb des Kopfhörers…

Aber einmal „Hand aufs Herz“, wer von euch möchte mit einem offenen Kopfhörer in der Stadt, Bahn etc. seine Umgebung „unterhalten“ ?
Sennheiser propagiert zwar – auch aufgrund der gesunkenen Nennimpedanz von nur noch 150 Ω – eine gewisse mobile Tauglichkeit des Kopfhörers. Ich bezweifele jedoch stark, dass das wirklich ernst gemeint ist. Im Hotelzimmer etc. mag das ja noch stimmen. „Unter Menschen“ oder in öffentlichen Verkehrsmitteln für mich jedoch IMHO keinesfalls.

Die elliptischen Hörmuscheln und die weichen austauschbaren, veloursartig bezogenen Ohrpolster sorgen allerdings grundsätzlich für einen sehr hohen Tragekomfort, auch über mehrere Stunden. Selbst bei den derzeit ungewöhnlich hohen Temperaturen über 30°C und 25°C+  in der Wohnung schwitze ich – wider Erwarten – nur sehr wenig beim Hörgenuss.

Die selbstverständlich in OFC-Kupfer ausgeführten Kabel sind Para-Aramid (Kevlar/Twaron)-verstärkt, übertragen überraschend wenig Körperschall und hinterlassen einen super flexiblen und stabilen Eindruck.

Sennheiser HD 660 S - Lieferumfang - Detail - imaedia.de

Noch einmal im Detail…


Sound / Klang

Nach all der Theorie, den Fakten und puren „Äußerlichkeiten“ geht es nun endlich um das, was wirklich zählt – die „inneren Werte“-, den Klang. Wie ihr dem Vorwort bereits entnehmen konntet, war der HD 660 S für mich wahrlich kein einfacher Kandidat im Test. Nicht umsonst habe ich mir auch unüblich lange (vier Monate+) Zeit gelassen, bevor ich mich an diesen Text heran getraut habe. Nur um euch einen möglichst objektiven und ehrlichen Eindruck zu vermitteln.
Sennheiser selbst schreibt dazu selbst kurz und knapp: „Der HD 660 S besitzt alle Tugenden des legendären Vorgängers HD 650, geht jedoch technologisch entscheidende Schritte weiter… – Quelle: Bedienungsanleitung des Sennheiser HD 660 S.

Ohne nun zu viele Kreuzvergleiche mit dem HD 600, 650 und Kopfhörern anderer Hersteller machen zu wollen, versuche ich euch eine kurze Beschreibung der einfachsten 3 Frequenzbereiche zu schildern.

Höhen
Meiner Meinung nach hört man in den Höhen die Weiterentwicklung des Kopfhörers am Deutlichsten. Dort, wo die Vorgänger bereits mehr oder minder deutlich an „Luftigkeit“, „Leichtigkeit“ und „Transparenz“ leichte Schwächen eingestehen mussten, fängt der HD 660 S gerade erst an richtig Spaß zu machen. Aber keine Sorge, von den dem HD 800 oft nachgesagten zu spitzen (teils „schmerzenden“) ß-Höhen ist beim 660er nichts zu hören.
Von der Triangel bis über alle Perkussion-Instrumente – alles kommt sauber, differenziert, detailliert und  losgelöst vom Wandler rüber. Selbst bei hohen Lautstärken kommt es zu keinen zu harschen“ß-Lauten/Zischen“. An die Detailverliebtheit eines HD 800, Bayerdynamic  DT 1990 PRO oder auch eines AKG 712 kommt der Hörer zwar nicht ganz ran, bietet aber dafür andere Vorzüge. Rein subjektiv würde ich ihn in dem Bezug auf ein Level mit dem HD 700 stellen.
Gerade bei digitalen Aufnahmen oder bestimmten Pop-Stücken zeigt sich schnell die wahre Leistungsfähigkeit des HD 660 S. Zusammenfassend würde ich die Höhen als sehr natürlich und klar bezeichnen.

Mitten
Auch hier gibt es einiges, was sich verändert hat. Gerade gegenüber dem HD 650 geht der 660er etwas zurückhaltender – weniger „fett“ und „klebrig“ – vor.  Aber ACHTUNG, es braucht einiges an Einspielzeit/Eingewöhnungszeit, bis der Kopfhörer die Mitten richtig losgelöst und filigran darstellen kann. Aber erst einmal daran gewöhnt, wirkt die leichte Färbung der Mitten sehr gefällig und zugleich sehr ausbalanciert, sodass sich der HD 660 S IMHO für nahezu jede Musikrichtung eignet. Der Kopfhörer verzeiht auch den einen oder anderen kleinen Qualitätsmangel beim Quellmaterial, ist jedoch zugleich in der Lage gutes Material den dementsprechenden Tribut zu zollen. Den Mittenbereich kann man zusammenfassend als exzellent aufgelöst und leicht gefällig/warm bezeichnen.

