Lenovo ThinkPad 8 – Das 8,3” Business-Tablet von Lenovo im Test

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Besser später und gut, als nie …

Genau das muss sich Lenovo bei der Entwicklung ihres ersten 8 Zoll Business Tablets ThinkPad 8 mit Microsoft Windows 8.1 gedacht haben.

Das Anfang 2014 veröffentlichte Tablet protzt nicht nur mit herausragenden technischen Spezifikationen, sondern punktet dabei auch mit der ThinkPad-Serie typischen Top-Verarbeitung.

Wo nun die Vor- und Nachteile bei diesem Gerät liegen und womit es sich von Markt abhebt erläutere ich euch nun im ausführlichen Test.

Technische Daten

Ausgerüstet zum Launch-Termin erstes Tablet am Markt mit dem Intel Bay Trail Z3770 (4x 1,46Ghz) Prozessor, welcher gemäß des Herstellers bedeutend mehr Performance pro Watt liefern soll und satten 2GB Ram gepaart, lässt schon vorab eine extrem hohe Leistung vermuten. Und soviel vorab… in diesem Punkt Entäuscht das Gerät wahrlich nicht.

Wir haben das Modell 20BN000UGE zum Testen bei uns in der Redaktion gehabt, welches übrigens nicht ganz der vollen angebotenen Gerätekonfiguration entspricht. Anbei dementsprechend kurz die Ausstattungsliste:

  • CPU: Intel Atom Z3770, 4x 1.46GHz
  • RAM: 2GB
  • Festplatte: 64GB SSD
  • Grafik: Intel HD Graphics (IGP), Micro HDMI
  • Display: 8,3″, 1920×1200, Multi-Touch, glare, IPS
  • Anschlüsse: 1x USB 3.0 (Micro-USB)
  • Wireless: WLAN 802.11a/b/g/n, Bluetooth 4.0
  • Cardreader: microSDHC
  • Webcams:0 Megapixel (vorne), 8.0 Megapixel, AF, Blitz (hinten)
  • Betriebssystem: Windows 8.1 32bit
  • Akku: Li-Polymer, 8h Laufzeit (3,8V/21Wh / 5400mAh)
  • Abmessungen:8mm
  • Gewicht: 430g
  • Besonderheiten: Beschleunigungssensor, Kompass, Gyroskop

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Beschreibung

Nachdem ich das ThinkPad 8 aus seiner neutralen und transportsicheren Papp-Verpackung (Finde ich sehr Positiv – Wozu eine toll designte, bedruckte Verpackung die eh im Müll/Keller landet?) befreit hatte, bestätigte meine Erfahrung, was das Thema Verarbeitungsqualität und Materialauswahl bei den ThinkPad-Serien anging erneut. 430g verteilt auf die Geräteabmessungen von 224x132x8,8mm, minimalste akkurate Spaltmaße und eine wunderschöne matte Rückseite aus dunkel eloxiertem Aluminium. Endlich ein Tablet was sich auch äußerlich dem puristischen Business-Alltag stellt. Generell ist das ganze ThinkPad 8 in der „Farbe“ Schwarz gehalten worden und somit maximal tauglich für sämtliche, auch ernstere Business-geprägte Anlässe.

Auf der Display-Seite (Oberseite) des Tablets findet man am unteren Rand mittig die kapazitive (Touch) „WINDOWS“-Taste. Über dem WUXGA-IPS (1920×1200) Display untergebracht ist die wirklich gute 2-MegaPixel Webcam und der Lichtsensor.

Die Rückseite beherbergt die 8-Megapixel Kamera mit Auto Fokus und LED-Blitz. Wobei das Kamera-Modul sehr edel in einem metallenen Think-Pad-Roten Ring eingefasst wurde. Im unteren Bereich finden sich zwei wirklich überraschend gut klingende Stereo Lautsprecher.

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Natürlich darf auch die diagonal angebrachte ThinkPad Aufschrift nicht fehlen,… natürlich mitsamt dem leuchtenden I-Punkt, sobald das Device eingeschaltet ist.
Auf der Rechten Seite findet man den Ein-/Aus-Schalter, die Wippe für die Lautstärke und einen Micro USB 3.0 Anschluss.

Links findet sich hinter einer Blende der Micro-SD-Kartenslot (Bis 128 GB), der Micro-HDMI Anschluss, und bei den mit 4G-WWAN-Modul ausgestatteten Geräten müsste hier auch der SIM-Slot zu finden sein.

Unten am Gerät findet sich ein normaler 3,5mm Klinken-Anschluss. Und das war es auch schon, was es grob äußerlich über das Gerät zu beschreiben gibt.

Lieferumfang

Was den Lieferumfang betrifft werden sicherlich viele, und vor allem private Kunden enttäuscht sein. Denn dieser Beschränkt sich lediglich auf das Tablet, einer Kurzen Quick-Start Anleitung, einer MS Office 2013 H&S-Lizenz, einem USB 3.0 Kabel und dem Netzteil zum Laden. (Bei einigen Modellausführungen ist noch das so genannte „QuickShot-Cover“ dabei.)

Alles in allem nichts herausragendes, aber für den Business-Sektor nichts wirklich Neues. Zubehör, wird nur, wenn es nützlich und notwendig ist zusätzlich erworben.
Meiner Meinung nach also durchaus ausreichend, so kann man das Geld für die zuweilen üblichen netten „Zugaben“ besser im Gerät und in den Service investieren.

