Test | SEG 32″ LED BLU-TV Michigan im Test

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Wenn man mit dem Gedanken spielt einen neuen Fernseher zu kaufen stehen meist Topmarken wie Panasonic, Philips, Sony, Samsung oder Toshiba zur Auswahl. In den großen Multimediamärkten finden sich meist auch nur diese Produkte wider. Doch wer denkt noch an den deutschen Hersteller Schmidt Electronics? Durchstöbert man einmal das Internet findet man auch kaum oder gar keine Testberichte zu den verschiedenen Fernsehmodellen. Liegt es etwa an der Qualität der Geräte, einem mangelnden Marketing oder sonstigen Gründen, dass die Firma Schmidt Electronics nicht so präsent am Markt ist? Mit diesen Gedanken haben wir uns einmal an den Test gemacht und das LED Blu-TV Spitzenmodell Michigan genauer unter die Lupe genommen. Dieser wird zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von Euro 849 vertrieben.

Hauptmerkmale des Fernsehers

  • Full HD LED BLU-TV 81cm Bildschirmdiagonale (32″)
  • Quad-Tuner (DVB-T, DVB-S/S2, DVB-C & Analog)
  • HD-Empfang über DVB-S2 und DVB-C
  • CI+ Slot
  • Hotel Mode
  • USB-Anschluss (Wiedergabe)
  • Sensor Touch Bedienung an Gerätefront
  • BlackBrilliance Hochglanzlackierung
  • Drehbarer Bildschirm

Frist Look
Auf den ersten Blick macht der Michigan eine gute Figur. Schlicht und elegant in schwarzem Hochglanz kommt er daher. Zeitgemäß ist lediglich nicht mehr der dicke Rahmen des Fernsehers, der ihn wuchtiger erschienen lässt als das Bild in Wirklichkeit ist.

Die Montage des Standfußes, der ebenfalls drehbar ist, gestaltete sich auch als sehr leicht. Jedoch ist die Qualität des Standfußes nicht ganz überzeugend. Er knarzt an allen Ecken und wirkt sehr instabil. Für den Preis unverständlich. Im vergleich dazu ein Samsung LED TV für rund Euro 500 hat eine massive Glasplatte mit Metall verstärkt, sodass der Fernseher auch wirklich stabil steht. Kommt man hier mal ausersehen dagegen, gerät der ganze Fernseher schon ins schwanken.

Wir gehen also mit gemischten Gefühlen weiter und schauen uns den Fernseher im Detail an.

Im Detail
Auch hier müssen wir direkt Abstriche machen, die bei dem Kaufpreis unverständlich sind. Die Anschlusskontakte sind nicht vergoldet. Ansonsten ist die Verarbeitung des Michigan jedoch sehr gut und auf einem hohen Niveau. Keine klaffenden Spaltmaße oder Verarbeitungsmängel konnten wir feststellen.

Die Anschlüsse sind zudem gut zugänglich und können leicht erreicht werden. Jedoch ist es mir ein Rätsel, wer sich einfallen lassen hat, die Anschlüsse für das Antennenkabel seitlich zu platzieren. Diese  gehören normalerweis auf die Rückseite, sodass man das Kabel auch gut verstecken kann. So ist das Antennenkabel leider immer im direkt sichtbaren Bereich. Hier sollte im Design nachgebessert werden.

Auffällig bei den Anschlüssen ist noch, dass kein LAN Anschluss vorhanden ist, somit im Umkehrschluss also auch keine Onlinemultimediadienste angeboten werden können. Für diese Preisklasse eigentlich ein unverzichtbares Feature und ein weiterer Minuspunkt auf unserer Liste.

Es sei noch einmal dazu gesagt, dass wir immer auch den Preis berücksichtigen. Bei einem Euro 300 Gerät wäre das alles kein Problem. Aber SEG sollte sich bei der Konkurrenz nicht nur die Preise abschauen, sondern auch was man dafür geboten bekommt.