Bass
Um ehrlich zu sein hätte ich hier am wenigsten Änderungen erwartet. Nach dem mir persönlich im Oberbass zu dick aufgetragenen HD 650 und dem zu schmalen HD 600 merzt der HD 660 S die subjektiven Schwächen der Vorgänger fast vollkommen aus. Eine leichte Betonung im Oberbass-Segment mag ich dem Sennheiser allerdings nicht ganz absprechen. Deutlichste Fortschritte hat der 660er in Sachen Klarheit, Genauigkeit und Punch gemacht. Ich kenne keinen anderen offenen Kopfhörer in der Preisklasse, der es schafft ohne eine generelle Überbetonung im ganzen unteren Frequenzbereich so viel Druck und Impulstreue zu zeigen. Der HD 660 S ist einfach nur eine Wucht. Für einen offenen Kopfhörer einfach, kurz gesagt, überragend!

Bühne / Stage
Nach den ganzen Verbesserungen und dem somit eingeheimsten Lob für den neuen „Senni“ kommt dann noch etwas Kritik. Denn nach all den ganzen (unerwarteten) positiven Überraschungen hat man es beim HD 660 S leider nicht geschafft das Thema „Bühne“ ebenfalls auf ein neues Referenzlevel zu heben. Klar ist die Bühne immer noch breiter in der Darstellung als bei vielen geschlossenen Kontrahenten, allerdings ist sie immer noch gefühlte Welten von der eines HD 800 (und auch HD 700!) entfernt. Doch was dem Kopfhörer in der Breite der Bühne fehlt, kann er zumindest teilweise mit einer deutlich verbesserten Tiefenstaffelung und einer generell verbesserten Ortbarkeit wett machen. Gegenüber dem HD 650 somit eine leichte Verbesserung.
Ich kann mir in dem Zusammenhang sehr gut vorstellen, dass auch der ein oder andere Gamer sich sofort in den HD 660 S verlieben würde. Denn ohne die bei Gaming-Headsets üblichen (ekeligen) künstlichen und kosmetische Eingriffe in den Sound, gibt es wohl keinen Kopfhörer in der Preisklasse, welcher sich, aufgrund der überragenden Ortbarkeit, mehr für die eine oder andere FPS-Schlacht eignen würde.

Allgemein
Ich persönlich gehe davon aus, dass der HD 660 S gerade eingefleischten HD 600 Fans zu „gesounded“ vorkommen wird. Und etwas „Sounding“ bzw. Färbung ist dem Kopfhörer definitiv nicht abzusprechen. Eine leichte Anhebung um Oberbass und Vocal-Segment ist zu hören. Was Sennheiser allerdings exzellent geschafft hat, ist, diese Gefälligkeiten nicht gnadenlos gegen einen Verlust von Transparenz und Brillanz einzutauschen.
Dies bringt unter anderem noch einen Vorteil mit sich. Der HD 660 S lässt sich weitaus besser als seine Serienkammeraden auf einen guten Equalizer ein. Ich persönlich bin zwar nicht so der Fan davon, aber mit dem Kopfhörer funktionierten die quasi chirurgischen Eingriffe in die Signatur überraschend gut.
In dem Zusammenhang kommen wir dann gleich zum nächsten positiven Aspekt des Kopfhörers. Die Pegelfestigkeit ist absolut überragend. Sprich, bevor der HD 660 S zum übersteuern/verzerren neigt, setzt ihr den Kopfhörer freiwillig ab :). Ich habe den Kopfhörer in dem Zusammenhang mit einem Lehmann Audio Linear USB-KHV getestet. Dieser verfügt über mehr als ausreichend Power, um auch den HD 660 S an seine Grenze zu bringen.

