Infiniti FX Vettel Edition Fahrbericht – Das Champions Car entwickelt von Sebastian Vettel

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Infiniti FX Vettel Edition Fahrbericht

Es gibt Tage und es gibt Tage. Am vergangenen Donnerstag war einer dieser Tage. Dieser besonderen Tage, denn ich hatte die Möglichkeit das Infiniti Champions Car, den Infiniti FX Vettel Edition, einen Tag lang in den Französischen und Schweizer Alpen zu testen.

Doch was macht den Infiniti FX Vettel Edition so besonders? Zunächst einmal die Tatsache, dass das Fahrzeug vom viermaligen Weltmeister und dem Director of Performance von Infiniti, Sebastian Vettel, mitentwickelt und getestet wurde. Sein bisheriger Dienstwagen, der Infiniti QX70, ehemals FX (Infiniti hat Anfang des Jahres die Produktnamen geändert) mit dem 5.0 Liter V8 Motor, der auch Basis des auf 150 Stück limitierten Sonderfahrzeugs ist, war ihm einfach ein bisschen zu langsam.

Infiniti FX Vettel Edition Fahrbericht

Damit aus dem Ursprungsmodell ein echter Champion wird mussten jedoch einige Änderungen vorgenommen werden. Das Ziel: Leichter und Aerodynamischer. Denn mit rund zwei Tonnen Leergewicht ist der QX70 kein wirklicher Sportler.

Außen

Beim ersten Blick auf das Fahrzeug fallen sofort die optischen Veränderungen auf, denn mit Karbon wurde nicht gespart. Kühlergrill, Front- und Heckspoiler, Seitenschweller, Spiegelkappen und der optionale Dachflügel. Alle Elemente wurden im Gegensatz zum Serienmäßigen Infiniti QX70 aus dem hochwertigen Kunststoff hergestellt.

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Jedoch wurde nicht nur der Werkstoff verändert, sondern auch das Design, welches aus der Kooperation mit Red Bull erwachsen ist und sich an Vettel’s Heidi orientiert. Auffälligstes Merkmal hier der komplett neu gestaltete Frontspoiler, der die geschwungene Linie des Formel 1 Frontflügels aufgreift. Aber auch in der Heckschürze mit den zwei großen Endrohren der Abgasanlage finden wir ein cooles Detail aus der Formel 1. Die Nebelschlussleuchte ist in Form der Rückleuchten der F1 Boliden gestaltet. Aufgrund der StVO darf diese allerdings nicht blinken.

Infiniti FX Vettel Edition Fahrbericht

Auch die 21 Zoll großen und schwarzen BBS-Aluminiumfelgen sehen nicht nur optisch gut aus, sondern haben auch Gewicht gelassen. 3,5 kg pro Rad wurden eingespart, was den Fahreigenschaften positiv zugute kommt. Ebenso zugute kommt die Tieferlegung der Karosserie um 20 mm.

Den Infiniti FX Vettel gibt es übrigens nur in der weißen Lackierung zu kaufen. Eine letzte optische Veränderung. Statt der normalen Typenkennzeichnung zieren nun Vettel Badges die Karosserie.

Insgesamt lassen die optischen Veränderungen das Fahrzeug deutlich sportlicher und markanter aussehen. Der ohnehin schon starke Auftritt wird noch einmal verstärkt und lässt keine Zweifel mehr offen, dass dies ein ganz besonderer Infiniti ist. Nämlich der leistungsstärkste des gesamten Portfolios. Allerdings verliert er etwas an seiner Eleganz und wirkt nicht zuletzt durch den Dachflügel einen Touch prollig. Aber das wirkt wohl jedes getunte Serienfahrzeug.

Infiniti FX Vettel Edition Fahrbericht

Innen

Auch der Innenraum im Infiniti FX Vettel Edition wurde angepasst und das Thema Karbon aufgegriffen. Die komplette Mittelkonsole wurde mit dem Material verkleidet. Schöne finde ich dabei, dass dieses im matten Finish daherkommt. Die Hochglanzvarianten von manchen Herstellern finde ich immer ein wenig billig. Auch finden wir im Innenraum die Vettel Badges wieder. Ein ganz besonderer in der Mittelkonsole auf einer Klappe. Und hinter dieser Klappe befindet sich ein Button mit einem blauen Leuchtkreis und der Aufschrift „Exhaust Valve“. Dieser sorgt dafür, dass sich in der Abgasanlage eine Klappe öffnet und der V8 noch lauter aus den zwei Endrohrern schreit. Ein wahres Konzert beim Fahren, das die verbaute Soundanlage fast überflüssig macht.

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Optische Akzente setzt der Innenraum zudem durch violette Nähte. Ebenso finde ich die Innenraumverkleidung aus Alcantara sehr gelungen und hochwertig. Ebenso ist die Sitzinnenbahn aus Alcantara. Diese ist perforiert und sorgt in Verbindung mit der Sitzbelüftung für ein angenehmes und luftiges Sitzgefühl. Insgesamt sind die Sitze sehr bequem und bieten einen guten Seitenhalt. Haptik und Verarbeitungsqualität stimmen und sind sehr wertig, reichen allerdings noch nicht an die der deutschen Premiumhersteller heran.

Unter der Haube

Unter der Haube sitzt ein mächtig blubbernder 5.0 Liter V8 Motor, der einer kleinen Leistungskur von Brabus unterzogen wurde. Insgesamt leistet er nun 30PS mehr und bringt 20 Nm mehr auf die Räder. In Zahlen sind das dann insgesamt 420 PS, 520 Nm und eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 5.6 Sekunden. Die Schaltung übernimmt ein automatisches 7-Gang-Getriebe, das sich manuell über die Schaltwippen am Lenkrad bedienen lässt.

