Hands-on: Samsung EX1

Kompaktkameras erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und werden von vielen namhaften Herstellern angeboten. Oft gibt es sie schon für weit unter € 100,- im Handel und die Versuchung ist da natürlich groß sich soll ein Schnäppchen für den alltäglichen Gebrauch zuzulegen.

Und sie sind mitunter auch nicht schlecht und erfüllen allemal ihren Zweck, besonders natürlich da wo es gilt ausschließlich eine Situation im Bild festzuhalten – z. Bsp. einen Baufortschritt zu dokumentieren, einen Beweis zu sichern, ein unerwartetes Ereignis festzuhalten – und natürlich auch für alle, die einfach „Einschalten und Klick“ machen und sich nicht mit unzähligen Einstellungsmöglichkeiten auseinandersetzen wollen.

Kommen wir nun aber zu der Kategorie, wo es neben dem Spaß am Fotografieren auch gezielt um professionelle Fotos, Kreativität, Farbbrillance, Belichtung, Nachbearbeitung, usw. geht, nämlich ambitionierte Hobby- und professionelle Fotografen.

Viele denken nun gleich an analoge oder digitale Spiegelreflexkameras, aber auch kleine Kompaktkameras vermögen mit ihrer Leistung absolut zu überzeugen und gerade hier liegt natürlich auch der Reiz, denn wer hat schon immer eine Spiegelkamera samt Equipment (Wechselobjektive, Blitzlicht, Filter) dabei, gar nicht erst zu sprechen von dem nicht unerheblichen Gewicht was einem so manches Mal die Arme „lang“ werden und die Schweißperlen auf der Stirn stehen lässt.

Und an dieser Stelle kommt auch die neue EX1 von Samsung ins Spiel, die wir für 2 Wochen testen durften.

Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von € 499,-  (ca. € 360,- zurzeit im Onlineverkauf) ist sie sicherlich nicht gerade preiswert, aber wir waren hellauf begeistert von dem was sie zu leisten vermag und das hat uns schnell den Preis vergessen lassen. Für all diejenigen die mit dem Kauf einer Kompaktkamera liebäugeln und bereit sind für professionelle Fotos ein paar Euros mehr auszugeben, ist die EX1 von Samsung eine gute Investition, und das nicht nur heute sondern wir denken auch für die kommenden Jahre.

Schon beim Auspacken der Kamera kommt Freude auf und dazu trägt vor allem die edel wirkende, gebürstete Metalloberfläche auf der Vorderseite, der gummierter und gut positionierte Griff  und auch die gut verarbeiteten, festsitzenden Bedienknöpfe bei.

Und dann erst auf der Rückseite – der Hammer – ein dreh- und schwenkbares AMOLED- Display mit einer Größe von 3“ (7,62 cm) und einer Auflösung von sage und schreibe 921.000 Bildpunkten. Nicht nur dass man aus allen Positionen fotografieren kann, was einem sonst sportliche und akrobatische Höchstleistungen abverlangt hat, auch ist das Display aus den unterschiedlichsten Betrachtungswinkeln und wenn auch nicht ganz reflektionsfrei bei direkter Sonneneinstrahlung immer noch gut ablesbar. Und das ist auch gut so, hat man doch gerade bei Kompaktkameras durch den fehlenden Sucher und ein bei Sonneneinstrahlung schlecht einsehbares und reflektierendes Display nicht immer den gewünschten Bildausschnitt optimal im Kasten. Übrigens bietet Samsung optional einen Sucher an, den man auf den Zubehörschuh aufstecken kann. Leider wird hier, auch beim Zoomen, ausschließlich die 24 mm- Weitwinkelansicht angezeigt. Nicht nur die Farbwiedergabe des Displays beim Betrachten der geschossenen Bilder, auch der niedrige Stromverbrauch des Displays, was einer längeren Akkulaufzeit zugute kommt,  verdient unseres Erachtens ein sehr gut.

Sicherlich ist die Kamera mit Ihren Abmessungen von 11,43 x 6,32 x 2,92 cm und einem Gewicht von 300 Gramm schon an der Obergrenze einer Kompaktkamera, dennoch ist sie klein und leicht genug, um immer in der Jackentasche griffbereit dabei zu sein. Und ehrlich gesagt, wir können doch nicht auf der einen Seite eine hohe Bildqualität, annähernd der einer DSLR- Kamera, und auf der anderen Seite das Format einer Streichholzschachtel verlangen, das ist heute unvereinbar. Für den Einbau entsprechender Technik wird natürlich auch entsprechender Platz benötigt, womit wir auch bei der technischen Ausstattung der Kamera angelangt sind.

