Kritik | Carlos – Der Schakal – mit Edgar Ramirez, Alexander Scheer, Nora von Waldstätten, Christoph Bach, Julia Hummer

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Sein Name ist Ilich Ramírez Sánchez, doch die Welt kennt ihn als Carlos. Carlos der Schakal. Berühmt. Berüchtigt. Ein Phantom und ein Phänomen. 1975 verantwortet er den Anschlag auf das OPEC-Hauptquartier in Wien, in den Jahren darauf agiert er als kaltblütiger Mörder und effizienter Manager organisierter Gewalt – und macht den Terror zum Business. Er wird zum meistgesuchten Terroristen der Welt, doch Fotos gibt es kaum von ihm. Auf den Fahndungsplakaten ist er nur der Mann mit der Sonnenbrille. Immer wieder schafft er es unterzutauchen, verprasst sein auf Schweizer Konten angehäuftes Vermögen in Luxushotels, macht sich Frauen hörig, nutzt sie für seine Zwecke aus und lässt seine Kontakte zu den Geheimdiensten in Ost und West spielen. Mit den Jahren verlassen ihn jedoch sein sicheres Gespür und seine Energie – und schließlich auch seine treuen Partner und Unterstützer, die ihn nun als blutbesudeltes Relikt des Kalten Krieges möglichst unauffällig loswerden wollen.

Imaedia.de meint
Mit Carlos – Der Schakal ist Regisseur Olivier Assayas ein wahrhaftig großartiger Film gelungen. In 5 1/2 Stunden im Director‘s Cut und 3 Stunden in der Kinofassung wird das Leben und Wirken des Ilich Ramírez Sánchez, Kampfname Carlos, auf erschreckende Weise dargestellt. Carlos verbreitet Gewalt und ist für unzählige Terroranschläge und Entführungen verantwortliche. Er selsbt bezeichnet sich als Revolutionär. Er ist der Handlanger der östlichen Staaten und unterstützt für sie den Kampf im Kalten Krieg.

Angefangen hat Carlos als kleiner Handlanger. Nach einem verpatzen Mord wird ihm ein neuer Auftrag zugeteilt. Er soll die Mitglieder der OPEC entführen und sie dazu zwingen seine Forderung im Auftrage Saddam Husseins zu unterzeichnen. Doch der Plan geht nicht ganz auf und seine Karriere in der einstigen Organisation ist zu Ende. Jedoch organisiert er sich selbst neu und wirkt weiter. Er macht sich seine alten Kontakte zu Nutze und baut seine eigene Organisation in Europa auf.

Der Film hat ca. 20 Jahre des Lebens von Carlos aufgearbeitet. Da nur wenig über ihn bekannt ist, vor allem über sein Privatleben, musste vieles improvisiert werden. Jedoch die Schlüsselereignisse wie die Entführung der OPEC oder die unzähligen Anschläge sind alle real und existent gewesen. Carlos – Der Schakal ist nicht nur eine Biografie eines so gefürchteten MAnnes, sondern auch ein Stück Geschichte des internationalen Terrorismus.

Am Ende des Films kommt auch noch einmal der Bezug zur heutigen Zeit. Die meisten Verbrechen wurden geschnappt und sitzen ihre Strafen heute im Gefängnis ab. Auch Carlos ist seinen damaligen Auftraggebern zum Opfer gefallen. Nachdem der Kalte Krieg zu Ende war wollten sie ihn loswerden und haben ihn schlussendlich an die französische Regierung ausgeliefert. Er wurde zu einer lebenslangen Haft verurteilt aber nur für die Ermordung der beiden DST Agenten ganz am Anfang. Wegen seiner terroristischen Verbrechen wurde er nie verurteilt.

Die Qualität der Blu-ray in Bild und Ton sind sehr gut. Das Filmkorn ist etwas gröber und verwaschener, passt allerdings perfekt zu der damaligen Zeit. Ein allzu glatt gebügeltes Bild wäre zu unnatürlich rüber gekommen.

Die Schauspielerische Leistung, in der Hauptrolle Edgar Ramirez, ist sehr überzeugend. Die Nebendarsteller finde ich persönlich nicht alle sehr gut, was bei der Menge von rund 120 Nebendarstellern aber nicht so ins Gewicht fällt.

Fazit
Carlos – Der Schakal ist ein Film, den man gesehen haben sollte. Er zeigt die Biografie eines Mannes und zugleich die Geschichte des internationalen Terrorismus in den 70er und 80er Jahren. Einzig die Laufzeit von wahlweise 3 oder 5 1/2 Stunden wäre zu kritisieren.

Wertung
9/10

Carlos – Der Schakal ab dem 27. Mai 2011 auf Blu-ray und DVD!

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