AKG Q701 Quincy Jones Signature Line im Test – Der Neutrale

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AKG 701, Sennheiser HD 650 und der Beyerdynamic DT 880 sind das infernale Trio wenn es um qualitativ hochwertige Kopfhörer geht. Alle Drei liegen im Preissegment von 300 Euro. Jedoch spielt jeder für sich in einer eigenen Klangdimension. Vor einigen Wochen haben wir bereits für euch den Sennheiser HD 650 und den Beyerdynamic DT 880 genauer unter die Lupe bzw. Ohren genommen. Der Sennheiser zeichnete sich vor allem durch einen sehr starken Tief- und Mitteltonbereich sowie einem hohen Dynamikumfang aus. Der Beyerdynamik zeichnete sich durch einen extrem guten Tragekomfort und einer überragenden Detailgenauigkeit aus.

Heute möchten wir Euch den AKG Q701 genauer vorstellen und die Differenzen zum Sennheiser und Beyerdynamic aufzeigen. In der nächsten Woche stellen wir euch dann noch einmal eine Gesamtübersicht zur Verfügung.

Doch kommen wir nun zum Test
Zunächst noch eine kleine Anmerkung: Das Q steht für Quincy Jones. Es handelt sich bei dem von uns getesteten Kopfhörer also um eine Sonderedition des bekannten 701er, der von der Musiklegende Quincy Jones abgestimmt wurde. Quincy Jones gewann ganze 27 Mal den Grammy und war unter anderem Produzent des weltweit erfolgreichsten Albums Thriller von Michael Jackson.

Allerdings hat die Sonderedition auch ihren Preis und liegt mit satten 200 Euro über dem normalen Preis des 701er.

First Look
Im Gegensatz zu den anderen beiden Kontrahenten sieht der AKG einfach nur heiß aus. Die weißen Ohrmuscheln und im Kontrast dazu das giftgrüne Verbindungskabel. Dazu das Headband aus echt Leder mit geprägtem Quincy Jones Schriftzug und abgesetzten grünen nähten. Der Kopfhörer hat einfach Style und gefiel mir auf anhieb.

Einzig negativ ist nur die Verpackung. Beim Sennheiser war ein Hardcase und beim Beyerdynamic ein Kunstlerdercase zur Aufbewahrung enthalten. Beim AKG ist leider gar nichts dabei. Bei dem gehobenen Preis hätte ich mir hier wenigstens in irgendeiner Art eine Aufbewahrungsmöglichkeit gewünscht, auch wenn es nur ein Stoffsack oder ähnliches ist, sodass man ihn auch mal transportieren kann.

Tragekomfort
Mit nur 235g (Sennheiser 260g und Beyerdynamic 290g) ist der AKG der Leichteste von den drei Kopfhörern. Dies merkt man auch sofort beim Tragen. Man spürt die Belastung kaum und kann problemlos mehrere Stunden hören, ohne, dass der Kopfhörer drückt. Neben dem leichten Gewicht sorgt auch das selbstjustierende Headband, welches gut gepolstert ist, für einen optimalen und angenehmen Halt auf dem Kopf.

Die Ohrpolster sind mit Verloursstoff überzogen und sind im vergleich zu den anderen Beiden am Härtesten gepolstert. Dennoch ist der Tragekomfort angenehm. Nur für mich als Brillenträger ist das etwas härtere Polster manchmal unangenehm, da sich das Polster nicht an das Gestell anpasst und somit die Brille des Öfteren verrutscht.

Klang
Neben dem Sitz des Kopfhörers ist natürlich letzten Endes der Klang ausschlaggebend. Die Klangeigenschaften des AKG Q701 können grob unter dem Stichwort „neutral“ zusammengefasst werden. Während der Sennheiser etwas dunkler und der Beyerdynamic etwas heller klingt, liegt der AKG genau in der Mitte. Für mich ist der AKG die Synthese aus Sennheiser und Beyerdynamic und vereint deren stärken in einem Gesamtkunstwerk.

Trotz der Neutralität klingt er dennoch warm und schafft es die Balance zwischen einem guten Monitoring Kopfhörer und einem Musik Kopfhörer zu finden. Er versucht den Höher in keine Ecke zu zwingen, sondern gibt die Musik präzise und detailgetreu wieder. Der AKG versucht es, einfach jeden zufrieden zu stellen und jedem seine Wünsche zu erfüllen. Und dies tut er mit Bravur.

Sein Darstellungsvermögen die einzelnen Elemente und Instrumente klar zu definieren ist einzigartig. Manche mögen dies jedoch auch als Nachteil sehen, da der AKG in keine bestimmte Richtung geht, sondern einfach die imposante Soundkulisse ungefiltert an den Zuhörer widergibt.

Natürlich gib es auch Nachteile, die sich durch die Neutralität des Kopfhörers ergeben. So ist der Bassbereich zwar sehr tief, jedoch ist er nicht so dominant wie beispielsweise beim Sennheiser. 90% der Musik zeichnet sich aber auch durch präsente und druckvolle Tiefen aus, die von dem AKG jedoch nur dezent widergegeben werden. Für mein Empfinden reicht die Intensität jedoch aus.

Fazit
Schlussendlich muss man bei der Wahl des Kopfhörers auf die eigenen Präferenzen und Wünsche achten. Vor allem auf den jeweiligen Musikgeschmack kommt es an. Ein Kopfhörer kann halt nicht alle Klangnuancen beinhalten, sowie eine Luxuslimousine nicht gleichzeitig ein Off-Road-Jeep sein kann.

Der AKG eignet sich an sich für alle Musikrichtungen, da er sehr neutral spielt und sich in keine genaue Schublade stecken lässt. Wie bei den Meisten Kopfhörern im Hochpreissegment werden aber auch Bassfreunde der Elektro oder Hip Hop Szene keine grenzenlose Freude mit dem Kopfhörer haben. Der Rest wird mit dem Q701 ein technisches Meisterstück bekommen, das zudem noch sehr stylisch ist.

Einen klaren Gewinner kann man bei solch einem Test nicht ermitteln. Wer die Möglichkeit hat, sollte einfach mal in den Elektromarkt seines Vertrauen gehen und selbst Probehören.

An dieser Stelle noch einmal Vielen Dank an AKG, die uns den Kopfhörer kostenlos zur Verfügung gestellt haben.

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