Kritik | Starbuck – mit Patrick Huard, Julie Le Breton, Antoine Bertrand

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David (Patrick Huard) ist ein Taugenichts. Er treibt mit minimalstem Aufwand durch das Leben und scheut sich vor jeder Verantwortung. Mit der Polizistin Valerie (Julie LeBreton) hat er eine Beziehung. Als sie ihm erzählt, dass sie schwanger ist, kommt Davids Vergangenheit an die Oberfläche. Vor zwanzig Jahren hat er einer Befruchtungsklink sein Sperma für Geld zur Verfügung gestellt. Nun muss er erfahren, dass er 533 Kinder hat. 142 davon haben eine Sammelklage gegen die Firma erhoben, um herauszufinden wer ihr Vater ist, der Mann, den sie nur unter dem Pseudonym Starbuck kennen.

Linda meint

David ist ein echter Loser. Er arbeitet in der Fleischerei seines Vaters, darf Schweinehälften durch die Gegend fahren und wird regelmäßig daran erinnert, dass er einen gigantischen Haufen Schulden hat. Sein Sperma hat allerdings absolute Gewinnerqualitäten und beschert dem einst so eifrigen Spender 533 Kinder. Darauf kann man(n) stolz sein, das ist vielleicht auch etwas für den Lebenslauf, aber problematisch wird es, wenn 142 dieser Kinder Klage einreichen und ihren „Papa“ kennenlernen wollen. Und noch schwieriger wird es, wenn der Plastebecher-Vater auf eigene Faust erkundet, was sein Nachwuchs so treibt und sich in deren Leben einmischt.

Das ist anfangs noch unterhaltsam und schräg, wird irgendwann aber zu viel und schlicht unglaubwürdig. Ein nahezu erfolgloser Schauspieler, der plötzlich die Rolle seines Lebens ergattert, nur weil David kurzzeitig seinen Job übernimmt; eine Drogensüchtige, die praktisch über Nacht clean wird – hier übertreibt es das Drehbuch von Ken Scott (der auch Regie geführt hat) und Martin Petit etwas.

Nach der Hälfte der Zeit verliert „Starbuck“ deshalb ziemlich an Schwung und driftet in eine sehr melancholische Schiene ab. Man könnte es fast schon Ferienlager-Atmosphäre inklusive Gruppenkuscheln nennen. Wenn „El Masturbato“ dann zum Schluss auch noch – ganz ohne Spende -Vater wird, ist das Maß deshalb irgendwie voll. Schade, denn Potenzial hat die Geschichte eigentlich.

Fazit

„Starbuck“ beginnt so spritzig wie die „Zeugung“ der 533 Kinder, trocknet dann aber ziemlich fix ein. Die Komödie hat zwar durchaus witzige Szenen und auch der Hauptdarsteller ist überzeugend, dennoch hätte Regisseur Ken Scott auf etwas weniger Pathos gut getan.

Wertung

7/10

„Starbuck“ ist seit dem 15.01.2013 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

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