Bluesound Pulse im Test – High Definition W-LAN Lautsprecher

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Kabel ab. Unsere Welt von heute ist digital, drahtlos und vernetzt. Was mit dem Handy angefangen hat, zeigt sich heute in einer Vielzahl an Geräten und ist spätestens seit W-LAN und iPad nicht mehr aus dem Haushalt wegzudenken.

Allerdings gibt es immer noch viele Domänen, in denen die Kabelverbindung lobpreist wird und mehrere hundert Euro für einen Meter Kabel aufgerufen werden. Die Rede ist von HiFi. Ob Voodoo oder nicht, auf jeden Fall ist bester HiFi Klang untrennbar mit einer soliden Kabelverbindung verbunden.

Viele Hersteller tummeln sich bereits auf dem Markt der drahtlosen Musiksysteme, die ebenfalls einen hohen Anspruch an die Musikwiedergabe haben. Am längsten im Geschäft ist hier sicherlich Sonos, welcher gerade auch im Bereich der Multiroom Wireless Systeme ungeschlagen ist.

Auch wenn ich für mich persönlich Sonos als durchaus gut erachte und es für mich reicht zum nebenbei Musik hören und zum Film schauen, befriedigt es doch keine audiophilen Bedürfnisse, sondern reiht sich eher im gesoundeten Mittelmaß ein.

Bluesound Pulse

Doch nicht jeder gibt sich mit dem Mittelmaß zufrieden. So auch nicht die Ingenieure von Bluesound. Sie sind die ersten, die Wireless Audio, High Definition und auch die passende Hardware dafür zusammenführen. Als Tochterunternehmen des Audiospezialisten NAD und PSB ist hier definitiv kein Mittelmaß zu erwarten und schon jetzt können wir sagen, dass der von uns getestete Bluesound Pulse in seiner Kategorie Bestwerte in Punkto Klang setzt und seinen eigenen Ansprüchen mehr als gerecht wird. Seinen stärksten Konkurrenten in diesem Segment, den Sonos PLAY:5, lässt er schon beim ersten Anstrich der Violine hinter sich. Doch kommen wir zunächst einmal zum Gerät und der Einrichtung selbst.

High Fidelity muss nicht nur gut klingen, sondern auch gut aussehen. Dies ist den Designern des Bluesound Pulse ohne Zweifel gelungen. Formschön präsentiert sich das Gehäuse, wahlweise in hochglänzendem Schwarz oder Weiß. Auf der Oberseite befindet sich, beginnend mit der Griffmulde, ein Streifen aus gebürstetem Aluminium, der sich ebenfalls an der Rückseite durchzieht. Die Griffmulde ist insofern sehr praktisch, als dass der Blusound Pulse sich so bequem transportieren lässt. Sicherlich ist es nicht im klassischen Sinne ein portabler Lautsprecher, dazu fehlt ihm auch ein Akku, aber ich habe ihn des Öfteren vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer oder in die Küche getragen. Denn irgendwann kommt der Moment, wo man einfach nicht mehr auf den spitzenklang verzichten will und sich nicht mehr mit dem Mittelmaß zufrieden gibt.

Bluesound Pulse

Integriert in den oberen Griff befindet sich ein Touch Bedienfeld zur Titelwahl und zur Lautstärkenregulierung. Ebenso eine LED als Indikator für die W-LAN Verbindung.

Insgesamt wirkt der Lautsprecher wie aus einem Guss. Die Formgebung ist sehr harmonisch und fließend. Die Verarbeitung ist tadellos. Der Lautsprecher selbst steht auf einem Gummipad.

Neben der drahtlosen Verbindung per W-LAN bietet der Bluesound Pulse einen optischen TOSLINK-Digitaleingang, USB zum Anschluss von Speichersticks sowie LAN. Man kann also auch direkt loslegen ohne den Lautsprecher weiter zu konfigurieren. Allerdings eröffnet sich durch die Verbindung mit dem W-LAN und der App erst das volle Potenzial. Über LAN geht es natürlich auch.

Bluesound Pulse

Die Einrichtung per W-LAN ist allerdings auch schnell erledigt. Zunächst verbindet man sich „Ad-hoc“ mit dem Lautsprecher und kommt dann auf eine Konfigurationsseite. Hier wählt man sein W-LAN aus, gibt das Passwort ein und schon ist man fertig. WPS wäre sicherlich noch schön gewesen, aber an sich ist in der Anleitung und in den Online Hilfevideos alles gut erklärt, sodass es im Normalfall keine Probleme geben sollte. Bei mir hat es auf jeden Fall sofort funktioniert.

Zu guter Letzt muss nun noch die Software aus dem jeweiligen App Store, Apple oder Google, installiert werden.

