Test | x-rite i1|DISPLAY PRO – Professionelles Colourimeter incl. Software – für ambitionierte Fotografen oder Creator

Wie auch bereits bei unserem Test zum direkten konkurenten dem Spyder3Elite gelten hier die gleichen Ausgangsbedingungen.

Sicherlich kennen viele Hobbyfotografen von euch auch das Problem, was mich ebenfalls schon des Öfteren ereilt hat. Mühevoll hat man seine Fotos am Rechner bearbeitet und bringt diese dann freudig zum Entwickeln. Doch nach ein paar Tagen kommt dann die Überraschung. Die Farben wirken zu blass, zu dunkel, unnatürlich, bzw. einfach nicht so, wie man sie vorher am Rechner gesehen hat. Die Enttäuschung ist groß und man fragt sich, woran dies liegt. Bei der Druckerei ist das Problem meist nie zu suchen, da die Drucker mit Sicherheit optimal kalibriert sind. Vielmehr ist der eigene Monitor das Problem. Wenn man die Monitore in der Ausgangseinstellung vom Hersteller einfach in Betrieb genommen hat, ist dieser, gerade bei preiswerteren Displays, meist schlecht kalibriert. Oft haben diese einen Blaustich, wie mir in der Testreihe an verschieden Monitoren aufgefallen ist. Manche sind aber auch sehr grell konfiguriert, um dem Nutzer eine exzellente Farbwiedergabe vorzugaukeln. Jedoch verfälscht dies die Realität und sorgt für unechte Farben, die sich dann in der Fehlbearbeitung fortführen. Der ambitionierte Hobbyfotograf und schon recht der professionelle Fotograf möchte aber echte Farben an seinem Monitor haben, die dann auch im Ausdruck so aussehen.

© X-Rite

Abhilfe in dieser altbekannten Problematik schafft ein Colourimeter, wie das i1Display Pro von x-rite.

Mit dem i1 lassen sich nahezu sämtliche Bildwiedergabegeräte in verschiedensten Ausführungen (TFT [LED/Wide Gramut LED/CCFL], Projektoren [LCD,DLP,D-ILA] und Fernseher so kalibrieren, dass Diese eine getreue und echte Farbwiedergabe aufweisen.

Einrichtung, Kalibrierung, Ergebnis
Bevor der i1 in Betrieb genommen werden kann, muss zunächst die Software installiert werden. Dies war jedoch in wenigen Minuten erledigt. Danach wird man durch einen Assistenten geführt, der auch für Laien sehr verständlich ist und nur wenig Know-how in diesem Bereich voraussetzt. Für die Zielgruppe des i1 bietet die Software viele an Industriestandards angelehnte Kalibrierungsmechanismen. Für Heimanwender gibt es auch eine abgespeckte Variante.

Auflage auf dem Monitor
Sind alle Einstellungen soweit vorgenommen, startet auch schon der Kalibrierungsprozess. Im Gegensatz zum Spyder muss hier nicht noch manuell an den Einstellungen arritiert werden. Auch der Kalibrierungsvorgang ist mit nur 2-3 Minuten schneller als bei der direkten Konkurrenz.

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Der Unterschied nach der Kalibrierung ist wirklich beeindruckend und zeigt die Schwachstellen der Werkskalibrierung auf. Das Bild hatte einen deutlichen Blaustich (was von der überwiegenden Anzahl der Kunden jedoch als angenehm empfunden wird) und war recht trüb und blass. Mit den neuen Einstellungen wirkt das Bild auch subjektiv wesentlich natürlicher und dynamischer.

Nach dem Einmessvorgang findet man somit ggf. ein ganz anderes Gerät vor sich wieder. Die Software gibt icm-Profile aus und kombiniert diese natürlich mit den vom Monitor automatisch (ADC) ermittelten Settings. (Es wird hier mit einer Art „Datenkanal“ in der DVI- Schnittstelle gearbeitet)

Im Folgenden kann man den Monitor zusätzlich noch weiter analysieren und beurteilen. So kann man sich die bspw. Helligkeitsverteilungen ausgeben lassen, um die Homogenität der Ausleuchtung zu überprüfen oder aber bspw. die Leuchtstärke und der Kontrast bei verschiedenen Helligkeitsstufen. Man kann seinen Monitor also sehr präzise analysieren und die verschiedenen Parameter optimieren.

Entgegen des Spyder’s kann man außerdem die Ziel-Leuchtdichte des Monitors in cd/m² angeben. Hierbei hat sich bei mir die nach ISO 3664 vorgegebene Helligkeit von 160 cd/m² als äußerst praktikabel erwiesen.

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Aber auch eine kontinuierliche Korrektur via Umgebungslichtmessung fehlt dem i1 nicht.

Ein großer Vorteil gerade für die Apple-User unter uns ist die sogenannte „Flare-Correct“ Funktion. Welche die Messung des Kontrastverhältnisses, um eventuelle Beeinträchtigung durch Lichtreflexe auf der Bildschirmoberfläche zu ermitteln, mit anschließender Anpassung des Monitorprofils durchführt. Durch die Messung des tatsächlichen Kontrastverhältnisses wird das Profil noch genauer.

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Fazit
Der i1|DISPLAY PRO Colourimeter von x-rite, mitsamt Software hat bei jedem ernsthaften Fotografen oder Creator ganz oben auf der „Must-Have-Liste“ zu stehen!

Wer ernsthaft Bildbearbeitung und Fotografie sein Hobby und erst recht seine Arbeit nennt, der sollte auf keinen Fall auf eine Hardwarekalibrierung verzichten. Es ist mit diesem Werkzeug möglich, das eine oder andere Quäntchen Qualität aus einem ggf. Midrange-TFT herauszuholen.

Wer den Spyder3Elite o.Ä. kennt, wird mit dem i1 ein gewissermaßen perfektioniertes Produkt vorfinden, welches die meisten Mankos der Konkurrenz sichtlich nutzt, um sich am Markt zu positionieren. Doch letzten Endes ist es ein Vergleich auf Hohem Niveau zwischen Audi, BMW und Mercedes. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, welches Modell er bevorzugt. Empfehlen können wir zumindest beide Produkte.

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Kommentare (3)

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  1. [...] des ganzen Produktionsprozesses gegeben ist. Bereits auf meinem anderen Blog habe ich einen Test zum i1|DISPLAY PRO veröffentlicht, schaut dort doch einfach mal [...]

  2. [...] einstellen. In einem vorherigen Blogbeitrag habe ich bereits ein Tool der Firma X-Rite, den i1|DISPLAY PRO, vorgestellt und getestet. Dieser richtet sich jedoch primär an professionelle Fotografen, die [...]

  3. [...] Bereits mit der Vorstellung des datacolor Spyder3Elite (demnächst der 4er im Test) und des x-rite i1 habe ich euch dieses Thema näher gebracht. Beim Farbmanagement am PC geht es darum die Farben [...]

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