Cowon J3 MP3-Player im Test – Audiophiler Hörgenuss für Unterwegs

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Der Markt um MP3-Player ist hart umkämpft. Sony, Samsung, Creative und insbesondere Apple sind starke Konkurrenten für den Cowon. Auch integrierte Handylösungen werden immer beliebter und der MP3-Player als Stand-Alone-Gerät verliert zunehmend an Bedeutung.

Doch der Cowon J3 ist ein ganz besonderer MP3-Player, der sich deutlich von der Konkurrenz abhebt und selbst den Klassenprimus iPod in Punkto Klangqualität übertrifft. Doch beginnen wir von Vorne.

First Look
Im Gegensatz zu anderen Produkten setzt sich Cowon schon beim Verpackungsdesign von der Konkurrenz ab. Denn mit einer einfachen rechteckigen Verpackung ist es nicht getan. Der Player wird in einer Art kegelförmigen transparenten Verpackung geliefert, die für sich allein schon einen Designpreis verdient hätte.

Der Player selbst wirkt sehr schlicht und elegant. Das AMOLED-Display ist in einen schwarzen Rahmen eingefasst und unten noch mit gebürstetem Aluminium abgesetzt. Der rückseitige Korpus ist in einem matten weiß gehalten. Die Verarbeitung des Players ist sehr hochwertig und weißt keine Mängel auf. Nach Fehlern sucht man vergeblich.

Die Materialauswahl ist erstklassig und ist für den einsatzzweck als MP3 Player sehr optimal und funktional gewählt, denn sie gewährt eine enorme Robustheit des Players. Das obige Glas sowie der untere Korpus sind kratzfest, sodass man den Player auch einfach mal so in die Hosentasche stecken kann. Selbst der umrahmende Chromring glänzt noch nach mehrfacher Benutzung. Besitzer eines iPods werden anderes gewohnt sein. Einmal in der Hosentasche und die Rückseite ist schon mit feinen Kratzern übersäht

Im Lieferumfang sind die klassischen „wegwerf“ Kopfhörer sowie ein Quick Start Guide, ein Gutschein für ein kostenloses Audiobook und eine Mini-CD (Inhalt unbekannt, da ich sie im Mac nicht verwenden kann) enthalten.

Die wichtigsten Features im Überblick

  • Multimedia Player mit 8/16/32 GB Flash-Speicher
  • 3,3 Zoll Active-Matrix-OLED Touchscreen mit 16 Millionen Farben (Auflösung: 480×272) im 16:9 Format für exzellente Bildqualität
  • Mit BBE+ Soundtechnologie inkl. JetEffect 3.0 für noch besseren COWON-Klang
  • Mit MicroSD Kartenslot zur Speichererweiterung
  • Umfassende Auswahl an Audioformaten, darunter OGG Vorbis, FLAC und Audible
  • Darstellung von Videos, Bildern und Texten
  • Bis zu 64 Stunden Akkulaufzeit bei Musikwiedergabe, bei Filmen bis zu elf Stunden
  • Radio mit Aufnahmefunktion, Diktiergerät und Line-in-Aufnahme
  • Flash-Unterstützung, Dateibrowser, Taschenrechner, Notepad, Stoppuhr sowie TV-Ausgang für Videos

Ausstattung
Wie man oben bereits in den Spezifikationen sieht setzt Cowon ganz klar auf audiophile Nutzer. Mit der Unterstützung von FLAC, dem derzeit besten Format für verlustfreie Audiokomprimierung, ist es möglich, seine Musiksammlung in feinster Qualität auch unterwegs zu genießen.

Eine Wiedergabezeit von 64 Stunden setzt ebenfalls Maßstäbe. Hier muss man sich keine Gedanken machen ob der Akku noch voll ist oder nicht, denn der Player steht immer in vollem Saft. Zum Vergleich. Der iPod Touch kommt auf eine Laufzeit für Audiowiedergabe von 40 Stunden.

Ein weiteres nettes Feature ist die Aufnahmefunktion. Man kann den Cowon somit als Diktiergerät benutzen. Die Sprachqualität ist sehr gut. Eine Aufnahme ist über das integrierte Mikrofon oder mittel Line-In möglich.

Das integrierte UKW-Radio lieferte bei mir nur mäßige Ergebnisse, was aber denke ich an sich eher ein nettes Gimmick als täglicher Nutzwert ist. Für mich zumindest eine überflüssige Funktion, die ich im Weiteren nicht weiter verwendet habe. Wer es mag kann jedoch zudem noch das Radioprogramm aufnehmen und später abspielen.

Wo sich der Cowon stark vom iPod unterscheidet ist sicherlich die Erweiterbarkeit durch verschiedene Applikationen. Auf dem Cowon sind einige vorinstalliert, jedoch auch nur grenzwertig in ihrer Funktionalität und Bedienung. Möchte man weiter Apps haben muss man sich diese in Foren oder Ähnlichem zusammensuchen. An sich finde ich diesen Makel auch nicht schlimm, da bei einem reinen MP3-Player weitere Apps nur überflüssiger Ballast sind und eine wirkliche Verwendung nicht gegeben oder gewünscht ist.

