Test | x-rite ColorMunki Smile – Farbkalibrierung am Monitor leicht gemacht

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Farbmanagement am Computer. Bereits mit der Vorstellung des datacolor Spyder3Elite (demnächst der 4er im Test) und des x-rite i1 habe ich euch dieses Thema näher gebracht. Beim Farbmanagement am PC geht es darum die Farben möglichst echt am Computer darzustellen.

Jeder Mensch hat ein anderes Farbempfinden und stellt sich meist den Computerbildschirm nach seinen Vorblieben ein. Oft habe ich bei Freunden bemerkt, dass diese im Besonderen eine sehr hohe Farbsättigung eingestellt hatten. Gerade Frauen sind dann mal wieder enttäuscht, wenn das das bestellte Kleid eine andere Farbe hat wie auf dem Monitor und machen den Versandhandel dann dafür verantwortlich. Oder mal wieder das viel zu unnatürliche Bild, das beim Rossmann abgeholt wurde. Immer sind die Andern schuld.

Doch der Fehler liegt oft bei einem selbst, indem man den Monitor falsch eingestellt hat. Man muss nicht mal selber schuld sein, denn die Monitore für den normalen Konsumenten werden keiner Farbkalibrierung unterzogen und haben auch gewisse Streuungen.

Die bereits vorgestellten Produkte zur Farbkorrektur am Monitor bzw. das korrekte Einmessen dessen waren alle etwas teurer und richteten sich in ihrer Bedienung auch eher an den erfahrenen Benutzer, der sich ein wenig mit Farbmanagement auskennt.

Auf der photokina 2012 in Köln hatte ich bereits den x-rite Stand im Rahmen eines Interviews und des Photowalks durch Köln besucht und mir hier den neuen Color Munki Smile zeigen lassen, den ich jetzt für euch im Test habe.

Der Color Munki Smile zeichnet sich zum einen durch sein hervorragendes Endergebnis aus, zum anderen aber auch durch seine leichte Handhabung. Jeder, auch ohne Vorkenntnisse, kann das Kolorimeter benutzten und seinen Bildschirm damit kalibrieren.

Das Gerät muss lediglich an einen freien USB-Anschluss gesteckt und die Software installiert werden. Danach folgt man den Schritten auf dem Monitor, die einem genau zeigt, was man machen soll. Nach rund fünf Minuten ist der Vorgang abgeschlossen und der Monitor kalibriert. Anhand eines Fotos kann man dann den Unterschied zu vorher betrachtet.

Wie einfach die Einrichtung geht und wie es funktioniert, habe ich hier mal in einem Video zusammengefasst (einige Vorgänge wurden im Zeitraffer beschleunigt).

Im Zuge der Kalibrierung wurde für den Monitor in der Systemsteuerung ein eigenes Farbprofil angelegt, welches die geänderten Informationen beinhaltet. Möchte man den Effekt auch noch bei anderen Bildern begutachten, kann einfach ein Bild im Hintergrund geöffnet und zwischen dem alten und neuen Farbprofil gewechselt werden. Dies wird denke ich auch im obigen Video deutlich (wovon ich zunächst ausgegangen war, aber die HDR-CX730 von Sony hat das gut eingefangen).

Ich bin begeistert von dem Ergebnis und der einfachen Handhabung dieser Soft/Hardwarelösung. Damit kommt wirklich jeder zurecht und Enttäuschungen beim Shopping oder beim Fotodruck werden demnächst ausbleiben.

Allerdings sollte man beachten, dass man eine erneute Kalibrierung jeden Monat einmal vornimmt. Durch den Alterungsprozess des Monitors kann sich die Qualität der Beleuchtung verändern und damit auch die Farbwiedergabe. Aber diese fünf Minuten kann man sich ruhig nehmen bzw. den Vorgang während der Mittagspause laufen lassen.

Fazit
Klare Kaufempfehlung. Ergebnis und Handhabung überzeugen. Das Gerät bietet einen echten Mehrwert für alle die viel und häufig am Computer arbeiten. Ob Hobbyfotograf, Gamer, Onlineshopper, Designer, etc. Jeder ist gleichermaßen angesprochen und kann von einer korrekten Farbdarstellung profitieren.

Allerdings kann man mit dem Color Munki Smile aus einem 150 Euro Monitor keinen professionellen Grafikmonitor für 1.000 Euro zaubern, der auch gleich noch einen AdobeRGB Farbraum abbildet. Um nun noch aller Kritik zu entgehen. Mit einem alten Röhrenmonitor funktioniert es auch nicht!

Wer noch mehr wissen möchte sollte sich einmal die schicke Microsite vom Color Munki Smile bei x-rite anschauen.

Alternative zum Produkt: datacolor Spyder4Express

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