MyKey & SYNC im neuen Ford Fiesta – Eindrücke vom Tech Drive in Rom

Der Ford Fiesta ist eines der beliebtesten Fahrzeuge im Kleinwagensegment. Bereits auf 36 Jahre Geschichte blickt die Baureihe zurück, welche im kommenden Jahr mit einer neuen modellgepflegten Variante auf den Markt kommen wird. Nicht nur das Design wurde konsequent überarbeitet und jünger und dynamischer gestalten. Nein, auch die Technik wurde überarbeitet und es wurden zwei neue Schlüsseltechnologien in die Baureihe implementiert. Zum einen wäre das MyKey und zum anderen SYNC.

MyKey
MyKey ist eine Technologie zur Individualisierung des Autoschlüssels. Nicht etwa bezogen auf das Design, sondern auf die Fahrzeugeinstellungen. Mit dem MyKey Feature kann man personalisierte Schlüssel erstellen, auf denen bzw. Fahrzeugparameter reglementiert sind. Die Hauptfeatures hierbei sind:

  • Geschwindigkeitsbegrenzer: Einstellung eines Tempolimit
  • Audio-Anlage: Lautstärkenbegrenzung für das Radio
  • Gurtanlege-Warnung: Zusätzlich zum akustischen Gurtwarner noch das Stummschalten des Radios
  • Reservetank-Anzeige: Frühzeitige Tankwarnung 1,5x früher als sonst
  • Assistenzsysteme: Dinge wie Einparkhilfe, Toter-Winkel-Warner etc. können dauerhaft aktiviert werden, sodass der Fahrer sie nicht deaktivieren kann

In den USA ist das System bereits seit Jahren etabliert und besonders bei Eltern beliebt. Eine Studie hat ergeben, dass Eltern ihren Kindern lieber ein Auto mit MyKey überlassen, als ihnen so den Schlüssel zu geben. MyKey fördert also die Sicherheit auf Kind und Eltern Seite und gibt dem Kind die Freiheit mit dem Auto zu fahren. Zwei Punkte, die sich wunderbar ergänzen und denke ich auch hier in Deutschland gut ankommen werden. Sicherlich muss der Fahranfänger immer noch sorgfältig fahren, jedoch kann man ihn in gewisser Hinsicht schützen und vor riskanten Situationen oder Ablenkung durch laute Musik schützen.

Hier in der Variante Keyless, geht aber auch mit “normalem” Schlüssel

Anschauen von Nachrichten während der Fahrt verboten

Leise ging es im Ford Fiesta zu

Nur mal gesponnen wäre es sicherlich auch für Firmenwagen interessant. Nicht um den Mitarbeiter unbedingt zu schützen, sondern um zu sparen. So könnte man durch ein maximales Tempo von 130km/h auf eine Flotte von 100 Fahrzeugen sicherlich eine Menge Kraftstoff sparen.

Negativpunkte an der Technologie habe ich im Wesentlichen nicht. Einzig die Tatsache, dass man nur einen MyKey konfigurieren kann stört mich ein wenig. Neben dem Masterkey kann man zwar sieben weitere MyKey’s haben, diese lassen sich aber alle nur mit derselben Konfiguration bespielen. Das heißt, dass man im Endeffekt nur eine individuelle Konfiguration erstellen kann.

SYNC
Bei SYNC handelt es sich um die Schnittstelle zwischen Fahrer, Auto und Smartphone bzw. MP3-Player oder USB-Sick. In Zusammenarbeit mit Microsoft und dem Sprachspezialisten Nuance wurde hier ein System entwickelt, dass aus jedem angeschlossenen Endgerät eines macht, was man per Sprache steuern kann, ohne dass das Gerät selbst eine Sprachsteuerung besitzen muss. Schließt man nun das Smartphone, den MP3-Player oder USB-Stick an, hat das System auf die Daten zugriff.

