Sonos Play:5 – 2. Generation im Test

1271
0
Share:

Kann man etwas sehr gutes noch besser machen? Ja. Das beweist der Multiroom und Wirelss Audio Spezialist Sonos mit der 2. Generation des Play:5 bzw. ehemals auch Sonos ZonePlayer S5 genannt. Der seit 2009 gebaute Lautsprecher ist zwar immer noch ein großartiger Lautsprecher, aber der Sonos Play:5 2015 legt noch eine Schippe drauf, zumindest was den Klang angeht. Auch die Optik finde ich ansprechender, aber das ist ja immer auch Geschmackssache.

Ansonsten muss man sagen, dass Sonos dank der Software Updates auch ältere Geräte immer aktuell hält und alle neueren Funktionen, Streaming Dienste, etc. verfügbar sind. Auch das kurz vor Veröffentlichung des neuen Play:5 verfügbare Trueplay ist auf allen älteren Geräten, auch Play:3 und Play:1, verfügbar. Bei Trueplay handelt es sich um die Kalibrierung des Lautsprechers an euren Raum. Im Prinzip geht das ganz einfach. Der Lautsprecher entsendet einen Testton, während ihr mit eurem iPhone, iPad, etc. durch den Raum lauft. Das Mikrofon eures Gerätes nimmt den Ton auf und analysiert mithilfe der Messdaten eure Raumeigenschaften und passt den Lautsprecher automatisch darauf an, um das beste Klangbild zu erzielen. Im Prinzip für den Anwender eine leichte Einrichtung mit maximalem Nutzen. Das ist auch kein Voodoo, sondern eine wirkliche Verbesserung. Denn je nach Aufstellung des Lautsprechers kann sich das Klangbild ändern. Dies könnt ihr auch ganz einfach testen, indem ihr bspw. einen Lautsprecher dicht an eine Wand stellt oder in den Raum. Am Wand wird der Ton deutlich dumpfer und Tiefton lastiger sein, als frei im Raum. Dies gleicht Trueplay bspw. aus und noch mehr.

Damit zeigt Sonos, dass man nicht nur einen guten Lautsprecher erwirbt, sondern sich auch darauf verlassen kann, dass man in, am Beispiel des Play:5 der 1. Generation, in 6 Jahren immer noch ein aktuelles Produkt hat. Das bekommen nur wenige Hersteller hin und dies ist auch ein Grund, warum ich Sonos so liebe.

Doch kommen wir nun zum Sonos Play:5 der 2. Generation. Was ist neu? Bis auf die bekannte Sonos Controller Anwendung für die verschiedenen Endgeräte eigentlich alles. Sowohl das Design wurde grundlegend überarbeitet als auch das Innenleben, sprich die Technik.

Lieferumfang

  • Sonos PLAY:5
  • Stromkabel
  • Ethernet-Kabel
  • Schnellstartanleitung
  • rechtliche Informationen und Garantie

Die Auslieferung erfolgt in einem schön gestalteten Karton mit Tragegriff. Erstmals in meiner langen Geschichte als Tester habe ich einen Karton gesehen, den man an den Seiten verriegeln kann. Der Lautsprecher selbst wir durch einen Schaumstoff geschützt und ist durch drei Lagen Folie geschützt.

Die Produkthighlights im Überblick (laut Hersteller)

  • Sechs speziell entwickelte Treiber mit jeweils eigenem Verstärker.
  • Trueplay Tuning liefert einen perfekt auf den Raum abgestimmten, authentischen Sound.
  • Steuere all deine Musik und Streaming-Dienste mit einer einzigen App (auf deinem Smartphone, Tablet oder Computer).
  • Nutzt dein WLAN. Kann einfach installiert und im Laufe der Zeit ebenso einfach erweitert werden.

Anschlüsse

Physikalisch am Gerät befinden sich nur noch zwei Anschlüsse, ein Ethernet-Port mit 10/100 Mbps sowie ein 3,5-mm-Audioeingang. Hier wurde im Gegensatz zum Play:5 der ersten Generation ein Ethernet-Port sowie der digitale Klinkeneingang gespart. Im Prinzip aber auch in Ordnung, denn es handelt sich ja schließlich um einen drahtlosen Lautsprecher. Was mich allerdings wundert ist die Tatsache, dass der Lautsprecher nur die WLAN Standards 802.11b/g unterstützt sowie nur das 2,4 GHz Band.

2015-sonos-play-5-2-generation-test-imaedia-de-6

Bei mir hat es zwar anstandslos funktioniert, allerdings kann es, aufgrund von Interferenzen mit anderen Geräten, gerade in Mehrfamilienhäusern mit vielen WLANs, zu Funktionsstörungen kommen. Deshalb wäre an dieser Stelle die Unterstützung des 5 GHz Bandes wünschenswert gewesen. Wer Probleme hat müsste dann entweder aufs Kabel oder den Sonos Boost zurückgreifen, welcher ein eigenes Netzwerk , das SonosNet, für die Lautsprecher aufbaut.

