NuForce Icon-2 im Test – Viel mehr als nur ein Desktopverstärker

Es kommt nicht auf die Größe an. Wie wahr diese Aussage doch wieder einmal ist beweist unser neuster Testkandidat in der Redaktion. Der NuForce Icon-2 ist ein Vollverstärker im Taschenformat und noch viel mehr. Mit 2 x 24 Watt an 4 Ohm steckt richtiges Leistungspotential in ihm. Zudem gibt es oben drauf noch eine vollwertigen USB-Soundkarte. Ist der Icon-2 eine eierlegende Wollmilchsau? Wir werden es sehen und fangen mal von Anfang an.

First Look
Der Icon-2, konzipiert als Desktop Verstärker für PC/Mac, kommt im schalen Format daher. Mit gerade einmal 16x9x3 cm ist er sehr kompakt und macht eine schlanke Figur auf dem Schreibtisch. Das Design ist schlicht und funktional. An der Front befinden sich zwei Drehregler. Der erste Dient sowohl zum An- und Ausschalten, als auch zur Lautstärkenregulierung. Der zweite Drehknopf ist eher ein Drehschalter. Mit ihm kann man zwischen den verschiedenen Eingängen wählen. 3,5mm Klinke, Cinch, und USB stehen zur Auswahl. Zusätzlich befindet sich auf der Frontseite noch ein Kopfhörerausgang, sowie eine weiße Status-LED.

Auf der Rückseite befinden sich die eben genannten Eingänge für die verschiedenen Quellen. Zudem gibt es noch einen Line Out Anschluss über den bspw. noch ein externer Subwoofer angeschlossen werden kann. Neben en kompakten Abmessungen, im Verhältnis zu der gebotenen Leistung, kommt nun die zweite Überraschung. Als Lautsprecherterminals finden wir zwei RJ45 Buchsen vor, die wir sonst nur aus der Netzwerktechnik kennen. Schnell wird uns klar, dass auf diese Lösung vor Allem aus Platzgründen zurück gegriffen wurde.

Ein Blick in das Zubehörpaket des Icon-2 gibt jedoch Entwarnung, denn es liegen dem Verstärker zwei vorkonfektionierte Kabel bei, RJ45 auf Banana. Denn ganz ehrlich, wer hat schon so ein spezielles Kabel zu Hause liegen? Was mich noch ein wenig zum lachen brachte (nicht negativ gemeint) und ein wenig in alten Erinnerungen schwelgen lies waren die Bananenstecker. Diese erinnerten an den Physikunterricht in der Schule und an die netten Elektroaufbauten auf der Gitternetzplatte. Aber wieder zurück zum Thema. Wie erwähnt, liegen dem Icon-2 zwei Anschlusskabel für die Lautsprecher bei. Jedoch ist die untypische Verkabelung über RJ45 auch ein kleines Manko. Wer eine Kabellänge >2 m benötigt, muss sich dieses dann selber basteln. Eine Pinbelegung des RJ45 Steckers gibt es auf der NuForce Homepage. Für die meisten Anwendungen sollten die 2 m allerdings genügen, da der Icon-2 ja als Desktop Verstärker für den Schreibtisch gedacht ist und hier die Kabellänge vollkommen ausreichend ist.

Als letztes befindet sich noch der der Eingang für die Spannungsversorgung auf der Rückseite. Das Netzteil wurde allerdings aus dem Gehäuse ausgelagert. Dies kommt zum einen der Gehäusegröße zugute, sorgt aber auch für weniger Störungen durch mögliche Frequenzüberlagerungen oder Störsignale innerhalb des Gehäuses.

Im Lieferumfang sind weiterhin ein USB-Kabel, sowie ein Standfuß, der es ermöglicht, den Icon-2 auch vertikal aufzustellen, enthalten. Leider muss ich den Standfuß aber ein wenig rügen, denn das Material, was hierfür verwendet wurde, geht so gar nicht mit dem restlichen Qualitätsanspruch konform. Zum einen riecht das Material unerträglich, kaum zu beschrieben, eine Mischung aus Schimmelkäse, Schwimmbad und Chemie, zum anderen sieht milchglas farbenes Plastik auch nicht sehr schön aus. Hier sollte meiner Meinung nach dringend nachgebessert werden, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.

Die Verarbeitung des Icon-2 ist jedoch ohne Fehl und Tadel. Die Einpassungen sind alles sehr sauber gearbeitet und die Kanten des Aluminiumgehäuses entgratet. Ein rundum exzellentes Produkt.

