Du sollst backupen Teil 4: Meine Strategie zur Datensicherung

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Hiermit komme ich nun zum letzten und vierten Teil meiner Serie „Du sollst backupen“. Die Daten sind wie gehabt weg, in der Hinsicht hat sich leider nichts mehr ergeben. Umso mehr habe ich mir die letzten Wochen eine Strategie überlegt, wie ich meine Daten sichern kann und das Risiko eines Verlustes minimiere. Natürlich kann man nie eine 100%ig Lösung herbeizaubern bzw. man kann es schon, aber der Preis dafür ist sehr hoch. So müsste ich meine derzeitige Sicherung eigentlich noch einmal spiegeln und an einem andern Ort oder einem Rechenzentrum aufbewahren. Denn sollte eine Naturkatastrophe passieren habe ich natürlich auch wieder die A-Karte gezogen. Ich denke allerdings, dass ich mit dieser Lösung einen guten Kompromiss gefunden habe.

Hauptsicherung
Bei der Hauptsicherung habe ich mich jetzt für einen „Datenbunker“ entschieden. Es handelt sich hierbei um ein NAS System (Netzwerkspeicher) von QNAP. Dieser Netzwerkspeicher beinhaltet vier 2TB Festplatten, die in einem RAID 5 Verbund zusammengeschaltet sind. Der RAID 5 Verbund stellt einen Kompromiss aus Leistung und Sicherheit dar. Beim Schreiben auf die Festplatte werden verschiedene Paritätsblöcke erstellt, aus denen beim Ausfall einer Festplatte die Daten wiedergewonnen werden können. Also auch hier besteht ein Risiko, denn es darf gleichzeitig nur eine Festplatte von den vieren ausfallen. Fallen zwei gleichzeitig aus, können die Blöcke nicht rekonstruiert werden. Allerdings habe ich für die Bestückung des NAS System spezielle Festplatten gewählt, die für einen solchen Betrieb ausgelegt sind. Es handelt sich hierbei um Western Digital Platten in der RED Edition.

Die Festplatten sind auf einen Dauerbetrieb geprüft und haben eine spezielle Firmware, mit der man Statusdaten der Festplatte wie bspw. die Temperatur oder Fehler auslesen kann. Somit kann man schon frühzeitig erkennen, ob eine Festplatte bald hops gehen wird. Sollte ein Wert kritisch überschritten werden benachrichtig einen das System auch schnell per Mail, sodass man zeitnah reagieren kann und eine Festplatte vorab auswechseln kann. Wer es noch sicherer will kann extern zusätzlich noch eine Hot-Spare Platte an das Gerät anschließen. Sollte eine Platte ausfallen wird diese Hot-Spare Platte sofort unterbrechungsfrei als Ersatz genutzt, ohne dass ein Eingriff des Nutzers notwendig ist. Dennoch darf weiterhin nur eine der vier genutzten Platten gleichzeitig ausfallen.

Ich denke, dass ich mit der Lösung einen guten Kompromiss gefunden habe, um meine Daten sicher abzulegen. Allerdings schützt auch diese Sicherung nicht vor Benutzerfehler. Wer also auch hier ein falsches Netzteil ins Gerät steckt, kann einen Defekt hervorrufen. Also Augen auf. Ich bin zumindest jetzt sehr sensibilisiert für das Thema.

Ergänzend noch ganz nett für Apple Nutzer, wie mich. Das NAS System unterstützt das Apple File Protocol, also den Apple eigenen Standard für die Datenübertragung im Netzwerk. Somit funktioniert Time Mashine auch sehr gut. Dies kann man auf dem NAS System aktivieren und der Mac bzw. die Time Mashine Software erkennt dieses sofort als Sicherungslaufwerk.

Neben der reinen Datensicherung kann das NAS System allerdings noch viel mehr. Es beinhaltet verschiedene Anwendungen und Dienste mit denen man bspw. einen Webserver aufmachen oder das Laufwerk als Multimediastation nutzen kann. Wer schon mal reinschauen möchte. Es ist das QNAP TurboNAS TS-419P II. Ich werde euch das System in den kommenden Wochen aber noch genauer vorstellen und mir ein paar Funktonen rausgreifen.

Sicherung für unterwegs
Neben meiner Sicherung zu Hause habe ich mir natürlich auch Gedanken über eine mobile Speicherlösung gemacht. Warum? Auf Reisen oder Events mache ich eine Menge an Bildern. Wenn diese Bilder nach dem Event oder der Reise weg sind wäre das auch eine Katastrophe, da es einzigartige Erinnerungen sind, die man nicht wiederherstellen kann.

