Langzeittest | IntelliLink x Siri Eyes Free Infotainment im Opel ADAM

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7 Zoll IntelliLink Display im Opel ADAM

Bestvernetzter Kleinwagen. Das haben sich die Rüsselsheimer mit dem Opel ADAM auf die Fahnen geschrieben. Bereits bei meinem Erstkontakt mit dem kompakten Lifestyleflitzer hatte mich das Infotainmentsystem sehr begeistert. Modern, funktional, preisgünstig und intelligent.

IntelliLink hat Opel das System getauft, welches Fahrzeug, Smartphone und Infotainment intelligent miteinander vernetzt. Das Ganze mit 300 Euro dazu noch zu einem sehr attraktiven Preis.

Opel ADAM in der Ausführung GLAM

Die Zentraleinheit des IntelliLink besteht aus einem 7 Zoll großen Bildschirm, auf dem alle Informationen übersichtlich dargestellt werden. Beim Touch Display handelt es sich um ein drucksensitives Display, also anders als bspw. beim Smartphone muss man mit etwas Druck die „Tasten“ bedienen. Allerdings funktioniert das recht gut und wenn man das weiß kann man sich auch schnell darauf einstellen. Auch verschiedene Gesten funktionieren mit dem Display. So bspw. ein Titelwechsel oder auch das hinzufügen eines Radiosenders in die Favoritenliste.

Apps

Doch kommen wir zur Vernetzung. Und hier heißt das Stichwort Apps. Anstatt alles direkt ins System zu integrieren verwendet Opel die Rechenpower und Hardware des Smartphones. Was natürlich mehr als Sinn macht, denn fast jeder besitzt heutzutage ein Smartphone und hat es auch immer dabei. Aber wie zeigt sich das genau in der Praxis?

BringGo

Zu nennen wäre hier bspw. die Navigation. Anstatt das Kartenmaterial oder den GPS Chip ins System zu integrieren greift man hier auf eine Smartphone App zurück. BringGo heißt diese und ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar. Die App samt Kartenmaterial für Westeuropa kostet zunächst 89 Cent im App Store bzw. 99 Cent im Google Play Store. Die ersten dreißig Tage kann man alle Funktionen nutzen und danach kostet es einmalig 49,99 für die neuste Kartenversion inklusive drei Jahren Online Traffic oder 69,99 für Lifetime Maps und Traffic (als Anbieter für den Online Traffic wird Inrix genutzt, welchen bspw. auch Audi, BMW Ford, Volvo, etc. verwenden). Im Vergleich zu den Apps von TomTom oder Navigon immer noch sehr günstig. Und was man erhält ist quasi ein vollwertiges Navi für das Auto und ein vollwertiges mobiles Navigationsgerät, mit dem man auch zu Fuß durch die Stadt navigieren kann.

BringGo App im Opel ADAM - Startbildschirm

Um BringGo im Fahrzeug zu nutzen geht man einfach unter Apps und wählt hier BringGo aus und startet es ebenfalls auf seinem Smartphone. Und schon wird die App auf das große 7 Zoll Display gespiegelt und man kann sie hierüber bedienen. Für Android funktioniert das Ganze sogar über Bluetooth und bei iOS benötigt man das Kabel. Hierzu findet man einerseits einen USB Anschluss im Ablagefach der Mittelkonsole oder, wenn man die optionale FlexDock Halterung für das Armaturenbrett hat, kann man das Smartphone auch dort in die Halterung stecken, was sich zum Teil auch empfiehlt, denn der GPS Empfang ist oben besser. Zudem benötigt GPS recht viel Energie, sodass bei der Verwendung der Navigation immer sinnvoll ist dieses zu nutzen bzw. alternativ den USB Anschluss, damit das Smartphone auch während der Fahrt geladen wird.

BringGo App im Opel ADAM - Navigation

FlexDock für iPhone im Opel ADAM

Die BringGo App funktioniert insgesamt sehr gut und führt zuverlässig ans Ziel. Wählen kann man zwischen drei Routenarten (schnell bzw. empfohlen, kürzeste und eco). Die Ansicht ist in 2D/3D Modus möglich und in Großstädten findet man wichtige Gebäude auch als echte 3D Nachbildungen. Die Zielführung an sich ist sehr präzise und die Ansagen sehr genau. Unterstützt wird die Anzeige durch Richtungspfeile, die vorab auch immer schon die nächste Abbiegung anzeigen. Sehr gut fand ich zudem den Spurassistenten, der nicht nur auf der Autobahn gut funktionierte sondern auch in der Stadt. Nichts ist schlimmer, als wenn man auf einer vierspurigen Straße nicht weiß wo man sich einordnen muss und erst 100 Meter vorher bescheid bekommt. Das einzige, was mich etwas gestört hat, ist das Zusammenspiel der Navigation bzw. deren Ansagen mit der Audiowiedergabe. Zunächst wir das Audio pausiert, dann ist 1-2 Sekunden Stille, dann kommt die Ansage und dann ist wieder Stille für 1-2 Sekunden, bis die Musik wieder abspielt. Das kann man sicherlich noch etwas „geschmeidiger“ lösen.

