Gastbeitrag: Canon EOS 6D – Der Vollformat Einstieg

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Canon EOS 6D. Als Nachfolgemodell der Canon EOS 7D tritt die 6D in große Fußstapfen, die sie alleine wegen des Vollformatsensors im Vergleich zum APS-C aber vollständig ausfüllt, wenn nicht sogar noch etwas mehr. Vollgepackt mit netten Features, wie Wifi oder GPS, diente mir die 20 Megapixel starke DSLR überwiegend zum Filmen und begeisterte mich vom ersten Clip an.

Design/Verarbeitung

Vom Aluminium Body merkt man an der Außenhülle leider nichts mehr, dafür liegt die 6D sehr gut in der Hand, sowohl von der Griffigkeit als auch von der Gewichtsverteilung selbst. Die Verkleidung aus Hartplastik spart am Gewicht, könnte aber besonders an den Klebestellen der Gummigriffe besser verarbeitet sein. Auch bei meiner eigenen 60D ist der Griff ein wenig die Schwachstelle der Verarbeitung, gut zu wissen, dass Nikon-Modelle hier durchaus noch größere Probleme haben. Alle Menüknöpfe sind mit der rechten Hand bzw. dem rechten Daumen sowie dem rechten Mittelfinger gut zu erreichen und auch ohne den Blick vom Sucher abzuwenden zu bedienen. Besonders pfiffig das kleine Wahlrad, dass einen direkt zwischen Film und Fotografie wählen lässt und dabei die Einstellungen immer mit übernimmt. Lediglich der Menü und Infoknopf verlangen nach der linken Hand, was völlig in Ordnung ist, bewegt man sich damit doch auf dem 3.0 Zoll großen LCD Bildschirm.

Lieferumfang/Objektive

Geliefert wird die Canon 6D mit einem 24 – 105 mm 1:4L Objektiv, welches sicherlich vorzüglich ist, ich aber nicht weiter getestet habe, da insbesondere für die Filme andere Objektive zum testen bekam. Camillo selbst wird sich zu dem Kit-Objektiv sicherlich noch äußern, immerhin ist es auf seiner 5D Mark III montiert. Ansonsten wie üblich Akku und Ladegerät, sowie die Kabel für DIES und DAS. Angeschlossen werden können alle EF Objektive aus dem Canon-Regal sowie von Drittherstellern, wobei ich mir aber sicher bin, dass die DSLR selbst sowie auch der Fotograf die etwas teureren L Objektive bevorzugen wird.

Bedienung

Da ich selbst eine Canon EOS 60D benutze, war mir die Menüführung vertraut, der deutlich größere Funktionsumfang verlangte jedoch einige Minuten der Gewöhnung. Und alles hat natürlich auch noch diverse Untermenüs, die alle ein wenig Zeit benötigen, um sich mit ihnen vertraut zu machen – insbesondere, wenn man kein Freund von Anleitungen ist. Doch zu meinem großen Glück ist alles selbsterklärend. Lediglich beim ersten Aufsetzen des W-LAN Netzwerkes gab es Probleme. Kamera und Handy wollten sich nicht recht verbinden, aber nach einem Reset der Einstellungen war das Bild der Kamera live auf dem Smartphone zu sehen (EOS Remote App notwendig). Sogar nur mit einer sehr geringen Verzögerung von gefühlt unter einer Sekunde. Eine sinnvollen Nutzen konnte ich für mich während der Testzeit nicht erkennen, da es für mich mehr Zeit frisst, als das es mir das Leben einfacher macht. Für solche, die gerne selbstverliebt Bilder von sich machen, wird es eine große Erleichterung sein. Um für mich einen größeren Nutzen aus der W-LAN-Funktion zu ziehen würde ich ein per Funk gesteuertes Stativ benötigen, dass sich mechanisch dreht und ich in sicherer Entfernung die Aufnahmen beobachten kann. Aber selbst dann müsste sich noch die Schärfe per W-LAN nachsteuern lassen. Für mich eine nette Spielerei, wirklich gebraucht habe ich sie aber nie.