Zwischenfazit: Eher enttäuschend.

Fernbedienung
Auch die Fernbedienung reiht sich in die Galerie der Tadel ein. Ergonomie: Fehlanzeige. Design: Lieblos. Druckpunkt: Schwammig. Reaktionszeit: *Schnarch*. Das war eine absolute Nullnummer. Zudem ist der Aktionsradius auch sehr eng gesteckt. Im Bereich von 10° kann man mit der Fernbedienung agieren, dann hört es aber auch auf. Im Vergleich dazu mein Panasonic, den ich sicherlich noch im Bereich von 70° bedienen kann.

Zwischenfazit: Testabbruch?

Bild/Ton
Eins Vorweg: Die Einschaltzeit beträgt selbst im Stand-By knappe zehn Sekunden. Was jetzt noch überzeugen könnte sind Ton und Bild, die ja den essentiellen Kern eines TV Gerätes darstellen. Doch auch hier sucht man vergeblich nach Sonnenschein, zumindest in Verbindung mit dem eingebauten Tuner. Die Farben sind stark überzeichnet und klare Glanzlichter sind zu sehen. Das Bild ist vollkommen unnatürlich und künstlich. Selbst bei HD Sendungen tritt eine deutliche Körnung auf, die so nicht akzeptabel ist. Zudem hat das Bild eine geringe Detailzeichnung und eine sehr grobe Struktur. Einen richtigen Schwarzwert gibt es auch nicht. Dieser stellt sich eher als ein verwaschenes Blau dar. Positive hervorzuheben wäre lediglich die recht gleichmäßige Lichtverteilung. Das Bild bei angeschlossenem Blu-ray-Disc Player ist allerdings akzeptabel und besser. Lediglich bei schnellen Bildwechseln sind schlieren zu erkennen. Insgesamt wirft das Bild jedoch mehr Schatten als Licht und enttäuscht.

Eine Steigerung ist jedoch nur noch der Ton, ebenfalls im negativen Sinne. Dieser Klingt blechern ohne jegliche Akzentuierung. Hier geht wirklich noch der letzte Fernsehgenuss baden. Solch minderwertig verbaute Lautsprecher, in einem Euro 849 Gerät sind mir noch nie untergekommen. Mir ist sehrwohl bewusst, dass der Ton von den heutigen Fernsehgeräten nicht sehr gut, aber dies übertrifft wirklich alles.

Zwischenfazit: Finger weg!

Multimedia
Auch wenn ich eigentlich schon genug gesehen hatte, wollte ich mir dieses „Schmankerl“ nicht noch entgehen lassen und habe eine Fotoshow gestartet. Die Krönung des Ganzen sind hier ruckelnde Überblendungen zwischen den einzelnen Bildern. Ich hab genug! Fernseher aus und wieder zurück in die Verpackung.

Fazit
Schmidt Electronics präsentiert mit dem Michigan sein Flaggschiff der LED TV Reihe, welches bei anderen Herstellern gerade mal an Low Budget Variante durchgegangen wäre. Der Fernseher konnte keine Trümpfe ausspielen und konnte uns zu keinem Zeitpunkt wirklich vom Hocker reißen. Bild, Ton, Bedienung und Leistungsumfang sind auf einem schlechten Niveau. Schon alleine die Fernbedienung dürfte dem geneigten Zapper schnell zur Weißglut bringen. Euro 849 hierfür zu verlangen grenzt schon fast an Hochmut, denn diese sind bei Weitem nicht gerechtfertigt. Anzusiedeln ist dieser Fernseher in Regionen um Euro 300. Allerdings würde ich auch hier lieber zu einem ausgereiften Samsung Modell greifen, dass eventuell nicht die Hohe Auflösung bietet, dafür aber mit einem sauberen Bild überzeugt.

Nun kann ich auch verstehen, warum diese Geräte niemand testet, denn der Frust ist groß.

Wertung

 

Weblinks

  • SEG Michigan
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