Test | LG IPS235 Grafikmonitor – sRGB zum fairen Preis

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Auf der Suche nach einem neuen Monitor, der zum einen für Office Arbeiten dienen sollte zum anderen für Grafikarbeiten dienen sollte, habe ich die letzten Tage drei verscheide Monitore von Dell, LG und ViewSonic getestet. Nachdem wir die Tage schon über den ViewSonic VP2365-LED und Dell UltraSharp U2412M, berichtet hatten, widmen wir uns heute dem 23 Zoll IPS Monitor LG IPS235, der vor Allem auch für Preis/Leistung- und Multimediafans interessant sein dürfte. Zum Glück konnten wir diesen Monitor ein wenig länger behalten, sodass wir unsere subjektiven Wahrnehmungen auch mit Messdaten unterlegen können.

Hier zunächst einmal die technischen Eckdaten des Monitors:

  • Full HD Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel)
  • S-IPS Panel
  • 6 Achsen Farbkontrolle
  • LED Backlight
  • HDMI und DVI-D Eingang mit HDCP-Kopierschutzunterstützung
  • Super Energy Saving

In der Praxis
Im Test konnte auch der LG IPS235 überzeugen. Zu seinen Stärken zählen unter Anderem die sehr gute Farbabdeckung im sRGB Raum sowie sein günstiger Marktpreis von aktuell um die 170 Euro. Etwas im Schatten bleibt dabei die schlechte Ergonomie sowie eine recht inhomogene Ausleuchtung. Auch er besitzt zwei aktuelle Schlüsseltechnologien, die ihm zu einem guten Monitor machen.

Durch das IPS Panel ist es möglich, das Bild von fast 180° Blickwinkel ohne Verfälschung zu betrachten. Wer schon einmal bei seinem 100 Euro Monitor seitlich drauf geblickt hat wird feststellen, dass die Farben hier sehr schnell verfälscht werden. Zudem können IPS Panels einen wesentlich größeren Farbraum darstellen und eigenen sich somit besonders gut für Grafiker und Hobbyfotografen wie mich. Auch die Messwerte sprechen für sich und der sRGB Raum wurde zu 99% abgedeckt.

grün: sRGB; rot: LG IPS235

Die LED Technik ermöglicht eine wesentlich hellere Darstellung und das bei niedrigerem Energieverbrauch. Zudem kann der Kontrast durch eine höhere Lichtausbeute verbessert werden. Hier hatten IPS Panels noch vor kurzer Zeit bauartbedingt mit Kathodenbeleuchtung arg zu kämpfen, um mit den TN Kollegen aufzuschließen. Neben diesen positiven Bildeigenschaften sorgt die LED Technologie zudem noch für einen Platzvorteil, da diese Technik weniger Platz im Gehäuse benötigt und so schmalere Monitore möglich sind.

Auch die Werkskonfiguration des Monitors konnte schon sehr überzeugen und hatte eine sehr gute Farbdarstellung. Dennoch habe ich auch hier den Syder3Elite mal wieder bemüht, jedoch wurde hier nur eine geringfügige Anpassung am Gammawert vorgenommen und eine kleine Rotkorrektur. Alles in Allem bin ich sehr zufrieden, was die Farbdarstellung betrifft.

Die Herstellerangaben bezüglich Kontrast und Helligkeit kann ich insoweit auch bestätigen. Gemessen für die maximale Helligkeit habe ich 255,5 cd / m2 und einen maximalen Kontrast von 680:1. Messtechnisch zu bemängeln ist hier lediglich die innhomogene Ausleuchtung. Oben rechts und links in der Ecke sind im Dunkeln Lichtkegel zu erkennen. Dies zeigt auch die Messung, die in diesen Bereichen eine Abweichung zum hellsten Punkt von knapp 20% hat. Auch mittig links und rechts zeigt sich noch ein ähnliches Bild mit einer Abweichung von über 10%. Im Gegensatz dazu haben wir unten Links den absolut hellsten Punkt. Doch was sagt uns das in der Praxis. Bei der Arbeit am Monitor fällt diese Inhomogenität eigentlich kaum bis gar nicht auf. Lediglich im Dunkeln bei der Bearbeitung eines sehr dunklen oder hellen Bildes sind diese Unterschiede zu sehen. Bei der normalen Arbeit jedoch ist mir diese nicht wirklich aufgefallen. Insgesamt bestätigt sich hier also nochmal der bis dahin positive Eindruck des Bildes.

