Kritik | Fotokurs Straßenfotografie: Szenen, Menschen und Orte im urbanen Raum bei Tag und Nacht

Im Buch „Fotokurs Straßenfotografie: Szenen, Menschen und Orte im urbanen Raum bei Tag und Nacht“,erschienen beim Dpunkt Verlag, erklären die zwei Autoren Meike Fischer und Rudolf Krahm auf knapp 250 Seiten anschaulich, wie man aus dem Alltagsleben schöne Motive herauspickt, sie einfängt, festhält und schließlich auch nachbearbeitet.

Wer gerne einmal das heimische Städtchen, interessante Architektur bei Tages – oder Nachtlicht, das rege Treiben auf einem Festumzug oder einfach mal die märchenhafte Atmosphäre eines Spätsommertages einfangen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
Auf den rund 250 Seiten wird man über die benötigte Ausrüstung, die technischen Grundlagen bis über die fotografische Gestaltungen in allen Lebens- und Lichtlagen informiert und schließlich über die Rechte am eigenen Bild aufgeklärt.

Ebenso gibt es auch interessantes Hintergrundwissen über namenhafte Fotografen und die geschichtliche Entwicklung der Straßenfotografie zu entdecken.

Inhalt und Aufbau
Jedes Kapitel beginnt mit einer interessanten Einleitung über alle Ziele des Kapitels, dann folgen alle möglichen (Problem) Situationen, die einem bei so einem Alltags-Shooting begegnen können und wie man sie am besten angeht.

Besonders gut haben mir dabei die Seiten mit den eigenen Beispielen der Autoren gefallen, auf denen sie die dort abgebildete Situation beschrieben haben, erzählten, wie sie sich dabei verhielten um zum Beispiel das Vertrauen von Mensch oder Tier zu gewinnen, und schließlich auch über die technischen Einstellungen an der Kamera berichteten, wie die benutzte Blende, die ISO Zahl und die Brennweite des Objektivs.

Für Amateur Fotografen besonders interessant sind die einzelnen Trainingseinheiten. Denn hier wird der Leser aufgefordert, hinaus in die Welt zu gehen und bestimmte Dinge fotografisch umzusetzen. Sowohl der benötigte Zeitaufwand als auch eine detaillierte Beschreibung der notwendigen Schritte und Bedingungen werden dabei ausführlich erklärt und helfen damit dem Leser sich auf das Training gut vorzubereiten.

In dem Kapitel Bildbearbeitung, was nach meinem Geschmack etwas länger hätte werden können, wird kurz und knapp erläutert, wie man in wenigen Schritten aus dem etwas langweilig geratenen Foto etwas Aufregendes zaubern kann. Vorwiegend werden dabei die Programme Adobe Photoshop und Lightroom benutzt. Da jedoch Adobe Photoshop sehr kostenintensiv ist, wird hier auch dem Amateur-Fotografen empfohlen auf das kostengünstigere Adobe Elements zurückzugreifen, das auch alle wichtigen Features enthält, um sein Foto zu verschönern oder zu verändern.

Im letzten Kapitel, dem Bildrecht, werden dem Leser sowohl die eigenen Rechte als auch die Rechte der abgelichteten Personen nahegebracht. Wie es zum Beispiel keinerlei Probleme macht eine Menschenmasse bei einem Festival aufzunehmen und das geschossenen Foto auf einem Foto Blog zu veröffentlichen, ist es jedoch was anderes, als wenn man zum Beispiel eine junge Frau aufnimmt, die mit dem Gesicht zur Kamera gewandt, eine einsame Straße entlang geht. Denn hier wird die Frau als Bildaussage benötigte, die zur Untermalung der Einsamkeit eingesetzt wurde. Auch wird man hier über Irrtümer aufgeklärt: Ab einer Gruppe von fünf Leuten, darf das Foto ohne Einwilligung der dargestellten Personen veröffentlicht werden. Wahr oder falsch!?

Fazit
Durch die vielen anschaulichen Beispiele, detaillierten Beschreibungen und die gut umsetzbaren Trainingseinheiten ist das Buch jedem (Amateur) Fotografen zu empfehlen. Der Leser erhält in diesem Buch nicht nur alle nötigen Informationen rund ums Foto-Schießen sondern auch interessantes Hintergrundwissen zum Gebiet der Straßenfotografie.

Ein Gastbeitrag von Wiebke Wegner

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Kommentare (1)

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  1. Top-Tekker sagt:

    Sehr anschauliche Rezession, die bei der Kaufentscheidung für das Buch einen wesentlichen Einfluss hat.

    Weiter so..

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