Infiniti FX Vettel Edition Fahrbericht

Wie fährt er sich?

Die Rundumkur für den Infiniti FX Vettel Edition war nicht nur optischer Natur sondern auch oder vor allem der Performance geschuldet. So sorgen Tieferlegung, härtere Federn, Dachflügel, neue Spoiler und weniger Gewicht für 30% mehr Anpressdruck und 5% weniger Luftwiderstand.

Allerdings dürfte man diese Verbesserungen vor allem auf der Rennstrecke merken, da im normalen Straßenverkehr bei geringen Geschwindigkeiten dies nicht zum tragen kommt. Nichts desto trotz fährt sich Sebastian Vettel’s neuer Dienstwagen für einen SUV sehr agil und sportlich. Die Lenkung ist präzise, könnte aber etwas dynamischer und direkter sein. Die 420 PS sorgen für guten Vortrieb und in jeder Situation für genug Schub. Die Schaltung könnte ab und an etwas schneller reagieren. Am besten fährt man mit den Schaltwippen.

Infiniti FX Vettel Edition Fahrbericht

Allerdings braucht man hier auch nichts schönreden. Aus einem „speckigen Baby“ kann man nun mal keinen wirklichen Leistungssportler machen. Größe und Gewicht lassen sich da nicht wegdiskutieren. Allerdings, wie oben gesagt, für einen SUV schlägt er sich erstaunlich gut und ich kann nicht sagen, dass ich in den Alpen keinen Spaß gehabt hätte. Im Gegenteil. Es hat eine Menge Spaß gemacht. Und der Sound des brabbelnden V8 ist einfach nur ein Konzert. Bereits im kleinen Videoausschnitt könnt ihr euch einen kurzen Eindruck verschaffen. Betätigt man den „Exhaust Valve“ Knopf im Innenraum ist es einfach nur noch ein purer Ohr-gasmus. Und dieses Geräusch beim Runterschalten…

Gut. Ich muss zugeben, ist manchmal auch etwas prollig. Aber es macht einfach nur Spaß. Und großen Jungs soll man ja ihren Spaß lassen.

Infiniti Experience

Infiniti liefert mit dem Infiniti FX Vettel Edition nicht nur ein Auto, sondern kreiert auch ein ganzes Markenerlebnis drum herum. Schon mit dem Kauf des Fahrzeugs wird man in den Herstellungsprozess eingebunden und bekommt ein kostenfreies iPad ausgehändigt, auf dem man die Produktionsschritte des Fahrzeugs verfolgen und dokumentieren kann.

Zudem wird es in der Zukunft für die 150 Kunden verschiedene andere Annehmlichkeiten rund um die Marke geben. Hierzu gehören bspw. Einladungen zu Veranstaltungen wie dem Infiniti Gate, Fahrertrainings, Mitfahrten im Formel 1 Dreisitzer, etc.

Infiniti FX Vettel Edition Fahrbericht

Man kauft sich also quasi in einen elitären Club ein, der einem Vorteile verschafft, die man sonst für Geld nicht kaufen kann. Zwar sind 130.000 Euro für ein Fahrzeug nicht wenig, doch Exklusivität hat ihren Preis. Zudem muss ich ergänzen, dass das Fahrzeug in Vollausstattung kommt. Lediglich der Flügel ist mit rund 5.000 Euro Aufpreis pflichtig. Zum gleichen Preis bekommt man allerdings auch einen sehr gut ausgestatteten Porsche Cayenne GTS, der einen Einstiegspreis von unter 100.000 Euro hat.

Aber eigentlich braucht man sich nicht mehr wirklich Gedanken über einen Kauf machen, denn die 150 verfügbaren Exemplare sind bereits ausverkauft.

Fazit

Der Tag mit dem Infiniti FX Vettel Edition war definitiv ein schöner Tag. Der tritt aufs Gaspedal und der laut ertönende V8 machen einfach Spaß. Die engen Kurven in den Alpen nahm er ohne Probleme und stiefelte mühelos die 1.500 Meter empor. Doch am Ende bleibt es ein SUV, das sich nicht wirklich mit einem Sportwagen messen lassen kann. Daran ändern auch Karbon, Spoiler und Gewichtsreduzierungen nichts. Doch es macht nichts aus, denn der Wagen ist, so wie er ist, sehr gut. Zudem stimmen Materialverarbeitung und Haptik.

Infiniti FX Vettel Edition Fahrbericht

Auch ist der Infiniti FX Vettel Edition ein guter Imageträger für das Unternehmen, das in Deutschland quasi noch in den Kinderschuhen steckt. Doch das aktuelle Portfolio ist gut. Mit dem neuen Q50 und dem kommende Q30 hat Infiniti zwei sehr schöne Fahrzeuge präsentiert, die auch auf dem deutschen und europäischen Markt gut funktionieren dürften.

Den QX70 testet Matthias zudem gerade in der 3.0 Liter Diesel Variante. Ich bin schon sehr auf sein Fazit hierzu gespannt.

Fahrberichte zum aktuellen Infiniti Q50 gibt es bspw. hier

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3 comments

  1. Peter Rathmann 23 November, 2014 at 19:21 Reply

    Mein Sohn hat heute bei Tempo 160 km/h den Frontspoiler auf der Autobahn verloren. Das Auto hob kurz ab. Glück hatte mein Sohn und die nachfolgenden Wagen. Bin gespannt was Brabbus dazu sagt!

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