Kritik | Texas Killing Fields – mit Sam Worthington, Jessica Chastain, Jeffrey Dean Morgan, Chloë Grace Moretz

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Ein Klima des puren Bösen liegt über den fauligen Sümpfen rund um Texas City. Immer wieder werden dort die Körper von Mordopfern gefunden. Wie viele als Teil der Nahrungskette für immer und ohne Spuren verschwinden, weiß niemand. Die Einheimischen nennen dieses Gebiet „the killing fields“. Als erneut eine Frauenleiche auftaucht, beginnt Detective Heigh (Jeffrey Dean Morgan) aus Texas City immer intensiver außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches zu ermitteln. Zunächst sehr zum Ärger seines Partners (Sam Worthington), der sich lieber auf einen ungelösten Mordfall in der Stadt konzentrieren will, anstatt dem Phantom eines Serienkillers hinterher zu jagen. Doch dann klingelt das Telefon und die Detektive müssen die Todesschreie einer jungen Frau live mit anhören. Eine Grußbotschaft des Killers an die Polizei …

Imaedia meint
Der Film beginnt etwas holprig und direkt mit den Aufnahmen eines Tatorts, der im späteren Verlauf wieder aufgegriffen wird. Es ist allerdings viel Dunkelheit im Spiel. Die gefundenen Frauenleichen werden immer nur partiell gezeigt, auf all zu blutige Details wird verzichtet. Und auch der Serienkiller selbst bleibt eher blass. Man erfährt nichts über seine Motive oder die genauen Beweggründe.

Regisseurin Ami Canaan Mann konzentriert sich stattdessen viel mehr auf die Charakterzeichnung der beiden Ermittler Brian Heigh und Mike Souder, denn beide könnten unterschiedlicher kaum sein. Sie funktionieren als Team eigentlich gut, aber als immer mehr Fälle ihr eigentliches Tätigkeitsgebiet – Texas City – überschreiten, zeigt sich, dass ihre unterschiedliche Herkunft eine große Rolle spielt.

Denn in den sog. „the killing fields“, die sich als öder, trostloser und idealer Nährboden für perverse Kriminalität präsentieren, wird nach anderen Regeln gespielt. Selbst die Einheimischen wagen sich nicht auf dieses Terrain und sind überhaupt alles andere als hilfreich, wenn es darum geht, eine Serie von Morden aufzuklären. Schnell wird klar, wer hier alles unter einer Decke steckt. Wie komplex das Konstrukt aus krankhafter Perversität ist, wird aber erst zum Ende hin deutlich. Als es fast zu spät ist.

Fazit
„Texas Killing Fields“ ist ein überraschend spannender Film, der ohne zu offensichtliche Gewalt auskommt (was eventuell an der Umsetzung durch eine Regisseurin liegen mag), über die gesamte Länge aber etwas schwächelt und besonders die Polizeiarbeit etwas laienhaft darstellt. Fragen wie „Warum hat er nicht geschossen?“ muss man wohl aufs zuschauereigene Adrenalin schieben.  Die schwere Südstaatenatmosphäre verleiht dem Film immerhin eine unheimliche Tristesse, die durch den Soundtrack entsprechend verstärkt wird. Sicher kein Action-Meisterwerk, aber eine gute Plattform für einen durchaus überzeugenden Cast, aus dem besonders Sam Worthington, Jeffrey Dean Morgan und nicht zuletzt Chloë Grace Moretz hervorstechen.

Wertung
6/10

„Texas Killing Fields“ ist seit dem 17. Juli 2012 auf DVD und Blu-ray zu haben.

Ein Gastbeitrag von Linda Bernert.

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