Gastbeitrag: Parrot Zik – Der beste Bluetooth Kopfhörer aller Zeiten?

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Einige erinnern sich vielleicht noch an den Test für den drahtlosen Designlautsprecher Zikmu von dem französischen Hersteller Parrot. Während dieser noch am Preis-Leistungs-Verhältnis krankte und weniger bot, als für 1.300 Euro üblich ist, kommt nun ein neuer Versuch im High-End-Bereich Fuß zu fassen. Dieses mal soll dies mit dem Hifi Kopfhörer Zik funktionieren, der nach euphorischen Verlautbarungen der Presse schon beinahe für den Hardcore Audio Fan unverzichtbar ist und auch mehr drauf haben soll, als alle bisherigen drahtlosen Kopfhörer.

Design – Modern und hochwertig, aber nicht protzig

Das Äußere des Parrot Zik ist erst einmal durchaus ansprechend. Natürlich ist sowas auch immer Geschmackssache, jedoch lässt sich gerade zu den etwas zu künstlerisch anmutenden Designlautsprechern hier ein angenehmer Stilwechsel erkennen. Die Bluetooth Kopfhörer kommen zwar nicht unbedingt schlicht, aber doch etwas unscheinbar daher. Sie lassen von ihrem Design her auf einen besonders teuren Preis schließen, obwohl die Aufmachung durchaus hochwertig ist. Stabilität und Gewicht wird durch die matt-satinierten Metalteile erzeugt und sorgen für einen guten Sitz auf dem Kopf, der weder zu fest noch zu locker ist.

Klang

Wie so häufig müssen beim Verwenden von mobilen Klangquellen zwar Kompromisse eingegangen werden, aber prinzipiell lässt sich über die Soundqualitäten des Parrot Zik mehr Positives als Negatives sagen. Zunächst ist so ein ausgeglichener und gleichzeitig dynamischer Klang bei einem Funk Kopfhörer nicht zu erwarten gewesen und macht mancher Kabel-Variante deutlich Konkurrenz. Die Bässe, sind ja häufig einer der Schwachstellen bei drahtlosen Kopfhörern, doch auch hier wird ein breiter aber dennoch wenig diffuser Tiefklang geboten. Kompressionsartefakte waren nur bei wirklich komplex aufgebauter Musik und bei sehr genauem Hinhören auszumachen. Diese sind jedoch selten und verkraftbar. Zur Not lässt der HiFi Kopfhörer auch mit einem Kabel unkomprimiert Musik hören.

Bedienung – Intuitives Händling wie beim Smartphone

Eigentlich ist der Parrot Zik dazu da, drahtlos mit dem Smartphone gekoppelt zu werden, es kann aber auch das mitgelieferte Kopfhörerkabel (3,5 mm) an anderweitige Audioquellen angeschlossen werden. Das wahre Highlight ist jedoch die Handhabung des Touchpanels auf der Außenseite der rechten Hörmuschel. Wird der Finger vertikal über das Soft-Touch-Bedienfeld gestrichen, lässt sich so Lautstärke leiser und lauter stellen. Mit einer horizontalen Bewegung lässt es sich ganz einfach einen Track weiter weiterspringen. Sobald der Kopfhörer abgenommen und um den Hals gelegt wird, schaltet er automatisch auf Pause, beim Aufsetzen spielt er dann automatisch weiter. Dieses intuitive Bedienelement kann auch mit einem kurzen Tippen zum Annehmen von Anrufen genutzt werden. Wird zwei Sekunden lang auf das Bedienfeld gedrückt, wird der Anruf abgelehnt. Wieder mit der horizontalen Bewegung lässt sich während eines Anrufs zwischen Gesprächen wechseln.

Was zunächst wie ein gewaltiger Schritt in Richtung Zukunftstechnologie wirken mag, hat leider für jemanden, der gerne im Liegen Musik hört noch einige Kinderkrankheiten. So kann es beim Entspannten Audiovergnügen auf dem Bett durchaus vorkommen, dass das Kissen gegen das Touchpanel kommt und diesen als Finger interpretiert. Das kann dazu führen, dass der Kopfhörer das aktuelle Lied einfach unterbricht, sich die Lautstärke verändert oder einen Track weitergesprungen wird. Je nachdem welche Bewegung von dem Soft-Touch-Bedienfeld aufgenommen wird.

Fazit

Wie schaut es nun aus? Ist der Parrot Zik als mobiler Kopfhörer empfehlenswert oder erleidet er das gleiche Schicksal wie der eingangs erwähnte Designlautsprecher Zikmu? Ganz so schlimm ist es zum Glück nicht, doch hätte durch ein bisschen Drehen an ein paar Stellschrauben nicht nur etwas Gutes, sondern sogar etwas wahrhaft Begeisterndes entstehen können. So wurde es ein hervorragender Luxus-Kopfhörer der im Vergleich zu anderen Hifi Kopfhörern im mittleren Preissegment noch etwas Platz nach oben hat. Würde etwas weniger Klang nach außen dringen und wäre im Lieferumfang neben den stoffummantelten Kabeln auch ein Case dabei gewesen, hätte sicher kaum ein Weg an den Parrot Zik vorbeigeführt. So bleibt ihnen der Status eines Geheimtipps, der in gut geführten Shops für Elektrotechnik wie Conrad oder Comspot, aber auch auf dem digitalen Weg bei Amazon oder im Apple Store erhältlich ist.

Herstellerlink

Dies ist ein Gastartikel von Norman im Auftrag von electronic-star.de

Bilder (c): Parrot

 

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2 comments

  1. Timo 18 Mai, 2013 at 09:58 Reply

    Mal eine Addition meinerseits:

    Auf jeden Fall betrachten sollte man bei einer ~300€-Anschaffung auch das Gewicht, welches mit 325g recht hoch ausfällt, gerade bei stetiger Bewegung ist das definitiv zu spüren. Und gänzlich ungeeignet zum Sport ist der Hörer somit auch.

    Er ist sicherlich der derzeit führende BT-Kopfhörer, wenn es um Spielereien geht – ohne Zweifel-, aber das heißt nicht das er technisch up2date ist.

    In meinen Augen ein Riesen Manko ist das er nur den alten SBC Codec beherrscht.

    aptX oder direct AAC-Stream(Apple friendly) sind hier nicht zu finden.

    Ein Hi-Fi-Kopfhörer ist es also nicht.(per Definition)
    Wer vor allem mit einer akustischen Verfälschung klangtreue bewirbt verliert im Hi-Fi-Segment definitiv seine Glaubwürdigkeit (-> Bezug auf ‘‘Parrot Concert Hall’’-Effekt via App).

    Als Alternative werfe ich hier einfach mal den
    Harman Kardon BT in den Raum, welcher am Markt sogar noch ~70€ günstiger ist, jedoch diese, in meinen Augen Key-Features beherrscht.

  2. Stefan 16 September, 2016 at 18:50 Reply

    Bei so Superlativen wäre ich natürlich immer sehr vorsichtig, vor allem bei einem so relativ hohen Gewicht und dem noch immer ziemlich hohen Preis.

    Es ist aber unstrittig, dass der Kopfhörer wirklich gut ist und vor allem auf längeren Reisen (z.B. auf Langstreckenflügen) würde ich auf das Gerät nicht mehr verzichten wollen.

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