Qualität: Material, Verarbeitung, Haptik

In einem Wort. Tadellos. Sonos ist ein Premiumprodukt und dies spürt auch mit allen Sinnen. Die Verarbeitung und Anmutung ist hervorragend. Selbst an eine intelligente und versenkbare Kabelführung wurde gedacht. Das Gehäuse ist in mattschwarz und mattweiß erhältlich. Das Gitter ist in beiden Varianten graphitfarben. Ich finde es positiv, das Sonos weiterhin den glossy Trend umgeht und seine Produkte in matten Farben, bis auf den Sub, anbietet. In meine Augen wirkt dies edler und zeitloser und ist zudem nicht so schmutzanfällig.

Neu ist auch die Feuchtigkeitsbeständigkeit, die die Funktion auch innerhalb von Nassräumen wie bspw. dem Badezimmer gewährleistet. Wobei ich mir ins Bad lieber den Play:1 stellen würde, welcher hierfür vollkommen ausreichend ist.

Einrichtung

Die Einrichtung des Lautsprechers ist gewohnt einfach. Nach Installation der Sonos Controller App auf eurem Gerät werdet ihr durch die Installation geführt, die in wenigen Minuten abgeschlossen ist. Anhand der Screenshots seht ihr den Einrichtungsprozess.

Bedienung und Wiedergabe

Die Bedienung erfolgt in großen Teilen über die Sonos Controller App, welche sehr intuitiv und selbsterklärend ist. Hier könnt ihr eure Musikdienste verwalten, den Lautsprecher konfigurieren oder bspw. Musikquellen wie euer NAS einrichten.

Auch direkt am Gerät gibt es neue berührungsempfindliche Tasten, welche auch Geesten erkennen. Die Musikwiedergabe kann gestoppt bzw. gestartet, ein Titel vor/zurück gewählt oder die Lautstärke reguliert werden. Die Steuerung hierüber funktioniert sehr einfach und präzise.

Sonos unterstützt nativ weder Bluetooth noch Apple AirPlay. Wollt ihr dies nutzen kann ein externes Gerät am 3,5-mm-Audioeingang angeschlossen werden.

2015-sonos-play-5-2-generation-test-imaedia-de-10

Technik und Erweiterungsmöglichkeiten

Wie bereits eingangs gesagt wurde das Innenleben deutlich überarbeitet. Sechs digitale Verstärker der Klasse D befeuern drei Hochtöner und drei Mitteltöner. Die klanglichen Eingeschalten wie Bass- und Höhenregler finden sich in der Sonos Controller App. Gerade auch die Loudness Funktion sorgt bei leisem Hören für ein deutliches Bassfundament, was man so nicht erwarten würde. Bei lautem Hören allerdings kann man die Funktion auch gerne ausschalten.

Erweitern lässt sich der Sonos Play:5 mit einem weiteren baugleichen Modell zu einem Stereopaar. Ebenso kann in Verbindung mit Playbar und Sub ein 5.1 Heimkino zusammengebaut werden, wenngleich ich die Play:5 als rückwärtige Lautsprecher etwas zu viel finde. Hier reichen auch die Play:1 oder Play:3, es sei denn man hat ein >50qm Heimkino. Aber für das durchschnittliche Wohnzimmer tut es auch eine Nummer kleiner.

Klang

Sonos beweist mit der neuen Generation Play:5, dass sich das lange warten auf einen Nachfolger gelohnt hat. Klanglich übertrumpft der Neue seinen Vorgänger deutlich. Ein Kräftiger Bass, auch bei leiser Wiedergabe, klare Mitten und somit deutliche Vocals und ein raumfüllender Klang zeichnen den Lautsprecher aus. Selbst der größte Raum im Haus lässt sich damit mühelos bespielen, und das, auch auf hoher Lautstärke ohne zu verzerren. Schließt man die Augen erwartet man durchaus eine große Standbox und ist verblüfft, wenn man diesen kompakten Lautsprecher vor Augen hat.

2015-sonos-play-5-2-generation-test-imaedia-de-7

Ebenso mangelt es dem Sonos Play:5 der zweiten Generation nicht an Feinauflösung und Dynamik, die im Gegensatz zum Vorgänger auch merklich besser geworden ist. Einzig der Stereoklang ist mit nur einem Lautsprecher natürlich schlechter, wenngleich er sehr weiträumig spielt. Im Zusammenspiel mit einem zweiten Play:5 als Stereopaar lässt sich aber noch deutlich mehr herauskitzeln bzw. das Klangbild hinsichtlich Ortbarkeit von Instrumenten etc. verbessern.

Nicht zu vergessen ist Trueplay, welches je nach Aufstellungsort für eine spürbare Verbesserung gesorgt hat. Kritische Situationen sind bspw. eine wandnahe Aufstellung im Regal, welche für eine Verfälschung des original Klangbildes sorgt. Dank Trueplay wird dieser „Nachteil“ allerdings gekonnt korrigiert, womit auch die Frage nach der richtigen Aufstellung obsolet wird.

Fazit

Lange Rede kurzer Sinn. Der Sonos Play:5 in der 2. Generation hat uns durchweg positiv gefallen. Das Sonos Multiroom, Wireless und guten Klang kann, haben sie bereits vielfach bewiesen und dennoch haben sie es geschafft sich mit dem Play:5 2015 noch einmal selbst zu übertreffen.

Share:

Leave a reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.