Kritik | Hasta La Vista – Pflücke das Leben

Die Freunde Lars, Philip und Jozef verbindet eine gemeinsame Sehnsucht. Obwohl bereits in ihren Zwanzigern, hatten sie noch niemals Sex – und das soll sich schnellstens ändern! Doch dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, ist gar nicht so einfach. Lars fesselt eine fortschreitende Krankheit an den Rollstuhl, Philip ist vom Hals abwärts gelähmt und Jozef ist fast komplett blind. Und ihre überfürsorglichen Eltern verbieten ihnen eine sorgfältig als Wein-Tour getarnte Reise in ein Bordell, das auf ihre besonderen Bedürfnisse eingestellt ist. So organisieren sie sich heimlich den nächstbesten Fahrer namens Claude, der sich bald als die Fahrerin Claude herausstellt, und begeben sich auf eigene Faust in einem Kleinbus auf eine Tour, die sie aus ihrer wohlbehüteten belgischen Heimat an die spanische Küste und damit direkt an das Ziel ihrer Träume führen soll …

Linda meint
“Alle 3 zusammen” – so könnte man die Quintessenz von “ Hasta La Vista – Pflücke das Leben” zusammenfassen. Denn Philip, Jozef und Lars wollen nur gemeinsam das Geheimnis der Liebe entdecken und in Spanien endlich ihre Jungfräulichkeit verlieren. Während Philip und Jozef dafür eigentlich alle Zeit der Welt haben, tickt sie für Lars, der einen Gehirntumor hat, umso schneller.

Auf dem Weg ans Meer merken sie schnell, dass im Leben nicht nur Sex wichtig ist. Auch Freundschaft bedeutet viel. So müssen sie sich eingestehen, dass ihre Fahrerin Claude – anfangs als Mammut oder Seekuh betitelt – viel mehr auf dem Kasten hat, als sie ihr zugetraut hätten. Sie rettet die drei Hitzköpfe, mehrfach. Und in Spanien angekommen ist aus dem Trio eigentlich längst ein Quartett geworden. Auch, wenn sich die Wege am Ende dann doch auf unerwartete Weise trennen.

Die Geschichte beruht übrigens auf der Dokumentation “For one night only”, die Regisseur Geoffrey Enthoven zufällig gesehen und die ihn zu diesem Film inspiriert hat. Obwohl er anfangs tatsächlich mit Behinderten drehen wollte, hat er es sich schließlich anders überlegt. Und bei der Besetzung hat er alles richtig gemacht. Die Darsteller könnten unterschiedlicher kaum sein, füllen ihre Rollen aber sehr glaubhaft aus.

Fazit
“Hasta La Vista – Pflücke das Leben” hat zwar seine lustigen Momente, ist im Gesamten aber eher ein nachdenklicher und trauriger Film. Eine Mischung aus “Ziemlich beste Freunde” und “Vincent will Meer”, die mit deutlich blasseren Farben auskommt. Es ist ein Roadmovie der etwas anderen Art.

Dabei wird ein Thema ganz besonders hervorgehoben: Behinderte sind auch nur Menschen mit Bedürfnissen. Auch, wenn ihnen kaum jemand ein Sexualleben zuspricht, haben auch sie Wünsche und Sehnsüchte. Wie schwer der Weg zum ersten Mal ist, zeigt “ Hasta La Vista – Pflücke das Leben” auf sehr berührende Weise. Obwohl dem Film anfangs etwas der Drive fehlt, wirkt er nach. Er ist ganz klar nicht der richtige Streifen für einen partymäßigen Filmabend, aber dennoch sehr sehenswert.

Wertung

8/10

“Hasta La Vista – Pflücke das Leben” ist seit dem 20.11.2012 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

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Kommentare (1)

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