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Alltagstest

Im Alltagstest schlug sich das Windows 8.1 Tablet wirklich gut und bewies sich als ultimativ schneller Allrounder. Einzig und alleine etwas mehr Akkulaufzeit würden wir uns in dieser Geräteklasse wünschen. Diese fällt mit ca. 8 Stunden dann doch etwas mau aus. Für einen langen extrem langen Messetag also vielleicht doch manchmal etwas zu wenig. Probleme hatte ich damit allerdings nie.

Besonders gut gefallen hat mir das einfach erstklassige, helle und kontrastreiche IPS-Display mit der Auflösung von 1920×1200 auf 8,3 Zoll. Dies entspricht satten 272,79 PPI und ist somit von den schmucken Produkten mit den Apfel nicht allzu weit entfernt. Zudem erwies sich diese Auflösung bei der Navigation im Windows 8.1 Desktop als gute Wahl, auch wenn man sich hier an manchen Stellen und so manches Mal einen Eingabestift zum navigieren wünscht. Insgesamt wirkt das Bild verdammt scharf und hell. Selbst bei Sonnenlicht hatte ich keine Probleme auf dem Display etwas zu erkennen.

Ebenfalls erwähnenswert ist, dass das Displayglas über eine überaus effektive Beschichtung zur Vermeidung von Fingerabdrücken verfügt. Das Funktioniert zwar nicht immer so effektiv wie man sich wünschen würde, ist jedoch den meisten Konkurrenten voraus. Selbst wenn es mal etwas verschmiert aussehen sollte, lässt sich das Glas wunderbar leicht reinigen. Die Rückseite ist da schon etwas Empfindlicher was die Abdrücke angeht, aber auch hier ist fällt die Reinigung überraschend leicht.
Um nochmal kurz auf die Software einzugehen…

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Geliefert wurde das ThinkPad 8 mit Windows 8.1 und dem Microsoft Office Home&Student 2013 Paket und somit leider ohne Outlook. Für mich stellt dieser Fakt einen kleinen Bruch in der Ausrichtung des Tablets da, entweder ganz Business oder nicht. In meinen Augen wäre es dann sinnvoller gewesen Office gar nicht erst mit dem Produkt auszuliefern um den Gerätepreis (Marktpreis unseres Modells ~300 EUR) etwas zu drücken. Aber nun gut…, für den einen oder anderen SoHo-Nutzer mag die Funktionalität, Word/Excel und PowerPoint direkt wie gewohnt lesen, bearbeiten und erstellen zu können eine nützliche Dreingabe sein. Größere Unternehmen verfügen jedoch zumeist eh über Konzern-/Volumenlizenzen oder nehmen am Microsoft-SA-Programm teil (Software-Leasing).

Der vielleicht größte generelle Vorteil ergibt sich bei einem Windows-Tablet im Business-Umfeld daraus, dass ich hier keinen, ich nenne es mal „Medienbruch“ begehen muss. Ich habe all meine gewohnten Windows-Anwendungen unterwegs dabei … wie an meinem Arbeitsplatz eben.

Wem ist das noch nicht passiert,…  ich sende meine PowerPoint-Datei an meine E-Mail-Adresse um diese auf z.B. dem iPad zu bearbeiten oder abzuspielen? Auf einmal stimmt die Formatierung nicht mehr, oder der eine oder andere Effekt wird nicht mehr richtig dargestellt. Aus Erfahrung sage ich, dass das manchmal ganzschön unangenehm seien kann.

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Aber auch eure IT-Administratoren in der Firma freuen sich darüber, dass Sie das Gerät ohne teure und teils komplizierte Zusatzsoftware sauber unter „Kontrolle“ bekommen. Mit Windows-Tablets rennt ihr bei den Kollegen mit absoluter Sicherheit offene Türen ein.
Was den Windows Store (Appstore) anbelangt musste ich überraschenderweise feststellen, dass sich hier jede Menge getan hat… und das wahrlich im positivstem Sinne. Mit über 150.000 Applikationen findet man hier eine Auswahl an nützlichen Anwendungen die mit der Konkurenz mithalten kann. Außer vielleicht „Spotify“ habe ich auf den ersten Blick nichts vermisst.

Angemeldet wird sich dort übrigens mit dem Microsoft-Konto (Live-ID). Hier unterscheidet sich die Philosophie nicht großartig von den Mitbewerbern.

Fazit

Do what you can do best … Ein reinrassiges Business-Tablet von Lenovo … ThinkPad eben.

In Anbetracht der Gesamtleistung, Verarbeitungsqualität und der Marktausrichtung gibt es beim ThinkPad 8 nichts zu meckern… naja nichts … vielleicht kann man etwas über die Akkulaufzeit schimpfen, aber das war es dann auch schon.

Man bekommt hier zu einem sehr guten Preis von rund 300€ (Variante 20BN000UGE) ein Tablet was auch 6-8 Monate nach seiner Veröffentlichung mehr als konkurrenzfähig ist.

Wer also vorhat sich einen kleinen portablen Business-fähigen Alleskönner ohne Medienbruch (Windows-Android-iOS) zuzulegen fährt mit diesem Produkt definitiv richtig gut.

Dementsprechend eine absolut klare Kaufempfehlung.

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2 comments

  1. Magnus 22 November, 2014 at 18:32 Reply

    Hey Timo.
    klasse Artikel. Mal ein Tablet, was nicht ein Apfel auf dem Rücken trägt und was trotzdem ordentlich Leistung bringt.
    Ich werde in den nächsten Tagen ein „Low-Budget-Tablet“ auf meinem Blog testen.
    Ich bin mal gespannt, was bei meinem Test raus kommt.

    Beste Grüße
    Magnus
    http://preblo.de

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