Die App bietet nun die Möglichkeit zur Konfiguration des Players und zum Abspielen der Musik. Ähnlich wie bei Sonos kann man hier verschiedene Musikdienste und Internetradios hinzufügen, oder sein NAS einbinden. Anders als bei Sonos unterstützt der Bluesound Pulse aber wesentlich mehr Dateiformate wie bspw. das verlustfrei FLAC oder ALAC. Insgesamt bieten diese Ausgangsquellen sicherlich das beste Klangerlebnis. Doch auch Musikdienste wie Spotify haben den Trend und das Bedürfnis nach High Fidelity erkannt und einen erweiterten Dienst mit besserer Audioqualität angekündigt. Flaschenhals hier ist sicherlich aktuell noch die Internetbandbreite, die vom Dienstleister zur Verfügung gestellt werden muss, denn diese ist in etwa 4-5x höher.

Allerdings unterstützt der Pulse auch andere Audiodienste wie Qobuz, HighResAudio oder HDTracks oder seit Neustem Deezer Elite, die eben jetzt schon High Definition bieten.

Bluesound iPhone App

Bluesound iPad App

Die Steuerung der App ist insgesamt gut und intuitiv zu bedienen, wenngleich die Sonos Controller App hier einen Schritt voraus ist. Die App sieht nicht nur schöner aus, sondern bietet auch mehr Möglichkeiten und ist durchdachter. Ebenso scheint mir die Bluesound App primär für das Tablet optimiert zu sein, denn auf dem iPhone macht die App wenig Spaß. Zudem ist sie sehr träge gerade auch was das Laden der Cover angeht. Aber dafür stimmt der Klang.

Doch was sorgt überhaupt für diesen Spitzenklang. Ein Blick unter die schöne Fassade zeigt dies. Und anders als das Sprichwort besagt, außen Hui innen Pfui, glänzt der Bluesound Pulse auch mit innerer Glanzleistung.

Verbaut ist ein 80 Watt NAD Verstärker, der sowohl den Tiefton, als auch den Mitten- und Hochton separat verstärkt. Insgesamt verbaut in der Box sind zwei Breitbandlautsprecher mit 70mm sowie ein Basslautsprecher mit 135mm Durchmesser.

Der Bluesound Pulse unterstützt zudem eine Abtastrate von bis zu 24bit und 192Khz. Je höher die Abtastung ist, desto exakter ist die analoge Musik digitalisiert worden und wird im Umkehrschluss dann auch wieder exakter ausgegeben.

Klanglich konnte uns der Bluesound Pulse, wie bereits mehrfach angesprochen, überzeugen und ist im Vergleich zur Konkurrenz einer der Besseren, wenn nicht der Beste in seiner Klasse.

Der gesamte Frequenzgang wird sauber abgebildet. Der Bass ist klar und stark und kann je nach Aufstellung (dichter an der Wand) noch gezielt beeinflusst bzw. verstärkt werden. Bei kleineren Lautsprechern wie diesen ist das sehr hilfreich. Die Höhen sind ebenso sehr präzise, wenn auch vielleicht einen kleinen Tick angehoben.

Von der Lautstärke her lassen sich mit dem Bluesound Pulse problemlos auch größere Räume ca. 30qm beschallen. Er ist bei höheren Lautstärken sehr stabil, auf Volllast neigt er dann aber auch zum Clipping. Aber spätestens dann stehen auch schon die Nachbarn vor der Tür.

Insgesamt ist der Sound für einen Lautsprecher dieser Größe sicherlich überragend und Klasse, aber auch sicherlich kein Vergleich zu vollwertigen Standboxen. Hier sollte man dann auf die Kombination aus Bluesound Node bzw. Powernode und Standlautsprechern zurückgreifen. Denn dann hat man das Beste aus beiden Welten vereint.

Fazit
Bluesound liefert mit dem Pulse einen anspruchsvollen drahtlosen Lautsprecher. Feinste Technik gepaart mit einem schicken Design sehen nicht nur gut aus, sondern klingen auch sehr gut. Als einer der wenigen Wireless Lautsprecher ist der Bluesound Pulse auf die Bedürfnisse eines audiophilen Publikums eingegangen und bietet mit FLAC oder ALAC Wiedergabe, einer Abtastrate von 24bit bei 192KHz und einem 80 Watt Verstärker alles, was es braucht. In seinem Segment bisher der beste reine Drahtloslautsprecher, den wir bisher hatten.

Auf das Thema Multiroom bin ich jetzt nicht eingegangen, da wir keine Möglichkeit hatten dies zu Testen. Aber es soll mit der App möglich sein wie bei Sonos ein Multiroom Konzept zu realisieren und zu verwalten.

Bilder (c) Bluesound

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