Luminanz Homogenität für Helligkeitsstufe 50%

Neutral gesehen ist die Anschlussvielfalt am Monitor. Hier haben wir HDMI, DVI-D (mit HDCP), 15 pol. D-SUB. Einem Mac User fehlt hier natürlich ein Display Port. Dafür gibt es aber einen HDMI Eingang, sodass man auch mal seine Spielekonsole an den Monitor anschließe kann. Aber auch ganz nett finde ich, wie in den Modellen von ViewSonic und Dell auch immer ein integrierter USB Hub, denn dies reduziert ein zusätzliches Gerät auf dem Schreibtisch und spart somit Platz.

Kommen wir nun zu den Schattenseiten des Monitors. Dies ist zweifelsohne die Ergonomie. Ein wackliger Standfuß, nicht höhenverstellbar, nicht drehbar, schwergängige Neigung (aufgrund des wackeligen Standfußes) werten das bis dahin positive Gesamtbild merklich ab. Hier hatten die anderen Kandidaten deutlich mehr zu bieten, natürlich aber auch zu einem höheren Preis. Auch das Menü lässt sich recht schwer Bedienen. Die Knöpfe sind an der Unterseite des Monitors angeordnet, was meinem Empfinden nach schon unglücklich gelöst ist. Drückt man die Tasten nun, beginnt der Monitor, aufgrund des mangelhaften Standfußes, an zu wippen.

Fazit
Für rund 170 Euro bekommen Hobbyfotografen und Grafiker bei LG einen sehr gut vorkalibrierten Monitor, der den sRGB Farbraum nahezu komplett abdeckt. So können auch Einsteiger ohne zusätzliche eigene Kalibrierung direkt loslegen. Abstriche muss man hier nur bei der Ergonomie machen, die leider recht schlecht ist. Aber dennoch ist der LG IPS235 ein echter Geheimtipp und sollte bei der Kaufentscheidung auf keinen Fall vernachlässigt werden. Denn wer auf Ergonomie nicht so viel Wert legt oder sich das Teil an die Wand schrauben will, für den ist dieser Punkt zu vernachlässigen.

Ein Gesamtfazit der drei getesteten Monitore werde ich für diese Woche noch einmal aufbereiten.

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3 comments

  1. Hinnerk 5 April, 2012 at 14:53 Reply

    Was ich bei allen Monitor-Tests, ganz besonders aber bei Geräten mit IPS-Panelen schmerzlich vermisse ist eine Beurteilung des Monitors hinsichtlich Office-Anwendungen (Word, Excel, Powerpoint). Da Monitore im Format 16:10 am Markt rar geworden sind und im Vergleich zu den 16:9 „Gamer“-Geräten unverhältnismäßig teuer sind, möchte ich mir einen dieser 16:9 Monitore zulegen. Nun wird in Kundenrezensionen z.B. bei Amazon hin und wieder von schlechter und pixeligen Schrift bei Office- Anwendungen berichtet. Bei Geräten mit IPS- Panel widerum stört anscheinend häufig das typische IPS-Glitzern bei z.B. Word (Schrift auf weißem Hintergrund.

    Da ich mich nun sehr für den IPS 235 von LG interessiere würde ich mich freuen, wenn zu diesem Punkt noch ein kleiner Nachtrag erfolgen würde. Vielleicht ein kleiner Hinweis hier im Kommentarbereich?

    LG
    Hinnerk

  2. Dominik 9 April, 2012 at 03:49 Reply

    Hallo Hinnerk,

    ich nenne diesen Monitor nun seit einigen Wochen mein eigen und kann ihn Dir für Office-Anwendungen sehr ans Herz legen. Der Monitor besitzt eine Schärfeeinstellung (von 0-10), die eine zu pixelige Darstellung sehr effektiv unterbinden kann. Ich fand z.B. eine Einstellung von 5 angenehm. Man kann damit weichere Bilder, wie man sie vielleicht noch von alten Röhrenmonitoren her kennt, erreichen.

    Außerdem besitzt der Monitor mit ca. 96 dpi eine für den Desktopbereich durchaus hohe Auflösung, so dass Bilder allgemein weniger pixelig erscheinen als es bei größeren Monitoren mit der selben Pixelanzahl der Fall wäre.

    LG
    Dominik

  3. Camillo Pfeil 12 April, 2012 at 12:26 Reply

    Hallo Hinnerk,
    leider habe ich den Monitor nicht mehr hier, sosnt hätte ich noch einmal genau geschaut. Aber ich habe ihn auch ganz normal zum Schreiben genutzt und er ist mir nicht unangenhem aufgefallen. MIt dem Monitor kannst du nichts falsch machen.

    LG,
    Camillo

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