Kritik | Arschkalt – mit Herbert Knaup, Johannes Allmayer, Elke Winkens

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Zwei Männer und ein Tiefkühltransporter. Der zynische Ex-Firmeninhaber Berg (Herbert Knaup) will nur seine Ruhe. Sein neuer Partner dagegen, der naive Moerer (Johannes Allmayer), redet gern. „Dieser Transporter ist zu klein für zwei!“. Aber zwecklos, Berg kann seinen lästigen Beifahrer erst dann wieder loswerden, wenn er ihn zu einem guten Verkäufer gemacht hat, so die Forderung der forschen neuen Chefin Lieke van der Stock (Elke Winkens). Vom arschkalten Misanthropen Berg ist plötzlich Teamgeist gefragt. Gefühlte 876 Tiefkühlpizzen, 4322 Fischstäbchen und 12.887 Garnelen später beginnt er aufzutauen. Doch damit fangen die Probleme erst so richtig an.

Imaedia meint
Zunächst einmal fand ich den Film monoton und bin schwer reingekommen. Zu banal und langweilig schien mir die Geschichte. Doch je länger ich schaute, entwickelte ich immer mehr Interesse für den Film. Neben allerlei Anekdoten zu Tiefkühlkost und Alberei, hat der Film eigentlich einen ganz tiefen Sinn.

Es geht um Berg. Sein Leben ist nur noch eine Einöde. Er ist abgestumpft, verschlossen und selbstgerecht. Er vermiest jedem die gute Laune und ist unzufrieden. Auch mit seinem neune Partner Moerer, der genau das Gegenteil ist und ihm ein „Kotlett ans Ohr labert“. Doch Moerer ist hartnäckig und lässt sich nicht durch Berg’s schlechte Laune bremsen.

Jedoch taut Berg nur sehr langsam auf und bleibt noch lange Zeit ein mürrischer Kautz bis sich langsam etwas zwischen ihm und Lieke entwickelt. Dennoch ist er zu immer noch zu reserviert und schüchtern um sie anzusprechen, im Gegensatz zu seinem Umgangston mit den Kunden. Doch auch Berg erkennt einmal, dass seine Zeit begrenzt ist und man diese richtig nutzen muss.

Insgesamt im Unterton ein dramatischer und philosophischer Film, der einem zum Nachdenken anregen soll. Verbringe ich meine Zeit sinnvoll? Lasse ich nicht zu viel Zeit verstreichen? Denn irgendwann müssen wir alle gehen und man sollte sich dann hoffentlich nicht mehr den Satz sagen müssen: Hätte ich doch…

Neben der positiven Kehrwende zum Film fand ich auch die norddeutsche Szenerie sehr wirkungsvoll. Der Film wirkte insgesamt sehr stimmig und authentisch, auch ohne Hollywood Glamour.

Fazit
Arschkalt ist für mich ein echter Geheimtipp. Der Film ist bodenständig und vermittelt einige Lebensweisheiten ohne dabei aber den Spaß an der Sache zu verlieren. Arschkalt ist ein Mix aus Komödie und Drama, dass man nicht verpasst haben sollte. Allerdings ist, von meiner Seite aus zumindest, der Wiedersehfaktor gering.

Wertung
7/10

Arschkalt ab dem 30. März auf DVD erhältlich.

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