Aktivierung der Sprachsteuerung am Lenkrad

Über den Sprachsteuerungsknopf am Lenkrad hat man nun Zugriff auf ein Portfolio an Sprachbefehlen, mit denen man bspw. die Musik auswählen kann. „Play Artist: Bruno Mars“ und schon spielt das System einen beliebigen Titel des Künstlers. Auch mit direkten Titelnamen funktioniert das. Ebenso kann man sich auch Textnachrichten vorlesen lassen, darauf antworten oder bspw. aus vorab gespeicherten Antworten wählen. Auch als Anusch, zuständiger Softwareentwickler bei Ford, mit leicht lallender Stimme „Play Artist: Adele“ sagte, erkannte das System dies ohne Probleme. Auch bei den Bloggerkollegen funktionierte die Sprache teils tadellos und teils noch mit leichten schwächen. Doch meine Stimme ist glaube ich für jede Spracherkennung der Endgegner, denn bei mir funktionierte es nur sporadisch. Und auch im Play Hub (Box zur Demonstration der Spracheingabe) war ich der erste Kandidat, bei dem es nicht immer funktionierte. Selbst der Engländer, der kein Deutsch konnte, konnte besser das Wort „Spielen“ aussprechen als ich. Eventuell sollte man mich als Tester für Spracherkennungssoftware einstellen? Nichtsdestotrotz glaube ich, dass das System eine gute Entwicklung ist, da die Demonstration sehr eindrucksvoll war und eben auch die Kollegen positiv berichteten. Ich habe irgendwie mit aller Spracherkennungssoftware so meine Probleme. Auch Siri versteht mich nicht…

Anusch erklärt das Ford SYNC System

Der GedankeHat man das Smartphone nur per Bluetooth verbunden, steht einem nur ein reduzierter Befehlssatz zur Verfügung, da das System die ganzen Titel schnittstellenbedingt nicht indizieren kann. Allerdings einfache Funktionen wie Vor und Zurück haben dann auch mit meiner Stimme funktioniert.

Warum man so viel Ehrgeiz in das Projekt Spracherkennung steckt zeigt sich auch wieder im Gedanken Jugend und Sicherheit. Per Eyetracking hat mal herausgefunden, das man, um ein Lied auf dem Smartphone zu finden, mehr als 20 Sekunden braucht. Per Spracheingabe dauert der Vorgang zum einen mit um 3 Sekunden wesentlich kürzer, aber noch viel wichtiger ist, dass man seinen Blick nicht von der Straße abwenden muss.

Ebenfalls ans SYNC gekoppelt ist ein Notrufassistent. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass ein Smartphone mit dem System gekoppelt ist. Im Falle eines Unfalls tätigt das System dann selbstständig einen Notruf und gibt der Zuständigen Leitstelle die GPS Koordinaten durch.

Automatischer Notruf bei Unfall

Richtig Feedback zum System kann ich derzeit nicht geben, da die Zeit einfach viel zu kurz war um die Funktionen durchzuprüfen und ich hoffe, dass es zum Marktstart Anfang kommenden Jahres noch einmal die Möglichkeit geben wird das System zu testen. Ich frage mich zudem noch, wie das System auf einen Mix der Spracheingabe reagiert, wenn man bspw. den Befehl auf Deutsch sagt und denn einen spanischen Titel nennt?

Fazit
Insgesamt sind beide Technologien sehr interessant gewesen und es ist spannend zu sehen, wie vermehrt in Kleinwagen die Technologien der großen Fahrzeuge Einzug halten und mittlerweile sogar neue Technologien in Kleinwagen zuerst eingeführt werden. So ist der Fiesta das erste Modell von Ford, das in Deutschland mit MyKey ausgeliefert wird. Schau ich mich bei der Konkurrenz um, so feiert auch das IntelliLink bei Opel Premiere im ADAM oder das MMI Touch seine Premiere im aktuellen Audi A3.

Die Hersteller gehen damit konsequent auf die Bedürfnisse der jungen Zielgruppe ein, die ein bezahlbares Auto suchen, aber auch neue Technologien besonders im Bereich der Smartphoneintegration suchen und haben möchten.

In einem weiteren Beitrag folgt nächste Woche noch kurz die restliche Vorstellung des Infotainmentsystems, wobei wir hier leider auch durch MyKey auf der Testfahrt eingeschränkt wurden…

Das berichten die Bloggerkollegen

Am Rande
Leider ist mein Video, das ich zur Demonstration des SYNC gedreht hatte, von der Speicherkarte verschluckt worden. Oder war zu dumm den Record Button zu drücken? Anyway. Die Blogger Kollegen haben auch gefilmt und soweit die das Video fertig geschnitten haben werde ich es hier noch anfügen.

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Kommentare (5)

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