Kritik | Die Macht der Elemente – mit Dirk Steffens

Nach erfolgreichen BBC- und ZDF-Koproduktionen wie zum Beispiel Expedition Erde – mit Thomas Reiter kommt nun mit dem Viertteiler Die Macht der Elemente das neue Doku-Highlight aus der ZDF-Reihe Terra X.

Jede Folge ist jeweils einem der klassischen Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft gewidmet. Schon im antiken Griechenland hatte man diesen vier Naturgewalten zugetraut, der Ursprung allen Lebens zu sein. Die vier Elemente standen nicht nur am Anfang vieler Zivilisationsprozesse, sondern waren auch für den Untergang zahlreicher Kulturen verantwortlich. Heute erforschen viele Wissenschaftler die Ursachen, die eine Zivilisation zum Blühen bringen oder ihren Niedergang verursachen. Die Antworten sind ebenso einfach wie erstaunlich. Denn oft ist es nicht der menschliche Genius, der den Fortschritt vorantreibt, sondern ein fast unüberwindliches Hindernis, das die Natur dem Menschen in den Weg stellt. Und längst nicht jede Hochkultur konnte Naturkatastrophen allein mithilfe des menschlichen Erfindungsreichtums überdauern.

Rund um den Globus sucht Terra X-Moderator Dirk Steffens nach Hinweisen für die Macht der Elemente.

Folge 1: Feuer
Feuer ist das Element, das der Mensch am meisten fürchtet – und das der Menschheit aber immer wieder Impulse für neue Entwicklungen gab. Wie viel wir diesem Element tatsächlich verdanken, erkundet Dirk Steffens auf seinen weltweiten Reisen, die ihn sogar mitten durchs Feuer führen.

Folge 2: Wasser
In der zweiten Folge ist Dirk Steffens dem Element Wasser auf der Spur. Seine Reise beginnt dort, wo man den Wert des Wassers am meisten schätzt: mitten in der Wüste. Überall auf der Welt stößt Dirk Steffens bei seinen Reisen auf Hinweise, wie das Wasser Zivilisationen entstehen und wieder untergehen ließ.

Folge 3: Erde
Um dem Element Erde wirklich nahe zu kommen, begibt sich Dirk Steffens unter die Erdoberfläche in die dunklen Tiefen unseres Planeten. Erde war – in Form von fruchtbarem Boden, Gesteinen, Erzen und Metallen – stets eine der wichtigten Vorraussetzungen, um Hochkulturen entstehen zu lassen.

Folge 4: Luft
Die Luft ist das Element, das wir zwar zum Überleben benötigen, dem wir aber normalerweise kaum Beachtung schenken. Dirk Steffens folgt den Wegen der Winde und enthüllt die wahre Bedeutung der Luft für die Entwicklung der Menschheit.

Imaedia meint
Anders als bei anderen Dokumentation wird hier versucht, eine Art Kombination aus Geologie und Geschichte zu vereinen, die wie ich finde Teils gelungen, aber Teils auch unpassend ist. Denn in vielen Stellen finde ich die Übergänge und die Erzählweise nicht gelungen. Harte Schnitte und abrupte Wechsel lassen einen häufig den roten Faden vermissen. Auch wiederholen sich teils einige Szenen, da die Elemente in einer Wechselbeziehung stehen.

Natürlich will ich damit nicht sagen, dass die Dokumentation jetzt schlecht ist. Denn es werden viele Szenen gezeigt, die mich wiederum aufs Neue ins Staunen versetzten. Besonders die Gummibaumbrücke fand ich sehr interessant, da ich so etwas noch nie zuvor gesehen hatte. Zudem finde ich die geologischen Erklärungen auch sehr spannend. So wird im Teil Feuer bspw. die Entstehung von Öl und Kohle gezeigt, im Teil Wasser wie Urvölker das Bergwasser durch Kanäle im Gestein gewonnen haben oder im Teil Wind, wie unsere Passatwinde entstehen. Hierbei werden dann, wie oben bereits erwähnt, die Auswirkungen auf die Menschheit gezeigt, wie diese die Gegebenheiten oder auch Bodenschätze genutzt haben und wie sie sich durch die Erkenntnisse um die Bodenschätze bereichert haben und unsere Kultur entwickelt haben, oder wie die früheren Segler die Winde genutzt haben, um die Welt zu umsegeln bzw. zu Erkunden

Auch wird gezeigt, wie wichtig unsere Ressourcen, vor Allem Wasser sind. Denn ohne Wasser kann keine Kultur entstehen bzw. Menschen leben. Erstaunlich ist zudem, dass obwohl wir um die Kenntnisse der Naturgewalten wissen, wir diese nicht wirklich respektieren bzw. ignorieren. Dies wird besonders im Teil Erde deutlich. Hier wird sehr intensiv auf die Tektonik eingegangen. Und Beispiele wie Fukushima beweisen dies auch. Denn dort wo Erdplatten aufeinandertreffen entsteht Reibung, die sich in Form von Erdbeben bemerkbar machen. Genau auf solch einem Rand stand bspw. das Atomkraftwerk Fukushima. Auch in Kalifornien an der St. Andreas Spalte gibt es ein ähnliches Atomkraftwerk. Zudem befinden sich viele Städte an Plattengrenzen, die der ständigen Naturgewalt ausgesetzt sind.

Wie gesagt, viele Bereiche der Dokumentation sind recht interessant, nur fehlt ein roter Faden, der sinnvoll durch die Themen führt. Besser wäre hier eventuell auch eine Gesamtdokumentation gewesen, anstatt alles so strikt aufzuspalten. Persönlich mochte ich den Moderator Dirk Steffens auch nicht so sehr.

Zum Ton noch ein Wort verloren. Der Raumklang ist wirklich genial und sehr gut gelungen. Allerdings scheint beim Abmischen hier ein Fehler unterlaufen zu sein. Denn häufig wird der Sprecher von den Nebengeräuschen sehr stark übertönt und ist nicht präsent im Vordergrund zu hören.

Fazit
Die Macht der Elemente hat versucht einen Spagat zwischen Geologie und Menschheitsgeschichte herzustellen, welcher leider nur in Teilen gut gelungen ist. Mit ein wenig mehr Struktur hätte es eine sehr gute Dokumentation werden können. So fand ich es jetzt etwas anstrengend die Sprünge immer nachzuvollziehen. Ansonsten sind die gezeigten Bilder sehr Interessant und auch der Informationsgehalt ist recht hoch.

Wertung
7/10

Die Macht der Elemente ab dem 17. Oktober 2011 auf DVD und Blu-ray! Alternativ ist die Dokumentation zur Zeit noch in der ZDF Mediathek verfügbar!

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