Nubert nuBox 101 Lautsprecher im Test – Der potente Kraftprotz für den Schreibtisch

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Die Audiowiedergabe am PC/Mac ist heute nichts Außergewöhnliches mehr. Viele Menschen verbringen die meiste Zeit des Tages am Schreibtisch. Manch einer gibt sich mit den scheppernden integrierten Lautsprechern von Laptop oder Monitor zufrieden. Ich für meinen Teil muss sagen, dass mir guter Klang auch am Arbeitsplatz sehr wichtig ist. Denn, wenn ich schon den ganzen Tag arbeiten muss, will ich mich nicht noch über schlechte Klangwiedergabe aufregen, sondern meine Musik am Arbeitsplatz genießen. Da auf dem Schreibtisch meist nur wenig Platz zur Verfügung steht ist es eine Kunst hier den passenden Lautsprecher zu finden. Er muss klein und kompakt sein, aber auch genügend Leistungsreserven bereithalten und ein möglichst breitbandiges Frequenzspektrum abbilden können. Gerade im Nahfeldbereich bei einem Abstand zwischen Lautsprechern und Sitzposition von nur rund einem Meter ist es schwierig dies alles sinnvoll zu realisieren. Vor einigen Tagen haben wir euch bereits eine Subwoofer/Satelliten von der Firma Teufel präsentiert.

Heute soll es aber um die nuBox 101 der Nubert Speaker Factory aus Schwäbisch Gmünd gehen. Die Firma Nubert stellt bereits seit 35 Jahren hochwertige Lautsprecher her und konzentriert sich vor Allem auf eine lineare und unverfälschte Klangwiedergabe. Hierzu wurde insbesondere Wert auf die Frequenzweichen gelegt. Wie sich die nuBox 101 bei uns im Praxistest geschlagen hat gibt es nachfolgend zu lesen.

First Look
Der erste Eindruck der kleinesten Nuberts ist beachtlich. Die Verarbeitung ist ohne Fehl und Tadel. Die von gewählte Nussbaum Dekorfolie ist akkurat verarbeitet und umschießt die Seitenwände und die Rückwand pass- und formgenau.  Das Gehäuse vermittelt eine klassische Eleganz und Zeitlosigkeit und harmoniert sehr gut mit unserem massiven, geölten Eichenholz Schreibtisch. Das Lautsprechergitter ist mit schwarzem Akustikstoff bespannt und schließt passgenau und bündig mit dem Gehäuse ab. Die Front ziert ein dezentes Nubert Logo.

Im Lieferumfang zusätzlich enthalten sind noch eine Bedienungsanleitung sowie zwei Lautsprecherkabel in der Ausführung 2 x 0,75 mm². Nubert selbst tituliert sie als „Behelfsbabel“ und wir ließen diese auch direkt wieder in der Kiste verschwinden und haben mit unsren ViaBlue SC-4 SINGLE-WIRE T6s getestet.

Technik und Innenleben
Das Gehäuse der nuBox 101 misst gerade einmal  23 x 14 x 19,7 cm und ist wie geschaffen für eine Aufstellung auf dem Schreibtisch. Mit 16 und 19 mm starkem MDF-Material fährt die kleine nuBox starke Geschütze für diese Preisklasse auf. Andere Hersteller verbauen hier nur billige Spanplatten oder Kunststoff. Dies macht sich auch in den späteren Klangeigenschaften bemerkbar. Ferner ist eine Frequenzweiche mit 16 Bauteilen verbaut, die zum einen für eine lineare Klangwiedergabe sorgen soll aber sich auch durch langlebige Bauteile und einen Selbstschutz vor zu starker Last auszeichnet.

Die verbauten Chassies setzen ebenfalls Maßstäbe. Verbaut sind ein 11,5 cm-Chassis mit Polypropylenmembran für die Mitten und Tiefen, sowie eine 19 Millimeter Seidenkalotte für die Wiedergabe der Höhen. Das System ist als Bassreflexbox aufgebaut und besitz ein rückwertiges Reflexrohr was für eine zusätzliche Verstärkung der Tiefen beiträgt. Zudem gibt es auf der Rückseite einen Kippschalter für die Höhen, entweder brillant oder linear.

Die Anschlussterminals mit Schraubklemmen sind ausreichend groß dimensioniert, sodass auch Kabel mit großem Querschnitt angeschlossen werden können. Auch Bananenstecker werden problemlos aufgenommen.