Höreindrücke

  • Daniela Andrade – Crazy: Überragende Aufnahme und Wiedergabe auf dem HD 660 S. Klare, detaillierte und vor allem unverfälschte Stimmwiedergabe (so hört man z.B. sehr präsent, wenn Daniela Andrade ihre Lippen befeuchtet). Das Zupfen der Gitarrenseiten enthält viele feine Details. Und das ganze Stück klingt sehr luftig. Leider jedoch deutlich „abgeschnürter“ als bei einem HD 800.
  • Toto – I will Remember: Der Anfang des Stücks kommt satt, aber akkurat rüber. Hier zeigt der 660er deutlich seine neu gewonnenen Stärken im Bassbereich.
  • Avicii – For A Better Day: Der Song klingt wie geschaffen für den HD 660 S. Selten gehörte, absolute Präsenz über das ganze Frequenzband, klare Stimme(n) und zugleich eine überragende Brillanz. Maximale Details, die so mancher von euch sicher in dem Track noch nicht hören konnte.
  • J-Yes – Tick Tock Song: Klare Stimmwiedergabe ohne überspitztes ß‘. Ansonsten schön präzise und „punchige“ Bässe.
  • Sara K. – All Your Love: Ein Stockfisch-Track darf natürlich nicht fehlen. Sowohl die geliebte Stimme von Sara K. als auch ihre Gitarre lassen deutlich die neu gewonnenen Vorzüge des HD 660 S heraus hören. Eine angenehme Wärme, aber zugleich absolut analytisch. Hier hört man gut heraus, dass es dem Kopfhörer gelingt gutmütig zu sein, aber zugleich auch überragendes Quellmaterial gebührend zu präsentieren.
  • Sting – A Thousand Years: Gleich zu Beginn des Titels hört ihr einen brachialen Tiefbass, welcher auf dem HD 660 S deutlich hörbar rüberkommt. So einen druckvollen und akkuraten Tiefbass habe ich vorher von noch keinem offenen Kopfhörer der Preisklasse gehört. Der HD 660 S schafft es wirklich toll die Stimmung des Tracks einzufangen und zu transportieren.
  • Eric Clapton – Layla Live Unplugged: Super klar und detailliert. Leider ein Stück, bei dem man die fehlende Breite in der Bühnendarstellung deutlich merkt. Die generelle Stereo-Darstellung ist zwar sehr gut. Aber an die Luftigkeit und Bühnendimension eines AKG 712 oder eben des HD 800 kommt der 660er einfach nicht ran.
  • Antonio Vivaldi – Concerto For Violin and Strings in E, Op. 8, No.1, RV 269 „La Privavera“: 1. Allegro: Schwierig, schwierig… Das Stück kommt zwar super akkurat, detailgetreu und mit einer überragenden Tiefenstaffelung rüber. Allerdings fehlt mir hier wieder einiges an Breite. Die Instrumente werden für meinen Geschmack viel zu nah am Hörer platziert. – Allerdings bin ich in dem Punkt wohl zu sehr vom HD 800 verwöhnt :).
  • Oscar Lopez – Classic Soul: Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, das Stück ist für den HD 660 S produziert worden. So klar, detailliert und zugleich emotional konnte ich das Lied bis dato noch nicht hören. Chapeau!
  • Daft Punk –  Doin‘ it Right: Der Track spielt dem HD 660 S ebenfalls eindeutig in seine Karten. Genialer Tiefbass vom allerfeinsten und tolle Details.

In dem Zusammenhang möchte ich gerne nochmal darauf hinweisen, das Höreindrücke natürlich immer absolut subjektiv sind. Und selbst direkte Vergleiche mit meinen anderen Kopfhörern erzeugen keinen vollständig objektiven Eindruck. Jedes Gehör ist anders und unsere „Geschmäcker“ ebenso. Ich versuche einfach nur die offensichtlichsten Stärken und Schwächen an Beispielen etwas plakativer und somit greifbarer für euch darzustellen. 


Fazit

Für mich hat sich der Sennheiser HD 660 S zwar etwas vom alten Unternehmens-Slogan „The Pursuit of perfect Sound“ gelöst – den perfekten Sound hat man mit dem HE 1 ja bereits gefunden – , wagt aber passend zur neuen, frischeren Firmenphilosophie mal etwas andere, erfrischende Wege zu gehen. Mit dem Slogan:„The Legend continues“, welcher den HD 660 S groß ankündigt, hat es Sennheiser in IMHO nur eingeschränkt getroffen. Denn es ist mehr als eine schnöde Fortsetzung bzw. Modellpflege. Mehr als „alter Wein in neuen Schläuchen“. Um den Kopfhörer richtig zu beschreiben, müsste man das Sprichwort fast invertieren oder den Slogan in: „A new legend is born by reinventing an old legend“ ändern. Aber das klingt aus der Marketing-Perspektive natürlich leider nur bedingt sexy.

Um es kurz und eindeutiger auszudrücken:
Der HD 660 S ist für mich die perfekte Symbiose aus Neutralität und Emotionalität.
Nie wurde in dieser Preisklasse die pure Hörfreude mit all den üblichen positiven Eigenschaften eines High-End Kopfhörers so exzellent gepaart.

 

Vielen Dank an die Firma Sennheiser electronic GmbH & Co. KG für die Bereitstellung eines Review-Samples

Design9.5
Verarbeitung9
Tragekomfort9
Lieferumfang & Verpackung9.5
Klang9
Preis / Leistung9
Endlich mal wieder etwas frischer Wind in einer Traditions-Serie eines großen Kopfhörerherstellers! Der HD 600 und HD 650 bleiben zwar weiterhin sehr gute Kopfhörer. Was Sennheiser hier allerdings mit dem HD 660 S abliefert, ist mehr als eine einfache "Referenz" in der 500 EUR-Klasse. Ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster mit der Behauptung, dass bis mindestens 800 bis 1000 EUR derzeit kein runderes "allround"-Gesamtpaket auf dem Kopfhörermarkt existiert. Der HD 660 S ist für mich die nahezu perfekte Symbiose aus Neutralität und zugleich Emotionalität. Lediglich etwas mehr Weite/Räumlichkeit hätte dem Kopfhörer wirklich sehr gut getan. Kurz: Wir wollen mehr davon!
9.2
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