Video-Tutorial: Hochverfügbarkeit mit der Synology Diskstation DS1515+ (SHA)

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Mit dem Synology High Availability (SHA) / Cluster haben wir uns an ein wirklich besonderes und zugleich komplexes Thema herangewagt, welches im üblichen Hausgebrauch wohl kaum Anwendung finden wird.

Zum Serienauftakt haben wir euch versprochen auch auf die Kleinen- und Mittelstands-unternehmen (KMU) thematisch einzugehen. Ob das Thema Hochverfügbarkeit nun das erste ist, was euch dazu einfällt, sei erst einmal dahingestellt.
Jedoch bietet dieses Feature, welches bis vor einigen Jahren oftmals nur großen Unternehmen mit extrem teuren SAN-Lösungen vorbehalten war, viel Potenzial zur Risikominimierung.

Synology bietet mit der Disk-Station-Manager Version 6 nun ein ausgereiftes Feature namens „Synology High Availability (SHA)“ an. Dabei handelt es sich im klassischen Sinne um einen Hochverfügbarkeitscluster aus zwei identisch bestückten und konfigurierten Synology DiskStations (in unserem Fall die DS1515+).
Die Hochverfügbarkeit (HA) beschränkt sich rein auf einen aktiv/passiv-Betrieb. Ein aktiv/aktiv-Betrieb mit dynamischen Load-Balancing beherrscht die Software nicht.


– In der Beta tauchte dieses Feature meines Wissens nach auf, ist aber in der Final des DSM6 nicht im Build enthalten –


Doch wozu das Ganze?
Im Zusammenhang mit dem Thema Hochverfügbarkeit gehen viele immer noch so blauäugig an das Thema heran wie mit dem Thema Datensicherung. Hier gibt es leider immernoch viele Denkfehler und genauso viele Mythen.

Fakt ist z.B.:

  1. Ein NAS alleine ist de-facto keine Datensicherung
  2. Ein RAID ist keine Datensicherung
  3. Eine Datensicherung bedarf einer Datensicherungsstrategie
  4. Das Risiko eines Datenverlustes reduziert sich mit der Anzahl der Replikate, deren Aktualisierung, deren Trägermedien, deren Lokation (Disaster Recovery) etc.

…Nur um einmal ein paar Fakten zu nennen.

Hochverfügbarkeit

Copyright - Synology

Copyright – Synology

Das Thema High-Availability oder zu Dt. Hochverfügbarkeit hat jedoch noch einen weitaus professionelleren Ansatz. Es geht hierbei um die generelle Verfügbarkeit eines Systems.
Gemäß dem Fall, dass es um ein Unternehmen geht, welches z.B. von zeitkritischen Indikatoren (wie beim Börsenhandel) lebt, können man es sich unternehmerisch nicht leisten, dass ein System mehr als 10-15 Minuten nicht zur Verfügung steht. Deshalb gibt es in großen Unternehmen so etwas wie garantierte Verfügbarkeitszeiten / „Hochverfügbarkeit“ und hierbei liest man nicht selten %-Zahlen um die 99,99%.

Diese %-Zahlen werden zumeist in der nach dem bekannten 9’er-System in Klassen aufgestellt.

99,99%-Verfügbarkeit entspricht z.B. der Verfügbarkeitsklasse 4 und bedeutet, dass ein System maximal 53 Minuten kumuliert im Jahr ausfallen darf.  Bei der Verfügbarkeitsklasse 5 mit 99,999% Verfügbarkeit sind es nur noch maximal 5 Minuten im Jahr.  Diese garantierten Verfügbarkeiten kosten natürlich wenn man diese am Markt einkauft dementsprechend viel Geld. Auch hier gilt also das Kosten-/Nutzen Gebot.

Eine weitere am Markt verbreitete Klassifikation sind die AEC-Klassen.


– Availability Environment Classification (AEC) wurde aufgestellt von der Harvard Research Group (HRG) –


Bei der HRG Klasse AEC-5 spricht man z.B. von einer so genannten „Disaster Toleranz“ d.h., dass Funktionen auch in Katastrophenfällen aufrechterhalten werden müssen.

Soviel zum kurzen Ausflug in die Theorie. Aber das macht deutlich, dass die Industrie hier schon viele Wege und auch Richtlinien regulatorischer Natur gefunden hat um das Thema anzugehen.
Mit dem Synology High Availibility Cluster (SHA), für den ihr lediglich zwei kompatible Diskstations benötigt, erhaltet ihr also einen gesunden Ansatz von Anwendungsverfügbarkeit der Großen Unternehmen. Und alle damit einhergehenden Vorteile gleich mit.

Das Risiko eines Ausfalls oder des Datenverlusts liegt immer in der kleinsten Einheit. Egal ob es eine einzelne  LAN-Verbindung oder das NAS-System selbst ist. Eine nicht verfügbare Redundanz stellt in dem Moment immer den so genannten „Single-Point-of-Failure“ dar.
Denn geht euch eine DiskStation kaputt, habt ihr erst einmal einen Ausfall über Minimum von ~24-48 Stunden zu befürchten. Je nachdem ob ihr so schnell einen Ersatz für das Gerät bekommt oder die Daten auf einem alternativen System wiederherstellen könnt. Der Versand eines Ersatzsystems dauert und/oder die Platten sind durch z.B. einen Blitzschlag ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Da bleibt in der Situation nur zu hoffen, dass ihr über ein externes Backup verfügt, welches hoffentlich gut verwahrt – idealerweise in einem anderen Gebäude verweilt-  und nicht älter als 24 Std ist.

Datensicherung und Datensicherheit für Selbstständige und kleine Unternehmen

Synology High Availability (SHA)

Und genau hier setzt Synology High Availability (SHA) an. Denn nutzt ihr zwei Diskstations, welche sich idealerweise nicht am gleichen Ort befinden oder zumindest an getrennten (geschützten) Stromkreisen, übernimmt das zweite Gerät nahezu verzögerungsfrei die Aufgaben des ersten. In unserem Fall mit 2 DS1515+ ist es uns gelungen alle Services auf dem Gerät binnen von unter 1 Minute vollständig wiederherzustellen. Und das alles ohne jeglichen manuellen Eingriff.

Und ganz wichtig dabei ist, dass die beiden Geräte in fast jedem Moment über einen nahezu identischen Datenbestand verfügen. Der Datenverlust ist also quasi gleich null!
Klar bedingt das, dass die Verbindung zwischen den Geräten schnell genug ist. Aber da wir auch in Deutschland so langsam mit Upload-Bandbreiten von 10-100Mbit+ im sehr bezahlbaren Bereich liegen, ist auch das häufig – je nach Anwendungsfall – kein Problem.

Im Video (oben), welches fast über eine Stunde geht, zeige ich euch einmal exemplarisch wie ihr die Funktion Synology High Availability (SHA) sauber einrichten könnt. Zudem gehe ich noch etwas auf die Themen wie das Moderne Btrfs ein, welches mit DSM6 Einzug in die Geräte gefunden hat.
Ich hoffe es gefällt euch.

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