Für meine Speicherung während des Fotografierens setzte ich auf SanDisk Speicherkarten und wurde hier noch nie enttäuscht. Mir ist davon noch keine Karte verreckt oder hat den Dienst quittiert. Von Kollegen habe ich schon gehört, dass sie bspw. Probleme mit Karten von Transcend hatten. Hatte hiervon auch schon ein paar Karten im Test, aber nur kurzfristig für zwei Wochen. SanDisk war so freundlich mir die Karten auch langfristig zur Verfügung zu stellen, sodass ich nach nunmehr drei Jahren immer noch sagen kann: Super Produkt. Doch zurück zur Speicherlösung.

Normalerweise mache ich mir immer eine Kopie der Speicherkarte beim Event auf dem Laptop. Dies ist zum einen nicht nur der Datensicherung geschuldet, sondern auch der begrenzen Anzahl an Speicherkarten. Aber auch das Volumen auf der Festplatte im Laptop ist begrenzt, sodass ich mich hier für eine externe Festplatte vom G-Technology entschieden habe. Warum gerade G-Technology, kann ich auch nicht sagen, es ist ein Bauchgefühl oder meine Leidenschaft zu Apple? Denn G-Technology stellt primär für Apple User Festplatten her. Diese sind schon im Apple Dateisystem formatiert und somit sofort einsetzbar. Zudem kommen sie auch in einem feinen Aluminiumgehäuse und sind sehr gut verarbeitet. Ich habe von G-Technology bereits eine mobile Platte getestet und habe auch eine andere externe Platte schon seit einem Jahr im Einsatz und bin damit sehr zufrieden.

Somit landen bei Events und Reisen nun alle gemachten Bilder zur Sicherung auf dieser Platte. Wenn die hops geht, habe ich natürlich wieder ein Problem. Deshalb habe ich auf dem Laptop auch wieder etwas Platz freigeräumt (alles aufs NAS kopiert) und sichere dort die JPG Bilder in einem kleineren Format ab. Somit habe ich im hoffentlich nie einkehrenden Notfall wenigstens noch die Bilder, auch wenn nicht im Rohformat.

Ich denke auch, dass diese Lösung ein guter Kompromiss ist. Wenn ich Daheim bin, lade die Bilder dann natürlich auch wieder auf mein NAS. Wer sich die Festplatte auch schon mal vorab vor meinem Test anschauen möchte. Es ist das G-Technology G-DRIVE mobile, allerdings noch in der USB 2.0 Variante..

Kosten
Noch ein paar Worte zu den Kosten, da ich ja oben gesagt habe, dass die Lösung sicherlich auch abhängig ist von den Kosten. Der ganze Spaß hat jetzt insgesamt rund 1.000 Euro gekostet und ist damit nicht sehr preiswert. Allerdings habe ich auch Kapazitäten für die Festplatten gewählt, die für die nächsten 3-4 Jahre genügen sollten. Für noch mehr Sicherheit müsste man dieses Setup jetzt quasi noch einmal spiegeln. Aber das bleibt jedem selbst überlassen.

Fazit
Ich hoffe, ich konnte euch mit der vierteiligen Serie einen Einblick in die Datensicherung geben und was man alles falsch oder richtig machen kann. Ich wollte hiermit ein wenig sensibilisieren und vielleicht hat sich der ein oder andere ja auch den guten Vorsatz fürs neue Jahr gemacht mal ein wenig auf seine Datensicherung zu achten.

An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an Kroll Ontrack für den ehrgeizigen Rettungsversuch und den Blick hinter die Kulissen.

Und hier noch einmal die komplette Reihe

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4 comments

  1. Simon 8 Januar, 2013 at 14:13 Reply

    Habe lange Zeit manuell einmal die Woche meine Daten auf ne externe Festplatte gesichert und hab mir nun ne „Cloud“ mit Dropbox eingerichtet wo ich alle Daten meiner 2 Laptops synchronisieren kann und gleichzeitig eine Online-Sicherung dazu habe. Aktuell 100 GB für ca. 100 USD im Jahr.

  2. Camillo 8 Januar, 2013 at 23:10 Reply

    Ja. Das ist natürlich auch eine Lösung. Aber das Bild/Videomaterial übersteigt schon bei Weitem diese 100GB. Vielleicht für super wichtige Dokumente könnte man das machen. Aber ob ich meine sensibelsten Dokuemnte denn ncoh irgdnwo auf nen Server in Amerika laden will, auch sune Sache.

  3. Anna R. 16 Mai, 2013 at 08:30 Reply

    In die Sicherung seiner Daten kann man schon mal ein paar Euro investieren, da finde ich 1000 Euro gar nicht so viel, wenn man bedenkt für welchen Schwachsinn man manchmal Geld ausgibt.
    Danke für den Artikel. :-)

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