Standfüße
Zusätzlich für die nuBox 101 gibt es optional passende Standfüße. Die nuBase 38 eignen sich hervorragend für eine Aufstellung auf dem Schreibtisch, denn mit ihrer 11° Neigung verbessert sich der Abstrahlwinkel der Lautsprecher, sodass der Schall direkt auf das Ohr gerichtet ist und nicht wie sonst auf den Körper. Dies verbessert die Klangwiedergabe merklich und sollte bei einer Verwendung auf dem Schreibtisch unbedingt mitbestellt werden. Die Standfüße eigenen sich selbstverständlich auch für Lautsprecher anderer Hersteller und sind universell einsetzbar.

Wie die Qualität der Boxen sind auch die Ständer tadellos verarbeitet. Die Standfläche ist mit vier Filzgleitern beklebt, sodass die Unterseite der Box nicht auf dem Metall zerkratzt. Zusätzlich sind unten zwei Filzgleiter sowie eine Schaumstofffolie angebracht, die einen sichern Stand gewährleisten und die Tischoberfläche schonen.

Klang
Der Klang der nuBox 101 ist erstaunlicher Weise, gemessen an seiner Größe, kultiviert und erwachsen. Sicherlich nicht vergleichbar mit einer großen Standbox, aber für seine Verhältnisse und sein Volumen klingt er schon recht groß. Gerade auch bei geringen Lautstärken am Schreibtisch liefert die Box ein Klangspektrum, dass auch hohen Ansprüchen genügt.

Der Klang zeichnet sich durch ein solides Bassfundament, welches allerdings begrenzt ist, und einen stark präsenten Mittenbereich aus. Die Bassbegrenzung merkt man auch schnell, wenn man an seinem Verstärker den Bassregler anhebt. Denn dies hat so gut wie keine Wirkung auf die nahezu perfekt linear abgestimmten Nubert Lautsprecher. Die Höhen lassen sich, wie bereits oben erwähn, per Kippschalter ändern, klingen für mich auf der linear-Stellung aber am Besten. In der Stellung brillant wirken die Höhen teils überspitzt, was sich vor allem auch in hohen Lautstärken bemerkbar macht. Die nuBox 101 schafft es, im Nahfeldbereich eine präsente Bühne mit viel Feindynamik aufzubauen. Wer mehr Leistung im Bass Bereich benötigt, dem empfiehlt sich sicherlich auch noch der optionale Subwoofer  nuBox AW-441.

Die nuBox 101 bietet erstaunliche Klangreserven und ist auch noch bei hohen Lautstärken pegelfest und bleibt seiner Spur treu. Die Frequenzweiche sorgt für eine sehr saubere Klangdifferenzierung und sorgt auch noch bei hohen Lautstärken für eine unverzerrte Klangwiedergabe. Für den Schreibtisch ist die vorhandene Leistung mehr als ausreichend, außer man legt Wert auf einen Hörschaden. Auch als Regallautsprecher für kleinere Räume eignet sich die kleinste nuBox hervorragend.

Als Verstärker, gerade im Bereich Schreibtisch, empfiehlt sich unser erst kürzlich getesteter NuForce Icon-2. Er hat genug Leistungsreserven, um die nuBox 101 adäquat anzutreiben und sie mit Leben zu füllen. Als Vergleich haben wir noch mit dem NAD C 326BEE getestet. Dieser hat noch ein wenig mehr Potenzial heraus geholt und die Box konnte an Volumen, gerade in den Tiefen, noch etwas dazu gewinnen. Zudem klang sie etwas dynamischer und noch differenzierter.

Fazit
Die nuBox 101 ist der potente Kraftprotz für den Schreibtisch und eine Bereicherung für jeden Musikliebhaber, der auch gerne fernab von seiner teuren Stereoanlage am Schreibtisch guten Sound genießen will. Mit der nuBox 101 ist man hier sehr gut beraten. Sie bietet für einen geringen Paarpreis von gerade einmal 258 Euro ein nahezu lineares Klangbild aufs Ohr und der Bass ist auch nicht zu verachten. Wer in der Nähe ist, sollte vielleicht einmal in Schwäbisch Gmünd vorbeischauen und die Lautsprecher zur Probe hören oder sich die Teile einfach mal nach Hause bestellen und in den eigene vier Wänden probehören. Den Rückversand kann man sich nach meiner Auffassung sparen.

Wertung

Galerie

Weblinks

Testequipment

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