Test | Dell UltraSharp U2412M – Büromonitor der Extraklasse

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Auf der Suche nach einem neuen Monitor, der zum einen für Office Arbeiten dienen sollte zum anderen für Grafikarbeiten dienen sollte, habe ich die letzten Tage drei verscheide Monitore von Dell, LG und ViewSonic getestet. Nachdem wir die Tage schon über den ViewSonic VP2365-LED berichtet hatten, widmen wir uns heute dem Dell UltraSharp U2412M, einem 24 Zoll Allrounder, jedoch mit Fokus eher auf den 9to5 Office Einsatz. Zum Glück konnten wir diesen Monitor ein wenig länger behalten, sodass wir unsere subjektiven Wahrnehmungen auch mit Messdaten unterlegen können.

Hier zunächst einmal die technischen Eckdaten des Monitors:

  • Sichtbare Bildschirmdiagonale : 61cm(24“)
  • Seitenverhältnis : 16:10
  • Bildschirmtyp : IPS
  • Optimale Auflösung : 1.920 × 1200 bei 60 Hz
  • Kontrastverhältnis : 1.000:1 (Standard)
  • Helligkeit : 300 cd/m2 (Standard)
  • Reaktionszeit : 8 ms Bildschirmstandard
  • Betrachtungswinkel : (178° vertikal/178° horizontal)
  • Farbunterstützung : 16,7 Millionen Farben
  • Standard Garantie : Dieser Monitor beinhaltet 3 Jahre Austausch-Service

In der Praxis
Auch im Test konnte der UltraSharp U2412M durchaus überzeugen, auch wenn er eher im Bereich des Office anzusiedeln ist und weniger für anspruchsvolle Bildbearbeitung geeignet ist. Auch er besitzt zwei aktuelle Schlüsseltechnologien, die ihm zu einem guten Monitor machen.

Durch das IPS Panel ist es möglich, das Bild von fast 180° Blickwinkel ohne Verfälschung zu betrachten. Wer schon einmal bei seinem 100 Euro Monitor seitlich drauf geblickt hat wird feststellen, dass die Farben hier sehr schnell verfälscht werden. Zudem können IPS Panels einen wesentlich größeren Farbraum darstellen und eigenen sich somit besonders gut für Grafiker. Allerdings arbeitet der Dell intern nur mit6 Bit, sodass hier ein deutlich reduzierter Farbraum zu erwarten ist und auch gemessen wurde. Dell selbst gibt die Farbabdeckung, ich denke mal bezogen auf den sRGB Raum nur mit 82% an, was allerdings dem Standard entspricht.

Rot: Dell; Grün: sRGB; Violett: AdobeRGB

Die LED Technik ermöglicht eine wesentlich hellere Darstellung und das bei niedrigerem Energieverbrauch. Zudem kann der Kontrast durch eine höhere Lichtausbeute verbessert werden. Hier hatten IPS Panels noch vor kurzer Zeit bauartbedingt mit Kathodenbeleuchtung arg zu kämpfen, um mit den TN Kollegen aufzuschließen. Neben diesen positiven Bildeigenschaften sorgt die LED Technologie zudem noch für einen Platzvorteil, da diese Technik weniger Platz im Gehäuse benötigt und so schmalere Monitore möglich sind.

Durch die Monitorkalibrierung mit dem Spyder 3 Elite habe ich allerdings ein sehr gutes Bildergebnis erzielt, mit dem sich gut arbeiten lässt. In der Ausganskonfiguration hat der Monitor ein etwas kühleres und blaustichiges Bild gehabt. Jetzt ist das Bild sehr gut und auch die Weißdarstellung ist nach meinem Empfinden recht gut.

Man kann also sehr gut und Ermüdungsfrei den ganzen Tag auf den Monitor schauen. Auch gerade die erweiterte Höhe von 120px (1080px auf 1200px) scheinen zunächst nicht viel, machen aber doch einen entscheidenden Unterschied aus. Wer ständig mehrere Fenster offen hat und diese parallel auf seinem Monitor anordnet, wird schnell den extra Platz zu schätzen wissen. Auch die Ablesbarkeit des Displays bei sehr starker Sonneneinstrahlung ist hervorragend und das mit Abstand beste, was ich bisher gesehen habe. Allerdings geht das auch etwas zu Lasten der Bildqualität, denn man sieht die Beschichtung sehr deutlich und sie verursacht einen leichten Schleier auf dem Bildschirm.

