Kritik | Die Landkarte der Zeit von „Félix J. Palma“

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Im Roman Landkarte der Zeit erzählt Félix J. Palma drei Kapitel die sich im gesamten sehr gut ineinander fügen und sehr anschaulich bzw. bildlich im Stile eines Hermann Hesse beschrieben werden. Auch die Erzählweise der verschiedenen Orte, in denen die drei Kapitel ablaufen, ist in unglaublich gelungener Atmosphäre dargestellt und bietet dem Leser ein spannendes Leseerlebnis.

Zu Beginn bekommt der Leser einen Einblick in das viktorianische London des 19. Jahrhundert in dem ein wohlhabender und träumerischer Mann namens Andrew sich in die Prostituierte Marie aus Whitechapel verliebt. Der Haken der Erzählung ist allerdings ein grauenhafter und brutaler Mord seiner Angebeteten durch den bekannten Serienmörder Jack the Ripper. Mit der Vorstellung einer möglichen Zeitreise, versucht er die schreckliche Tat ungeschehen zu machen. Unterstützung für seinen waghalsigen Plan in die Vergangenheit zu reisen, bekommt Andrew hierbei durch seinen Cousin und dem Autor und Zeitreisenerfinder H.G. Wells …

Parallel zum ersten Teil möchte sich die emanzipierte junge Claire nicht ihrem Schicksal fügen, als unterwürfige Ehefrau eines reichen Schnösels zu enden. Ein Ausweg aus ihrer unbefriedigten Situation ermöglicht sich aus den gerade so populären Zeitreisen in London. Mit dem Traum die wahre Liebe und einen wahrhaften Retter der Menschheit zu finden, tritt sie die Reise an …

Im letzten Akt dieses Buches hat es Inspektor Garret mit merkwürdigen Morden zu tun, die durch eine Waffe aus der Zukunft durchgeführt wurden. In das Fahndungsraster passt kein geringerer als H.G. Wells, der mit zwei weiteren Schriftstellern in dieser Sache scheinbar verwickelt ist. Zu guter Letzt löst sich das Verwirrungsspiel der Zeitreisen in einem Spukhaus …

Zum Schluss bleibt noch zu vermerken, dass das Buch eine fesselnde Magie besitzt. Besonders hilfreich und nicht wegzudenken waren die einleitenden Passagen zu jedem Kapitel, in denen der Leser an die jeweilige Geschichte herangeführt wird. Man kann sagen, dieses Buch verzaubert einen ab der ersten Seite und nimmt den Leser mit auf eine wundervolle Reise durch die Zeit!

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1 comment

  1. Klaus 9 Februar, 2011 at 18:33 Reply

    Keine leichte Actionunterhaltung sondern meiner Meinung nach ein Meisterwerk. Die Sätze von Palma gleichen Kunstwerken!
    Manche Sätze sind so schön geschrieben, dass man sie einfach nochmal lesen muss. Wirklich toll!

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