Ausstattung

Alles was das Herz begehrt. Die 6D hat es an Board. Blenden-, Zeit-, Programm- und Vollautomatik. Traumhaft wird es im Manuellen Modus, in Verbindung mit dem 24 mm 1:1.4L Objektiv geht ein Traum in Erfüllung. Nach Sonnenuntergang, wenn das menschliche Auge schon langsam auf Schlafmodus umstellt, macht diese Kombination ohne den Einsatz von hohen ISO-Werten Bilder als wäre die Sonne gerade erst am untergehen. Die Möglichkeiten sich die persönlichen Vorlieben in C1 und C2 festeinzuprogrammieren sind ebenso unendlich. In den meisten Fällen habe ich aber bewusst zum manuellen Modus gegriffen, um den größten Spielraum auszukosten.

Rauschverhalten

Auch wenn ich mit dem 24er Objektiv kaum hohe ISO Werte benötigte, so ist dennoch das Rauschverhalten der Kamera sehr gering. Bis ISO 3.200 kann man die Bilder noch ohne Probleme verwenden und muss nur geringe Abstriche in der Bildqualität machen. Da ich die meisten Bilder allerdings nur für’s Web entwickle, ist das Rauschen nicht wahrnehmbar.

Bildqualität

Vollformatsensor, da ist Qualität doch ein Inbegriff. Der Fokus ist blitzschnell, die Objektive flüsterleise, nur von der Geschwindigkeit in der Reihenbildaufnahme hatte ich mir mehr erhofft. Teilweise gestaltete sich es am Anfang doch etwas schwieriger schnelle Bildfolgen oder vergleichsweise Fahraufnahmen zu machen. Auf der Messe in Genf tat sich der einzige wirkliche Negativpunkt der Qualität auf, bei Objekten die von hinten stark ausgeleuchtet sind, an der Front aber leider ein Spot fehlt kann weder die Blenden- noch die Zeitautomatik diese Lichtunterschiede ausgleichen. Es benötigt Zeit und fast noch mehr Geduld, um im manuellen Modus hier die perfekte Einstellung zu finden. Hier ist die 5D vom Dynamikumfang sicherlich stärker.

 

Video

Obwohl das RAW Format der Fotos nach den neuesten Bearbeitungsprogrammen verlangt, ist die Bearbeitung der Filmsequenzen mit den standardisierten Programmen noch möglich. Die Bildqualität im Videobereich ist phänomenal, was aber auch am 24 mm 1:1.4L liegen kann. Perfekte Gewichtsbalance machen auch schnell gefilmte Sequenzen „aus der Hüfte“ möglich. Ideal ist dennoch noch immer ein Schwebestativ. Der manuelle Fokus macht während der Aufnahmen den Eindruck laut auf der Tonspur „mitzuschwimmen“, was sich später in der Bearbeitung aber als Fehlinformation entpuppt.

Fazit

Warum darf ich das Baby nicht behalten?! In einem Monat mit der Canon EOS 6D und den Objektiven 24 mm 1:1.4L und 70 – 200 mm 1:4L habe ich die wohl besten Aufnahmen meiner so jungen Bloggerkarriere geschossen, sowie Videos gedreht. Zum einen macht es die 6D wirklich einfach gute und schöne Bilder zu schießen, selbst bei miesen Wetterbedingungen, wie es im Februar und März eben meistens der Fall ist, zum anderen bietet sie enorm viele Möglichkeiten die Kreativität auszuleben sowie zu fördern.

Ein Gastbeitrag von Fabian Meßner. Er schreibt sonst auf Autophorie über alles, was vier Räder hat.

Weitere Beispielbilder

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2 comments

  1. Cu13 10 August, 2016 at 18:29 Reply

    Ich suche noch geeignete Testberichte, auf die ich in meinem Blog verweisen kann, besteht die Möglichkeit?
    Der ausführliche Bericht wäre genau das richtige Maß.
    Ich freue mich von Ihnen zu hören.

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