Technik
Beim NuForce Icon-2 handelt es sich um einen Class-D Verstärker. Insgesamt liefert er eine Verstärkerleistung von 2 x 24 Watt an 4 Ohm bzw. 2 x 18 Watt an 8 Ohm. In der Anleitung wird auch empfohlen, den Icon-2 nur an 8 Ohm zu betreiben. Denn, wir erinnern uns mal wieder an den Physikunterricht „U = R x I“, sinkt der Widerstand so steigt die Stromstärke. Dies kann zu einer Überbelastung des Verstärkers kommen und damit letzten Endes zur Zerstörung. Allerdings treten die hohen Stromstärken auch nur auf, wenn man den Icon-2 voll aufdreht, was allerdings nicht von Nöten ist. Schon bei Stellung des Lautstärkenreglers auf 12 Uhr liefert der Verstärker eine beachtliche Lautstärke die für den Nahfeldbereich am Rechner schon zu viel des Guten ist und selbst für die Beschallung eines 20qm Zimmers vollkommen ausreichend ist. Also für meinen Teil kann ich hier Entwarnung geben. Ich habe den Icon-2 mehrere Stunden auch an 4 Ohm Lautsprechern betrieben ohne jegliche Störungen, Überhitzungen des Verstärkers oder Notabschaltungen. Beachtenswert ist auch noch, dass der NuForce Icon-2 einen extra diskret aufgebauten Kopfhörerverstärker besitzt und dieser nicht nur einfach durchgeschleift wird.

Die kompletten Technischen Daten können hier auch noch einmal auf der Produktseite entnommen werden:

http://www.nuforce.com/hp/products/icon2/index.php

Klang
Zunächst scheint es ein unwirkliches Duell. In der einen Ecke unser Pioneer A-109. 2 x 40 Watt, 42x30x11cm und 4,3kg. In der anderen Ecke der NuForce Icon-2, 2 x 24 Watt, 16x9x3cm, 0,5kg. Zwei Kontrahenten, wie sie von den genannten Eckdaten nicht unterschiedlicher sein könnten. Doch was letzten Endes zählt, ist die Qualität und der Klang der am Ende raus kommt. Hier wird unser Icon-2 zu einer wahren Rampensau und das zu Recht.

Was hier an Leistung abgerufen werden kann ist der Wahnsinn. Wie bereits oben erwähnt füllt der Icon-2 schon auf Stellung 12 Uhr den Raum dermaßen mit sattem Sound, dass einem doch glatt der Atem stockt. Der Icon-2 liefert eine klare und weit reichende Bühne, wie man sie sonst nur von großen Verstärkern kennt. Die Frequenzwiedergabe ist durchweg sehr linear lediglich die Tiefen sind ein wenig angehoben, was mir allerdings keinesfalls missfällt. Details und feinste Nuancen werden von dem Verstärker wunderbar und ungefiltert weiter gegeben und eröffnen dem Hörer eine ungeahnte Dimension des Klangerlebnisses. Voraussetzung hierfür sind dementsprechend auch hochwertige Lautsprecher für die Wiedergabe, wie bspw. die Amphion Helium 410 oder Nubert nuBox 101 mit denen wir getestet haben. Im Vergleich zum Pioneer steht der Icon-2 diesem in nichts nach. Ich muss fast sogar sagen, dass der Icon-2 noch etwas brillanter und dynamischer aufspielt.

Erstaunlich ist zudem das nicht vorhandene Grundrauschen, was bei vielen Verstärkern vorhanden ist. Man kann den Regler beim Icon-2 voll aufziehen und wird kein einziges Rauschen vernehmen.

Natürlich hat der Icon-2 auch seine Grenzen. Wer große Standlautsprecher von 300 Watt und mehr an dem Verstärker betreiben möchte, ist sicherlich falsch am Platz und wird schnell an seine Grenzen stoßen. Aber dafür wurde der Verstärker auch nicht konzipiert. Er eignet sich optimal für den Nahfeldbereich am PC/Mac oder aber auch für kleinere Räume um die 20qm. Wenn man den Icon-2 einmal voll aufdreht stellt man auch fest, dass sich langsam aber sicher ein Frequenzbrei ergibt und es schlussendlich zu Clipping Effekten kommt. Achtung! Hier besteht Gefahr für die Lautsprecher. Allerdings schaltet sich der Verstärker auch vorher ab. Wer also mehr Verstärkerleistung benötigt sollte schon zu einem anderen Gerät greifen. Alle anderen werden erstaunt sein, wie auch einige Freunde, denen ich das Gerät in einem Blindtest vorgeführt habe und alle auf den Pioneer getippt haben.

Der Kopfhörerausgang ist ebenfalls, im Vergleich zu dem am Laptop, sehr gut. Er brilliert mit deutlich besserer Detailwiedergabe und einem unverfälschten Klangbild. Sicherlich kein vergleich zu unserem getestet Lehmannaudio Rhinelander, aber eine Steigerung zum normalen Line Out am Laptop oder Rechner.

Fazit
Der Icon-2 von NuForce ist ein lautes Knallbonbon. Er spielt sehr agil und dynamisch und gibt das Signal sehr linear wieder. Die zur Verfügung stehende Leistung für solch ein kleines Gerät ist erstaunlich und beeindruckend. Sein eigentlicher Bestimmungsort, die Schreibtische von Musikliebhabern, ist fast schon unterfordernd. Auch größere Räume bis 20qm füllt er problemlos und mit einer unbekümmerten Leichtigkeit. Ein wahres Meisterstück an Ingenieurkunst, das von uns eine uneingeschränkte Empfehlung erhält. Und um noch einmal auf das Anfangsstatement zurück zu kommen: Ja, der Icon-2 ist eine eierlegende Wollmilchsau! Der Preis ist übrigens genauso klein wie das Gerät selbst. Denn den Icon-2 gibt es bereits schon für 300 Euro.

Wertung

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