Google Search im Opel Adam

Wenn man ein Ziel mal nicht weiß, kann man zudem die integrierte Google Maps Suche verwenden. Ebenfalls integriert sind verschiedene POIs.

Ebenso sind ein paar fahrzeugspezifische Gimmicks zu finden. So kann man bspw. einen ADAM als Fahrzeugsymbol verwenden oder sollte einem mal das Benzin ausgehen, leuchtet im Navi ein Tankstellensymbol, welches einem dann die Tankstellen in der Nähe anzeigt und man sie dann direkt als Zwischenziel einfügen kann.

Was allerdings noch verbesserungswürdig ist, ist vor allem die Kompatibilität bei den Android Smartphones. Dies liegt aber weniger an Opel, als an dem Entwickler der BringGo App Engis. Denn ein Blick auf die Kompatibilitätslisten sagt schon einiges aus. Während die Liste der kompatiblen Geräte eine Seite lang ist, ist jene der inkompatiblen Geräte zwölf Seiten lang. iPhone Besitzer können sich hingegen freuen. Denn hier geht es problemlos ab der 4ten Generation.

Zudem wäre es eventuell noch wünschenswert die Schnittstelle für andere Navigationsapps wie TomTom oder Navigon zu öffnen. Denn ich als Telekom Kunde habe bspw. die Navigon App kostenfrei und wenn ich diese in Kombination nutzen könnte wäre das natürlich optimal.

Weiter Apps

Aktuell sind mit Stitcher und ZuneIn noch zwei Audioanwendungen verfügbar. Stitcher eröffnet einem die Welt zu einer Vielzahl an Audio Podcasts und mit TuneIn auf weltweit über tausende von Radiosendern. Es wird also nie langweilig im Adam.

Siri Eyes Free

ADAM loves Apple. Das merkt man deutlich an der Integration im Auto, denn der ADAM ist der erste Kleinwagen, der Siri Eyes Free integriert hat. Soll heißen, ihr könnt durch Druck auf die Sprachsteuerungstaste auf dem Lenkrad, etwa eine Sekunde, Siri aktivieren und es nutzen wie sonst auch. Also Nachrichten versenden oder vorlesen lassen, Kalendereinträge verwalten oder einfach nur nach dem Wetter fragen. Ebenfalls lässt sich auch die Turn-by-Turn Navigation auf dem iPhone, also die Apple eigene Navigation, durch die Spracheingabe starten. In Kombination mit Siri Eyes Free und dem iPhone hat man also auch schon eine komplette Infotainment Ausstattung im Fahrzeug und könnte fast auf den 7 Zoll Bildschirm verzichten. Ich würde es trotzdem nicht tun, da der Aufpreis einfach so gering ist und er das Auto vollkommen macht. Zudem muss ich sagen, dass Apple Navigation nicht so der Brüller ist und ich dann doch lieber BringGo nutze, zumal es auch Online Traffic und eine wesentlich bessere Darstellung hat sowie nach meinem Empfinden auch präziser ist. Natürlich ist auch die Fläche der Darstellung wesentlich größer.

Opel ADAM Multifunktionslenkrad

Opel ADAM Siri Eyes Free

Apple iOS Turn-by-Turn Navigation

Ergonomie des Bildschirms

Am Schluss muss ich hierauf noch einmal zu sprechen kommen, denn für mein Empfinden sitzt der Bildschirm etwas zu tief. Die Ablesbarkeit und Auflösung ist gut, aber man muss den Blick schon etwas weiter nach unten richten. Bei einer Neuauflage würde ich mit hier eine etwas höhere Anordnung wünschen, wie bspw. beim neuen Insignia.

Fazit

Das IntelliLink System im aktuellen Opel ADAM zeigt, was in einem Kleinwagen möglich ist. Zu einem sehr günstigen Preis bekommt man Premiumfeatures, für die man sonst einen vierstelligen Betrag hinlegen muss. Opel adressiert damit eindeutig eine junge und dynamische Zielgruppe, die im Auto nicht auf die neusten Features verzichten will, aber auch noch nicht so Finanzstark ist. Das System dabei rund um das Smartphone zu gestalten war mehr als clever und für mich haben sie damit das richtige Händchen bewiesen. Und das alles funktioniert wie es soll, davon habe ich mich überzeugen können. Sicherlich gibt es hier und da noch vereinzelte Verbesserungen, die aber in Zukunft sicherlich durch ein Softwareupdate des Systems behoben werden können.

Die konsequente Weiterentwicklung des IntelliLink Systems zeigt sich zudem in der Mittelklasse. Der neue Opel Insignia wird mit der neusten Generation ausgestattet werden und dürfte keine Wünsche mehr offen lasen. Ich bin schon auf eine erste Ausfahrt gespannt.

P.S. Die nächsten Tage folgt noch ein ausführliches Video.

Text: Camillo Pfeil

Bilder: Camillo Pfeil

Kamera: Canon EOS 1D-X x 24-70 4.0 L, Canon EOS M

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