Kritik | I Am – Du hast die Kraft, die Welt zu verändern! – mit Marc Ian Barasch, Coleman Barks

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Das Leben des erfolgsverwöhnten Hollywood-Regisseurs Tom Shadyac („Chuck & Larry“, „Bruce Allmächtig“) ändert sich schlagartig nach einem lebensgefährlichen Unfall. Statt wie bisher nach Erfolg und Ruhm zu streben, beschäftigen ihn jetzt zwei grundlegende Fragen: „Was stimmt mit unserer Welt nicht?“ und „Was können wir verändern?“ Shadyac philosophiert mit brillanten Köpfen wie Bischof Desmond Tutu, Physikerin Lynn McTaggert und anderen populären Denkern und Machern. Er fasst die gewonnenen Erkenntnisse bewegend und humorvoll zusammen. Doch am Ende seiner Expedition findet er nicht DIE Antwort, sondern neue Denkanstöße: „Was ist, wenn wir die Lösung für die Probleme unserer Welt schon die ganze Zeit direkt vor uns haben?“

Linda meint

„Auf einem fahrenden Zug kann man nicht neutral sein“. Das ist eine der letzten Aussagen Tom Shadyacs in seinem Film „I Am“. Und sie regt, wie viele zuvor in der Dokumentation, zum Nachdenken an. Aber sie bietet zugleich auch keine richtige Antwort, keine Lösung. Der gesamte Film hinterlässt ein gigantisches Fragezeichen im Kopf des Zuschauers.

Das ist zwar nicht verkehrt, aber damit erreicht Tom Shadyac auch nur das, was viele andere Regisseure vor ihm bereits geschafft haben: Er weist hin, deckt auf, ermutigt zum Aufruhr. Aber gehe ich nach „I Am“ auf die Straße, lasse mein normales Leben hinter mir und beginne gegen alle Gesetze und Regeln zu revoltieren? Wohl kaum. „I Am“ erzählt nichts Neues. Dennoch berichtet der Film auf interessante, auch amüsante Art und ist zumindest einen Blick wert.

Denn Tom Shadyac hat für seine Arbeit mit Wissenschaftlern und Geistlichen gesprochen. Und mit seinem Vater, der ein beeindruckender Mann war. Er lässt Leute zu Wort kommen, die Charisma versprühen und was zu sagen haben. Und er listet jede Menge Fakten auf, die unsere Welt und unser Dasein zusammenhalten. Immer wieder erwischt man sich dabei, wie die Gedanken abschweifen oder man feststellt „Das habe ich mich auch schon gefragt“. Doch letztlich bleibt „I AM“ ein Denkanstoß. Einer, den man sich ansehen kann, aber nicht muss.

Fazit

Ich bin. Ja, was bin ich eigentlich? Auf diese Frage weiß niemand so recht eine Antwort. Auch Tom Shadyac nicht. Aber er hat zumindest eine Ahnung, nachdem er zwischen Himmel und Hölle schon so ziemlich alles mitgenommen hat. Er hat begriffen, dass es keine materiellen Dinge sind, die glücklich machen. Das ist zwar keine neue Erkenntnis, aber „I Am“ verpackt sie dennoch recht unterhaltsam.

Wertung

7/10

„I Am“ erscheint am 21.02.2013 auf DVD und Blu-ray.

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