Die Herstellerangaben bezüglich Kontrast und Helligkeit kann ich insoweit auch bestätigen. Gemessen für die maximale Helligkeit habe ich 334,7 cd / m2 und einen Kontrast bei maximaler Helligkeit von 720:1. Auch die Ausleuchtung des Displays sehr homogen. Bei maximaler Helligkeit schlägt der Bereich oben links lediglich mit einer von 11% zum hellsten Punkt zu Buche, während alle anderen Werte unter 10% liegen. Bei nur 50% Helligkeit zeigt sich jedoch eine etwas schlechtere Verteilung  die aber auch primär auf der linken Seite zu finden ist mit Abweichungen zwischen 14-19%, was jedoch aber auch die größte Abweichung ist. Alle Messwerte können hier entnommen werden. Lediglich eine etwas stärkere Abweichung im sRGB Farbraum kosten wir messen. Hier konnten wir nur eine Abdeckung von rund 61% erreichen, obwohl jedoch 82% angeben waren. Allerdings trübt das nicht den subjektiven Gesamteindruck.

Die Bedienung des Monitors erfolgt über 4 seitliche Tasten, die jedoch nicht beschriftet sind, was mich anfangs verwundert hatte. Drückt man jedoch auf eine erscheint das Menü und eine Zuordnung der Tasten. Übers Menü lassen sich übliche Farbeistellungen wie Kontrast und Helligkeit vornehmen, aber bspw. auch die Farbtemperatur einstellen.

Auch von den ergonomischen Gesichtspunkten her kann der Monitor sehr überzeugen. Der Fuß lässt sich sowohl in Höhe (11,5cm) als auch Neigung verstellen (4° nach vorne, 21° nach hinten), um jeweils 45° nach rechts und links drehen und der Monitor lässt sich auch einmal um 180° schwenken. Hier sollte jeder eine optimale Position für sich finden. Zusätzlich befindet sich hinten auch noch eine Kabelführung, sodass auch die Ordnung auf dem Schreibtisch gewahrt bleibt.

Die Anschlussvielfalt ist ebenfalls gegeben, doch auch leider hier wird auf einen HDMI Eingang verzichtet. Dafür ist ein USB HUB integriert, bei dem zwei Anschlüsse auch seitlich ausgeführt sind, sodass man einen leichten Zugriff hierauf hat.

Fazit
Insgesamt ist der Dell UltraSharp U2412M ein solider und angenehmer Monitor. Er ist ein wahres Arbeitstier im Büro, denn man kann an ihm lange und ermüdungsfrei arbeiten und hat er hat mit der erweiterten Auflösung viel Platz zum Arbeiten. Auch für Programmierer, die sich durch viel Quellcode hangeln, sehr gut. Für Grafik ist der Monitor an sich nicht zu empfehlen, da die Farbdarstellung rein messtechnisch nicht so gut abgedeckt ist. Hier empfiehlt sich sicherlich eher der Dell UltraSharp U2410 mit PremierColor-Technologie. Im Gesamteindruck würde ich dem Monitor auf jeden Fall mit gut bewerten, auch wenn er jetzt nicht meinem absoluten ideal entspricht, da ich als Hobbyfotograf schon etwas mehr wert auf die Farbwiedergabe lege. Denn oft habe ich dies schon schmerzlich im Ausdruck erfahren müssen, dass bearbeitetes Bild und Ausdruck strak voneinander abwichen.

Hinweis: Die Bilder sind leider etwas rauschig geworden, da ich vergessen hatte den ISO Wert nach meiner gestrigen Nachtaufnahme wieder zurück zu stellen. Das ist mir allerding erst nach dem Shooting aufgefallen. Aber das Wesentliche erkennt man hoffentlich.

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2 comments

  1. Denis Rollerkof 23 April, 2012 at 10:52 Reply

    Leider ist das mit dem ermüdungsfreien Arbeiten leicht dahergesagt. Gerade dieser Monitor zeigt ein ausgeprägtes Flimmern des LED-Backlights durch die zu niedrige Frequenz der PCM-Backlight-Modulation. Obwohl sicher am Rande der Sichtbarkeit, klagen doch eine Reihe unser Mitarbeiter über erhöhte Augenbelastungen und Kopfschmerzen, seit wir diese Monitore eingeführt haben. Dieser Aspekt moderner LED-Montore wird noch viel zu sehr unterschätzt.

  2. Camillo Pfeil 24 April, 2012 at 10:25 Reply

    @Denis
    Ich habe es halt nach meinem Empfinden beurteilt. Aber danke für den Hinweis. Was wäre denn deine Empfehlung für einen guten POffice Monitor? Denn könnte ich den ja ggf. auch mal vorstellen hier.

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