In Sachen Speichererweiterung ist der Cowon jedoch super. So kann man ihn leicht durch eine MicroSD Karte um bis zu 32 GB erweitern. Die Speicherverwaltung funktioniert als ein Laufwerk, sodass man keinen Stress mit verschieden Laufwerken hat. Das „Betanken“ mit Musik funktioniert auch sehr simpel per drag & drop.

Bedienung
Die Bedienung ist sicherlich das größte Manko, wenn man es so bezeichnen kann, was ich beim Cowon festgestellt habe. Verwöhnt durch die einfache Benutzeroberfläche des iPod habe ich lange gebraucht, um mit der Bedienung zurechtzukommen. Die Navigation ist etwas umständlicher und geht nicht so leicht von der Hand wie beim iPod. Verzweifelt habe ich anfangs den Home Button als letzte Rettung aus den Untermenüs gesucht, doch leider war keiner vorhanden. Nach einiger Eingewöhnung kommt man allerdings auch mit der Bedienung des Cowon zurecht. Dennoch bleibt sie umständlicher und gibt Raum für Verbesserungen.

Die Steuerung über den Touchscreen verdient sich allerdings ein Lob. Der Bildschirm reagiert in Echtzeit auf Befehlseingaben und verzögert nicht.

Klang
Im Bereich Klang hat der Cowon seine Stärke und stellt die anderen Player in den Schatten. Gerade durch seine Möglichkeit FLAC Files abspielen zu können, eröffnet er dem audiophilen Publikum eine wahre Offenbarung für den Musikgenuss unterwegs. Allerdings sollte man hierzu auch andere Kopfhörer verwenden als die mitgelieferten. Diese bieten nur einen durchschnittlichen Klang und können den kompletten Dynamikbereich nicht vollkommen wiedergeben. Wir haben mit den UE 700 (preis ca. 99 Euro) getestet. Hier entfaltet der Cowon sein volles Leistungsspektrum.

Zu jeder Musikrichtung gibt es auch noch verschieden EQ Voreinstellungen, die optimal auf die Musikrichtung abgestimmt sind und das Klangerlebnis noch deutlich verbessern können. Wer gerne selbst Hand anlegt kann sich in vier verschiedenen Sets auch noch an einer eigenen EQ Abstimmung austoben.

Im Vergleich zum iPod wirken sich die EQ Einstellungen wesentlich besser auf den Klang auf und verzerren oder zerstören ihn nicht. Wählt man beim iPod beispielsweise eine Basserhöhung erzeug dies schon unangenehme Verzerrungen des Originals. Nicht so beim Cowon.

Wir könnten hier noch stundenlang schwärmen, aber eins ist sicher. In Punkto Klang macht dem Cowon keiner was vor. Gerade in Kombination mit einem guten In Ear Kopfhörer unschlagbar.

An dieser Stelle sei auch einmal noch der integrierte Lautsprecher erwähnt. Er existiert und funktioniert, aber mehr darf man auch nicht erwarten. Eindrucksvoll ist nur, dass er selbst bei maximaler Lautstärke nicht scheppert. Da gibt es weit schlechtere Kandidaten.

Video
Für mich an sich auch eher nebensächlich, aber dennoch erwähnenswert. Die Videowiedergabe beim Cowon ist auch sehr gut und es wird eine Vielzahl an Dateiformaten unterstützt. Das AMOLED-Display ist sehr kontrastreich und leuchtstark, sodass man auch bei starker Sonneneinstrahlung noch etwas erkennen kann. Die Videowiedergabe ist sehr flüssig und reicht vollkommen aus.

 


Fazit
Wer einen Multimediaplayer sucht auf dem man noch spielen und unzählige weitere Apps nutzen kann ist mit dem Cowon schlecht beraten.

 

Wer allerdings einen MP3-Player sucht und wirklich nur auf die Wiedergabequalität bedacht ist, der sollte ohne zu zögern beim Cowon J3 zugreifen. Es macht einfach Spaß mit dem Cowon Musik in feinster Qualität zu hören und dabei die Sorgen des Alltags zu vergessen und die Umgebung für eine Minute (oder 64 Stunden) auszublenden. Voraussetzung für den perfekten Genuss ist allerdings der Erwerb von vernünftigen In Ear Kopfhörern.

Neben dem unübertroffenen Klang bekommt man auch noch einen ausdauernden Player mit bis zu 64 Stunden Spielzeit sowie ein schickes, schlankes und leichtes Design.

Einziges „Manko“ ist die Bedienung, die ich persönlich etwas umständlich finde. Würde diese noch verbessert wäre der J3 auf allen Gebieten unschlagbar.

Für preisbewusste Käufer empfiehlt sich zudem der Kauf der kleinsten Variante mit 8GB. Diese kann dann ganz einfach per MicroSD Karte um weitere 32GB für rund 50 Euro erweitert werden.

Weblinks

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