Auch hier kann die EX1 natürlich punkten. Im Inneren ist ein für eine Kompaktkamera verhältnismäßig großer 1/1,7 Zoll CCD Bildsensor mit einer Auflösung von effektiv 10 Megapixel verbaut. Das ist allemal ausreichend, um ein Bild mit ordentlicher Qualität in A4 Größe auszudrucken. Und nun kommt nach dem schon erwähnten AMOLED Display der zweite sprichwörtliche Hammer – der zweifelsohne einzigartig im Segment der Kompaktkameras ist – das 3-fach Zoomobjektiv von Schneider Kreuznach mit einer Lichtstärke von F 1,8 bei 24 mm Anfangsbrennweite und immerhin noch einer Lichtstärke von F2,4 bei 72 mm Endbrennweite. Durch den großen Lichteinfall bei einer Lichtstärke von F1,8 im Zusammenspiel mit dem zuvor beschriebenen großen 1/1,7 Zoll CCD Bildsensor, welcher größere lichtempfindlichere Pixel zulässt, sind auch bei schlechterem Licht extrem gute Bilder ohne das sonst übliche Bildrauschen garantiert. Innenaufnahmen in schlecht ausgeleuchteten Räumen gelingen Dank einer Lichtstärke von F1,8 und einer damit einhergehenden, kürzeren Verschlusszeit ebenso ohne separaten Blitz , wie Freihandfotos ohne Stativ in der Abenddämmerung.

Natürlich verfügt die Kamera, wie in diesem Preissegment üblich, über weitere Features wie z. Bsp.:

  • Einen Bildstabilisator (hier dual – analog und digital)
  • Verschiedene Aufnahmeprogramme – manueller Modus, Blenden- und Belichtungsautomatik, Programm- Funktion, Szenenprogramme
  • Serienbildfunktion (leider nur in JPEG und nicht in RAW)
  • Selbstauslöser
  • HDMI- Schnittstelle
  • Zubehörschuh zum Anschließen externe Blitzgeräte oder eines optischen Suchers
  • Makromodus

Wir waren mit der Kamera einige Tage auf der Insel Rügen unterwegs. Hier haben wir diverse Aufnahmen gemacht, unter anderem aus der Luft bei einem Rundflug mit einer Cessna der gesamten Küste entlang, in der Abenddämmerung mit Feuerwerk über der Seebrücke in Sellin, im Hotel bei schlechten Lichtverhältnissen und auch bei Tageslicht und bewölktem Himmel im Freien.

Alle Bilder, ob nun in den verschiedenen Aufnahmeprogrammen oder mit der intelligenten Automatik fotografiert, sind von der Bildschärfe und Farbwiedergabe Spitze – besonders begeistert haben uns die Aufnahmen bei schlechtem Licht im Hotel und in der Abenddämmerung. Beim Betrachten der Bilder wird man mitunter stutzig, wenn man weiß unter welch schlechten Lichtverhältnissen man fotografiert hat und wie brillant nun das Ergebnis ist. Auch allen, die nicht so viele Einstellungen vornehmen und sich ganz auf die intelligente Automatik verlassen wollen, sei gesagt, die Bilder sind Top.

Die mitgelieferte Software zum Betrachten und Bearbeiten der RAW- Bilder können wir als Mac- User leider nicht beurteilen, da sie nur unter Windows läuft – schade. Hier sollte Samsung unbedingt nachbessern, denn die Mac- Fan- Gemeinde wächst ständig. Auch die Möglichkeit JPEG plus RAW- Bilder im intelligenten Aufnahmemodus aufzunehmen wäre unseres Erachtens nicht schlecht.

Hinsichtlich der Videofunktion wollen wir nur soviel anmerken, dass dieses mit einer Aufnahmequalität von 640 x 480 Bildpunkten ebenfalls möglich und unserer Meinung nach für kleine Videosequenzen auch völlig ausreichend ist.  Sicher wünschen sich mache hier eine Full- HD- Qualität, aber ehrlich gesagt gibt es denn eine Full-HD- Videokamera mit eingebautem 10 Megapixel Fotoapparat von der Qualität der Samsung EX1 – wir glauben nicht. Und deshalb steht für uns bei einem Fotoapparat in erster Linie auch das Fotografieren und nicht das Filmen im Vordergrund.  Und hier kann die Samsung EX1 in allen Bereichen, angefangen beim Design, über die Aufnahmetechnik und die Möglichkeiten des Bedieners zur Steuerung, bis hin zu den brillanten Fotos als Endprodukt mit Bravour punkten.

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Kommentare (7)

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  1. Matthias sagt:

    Einen RAW-Converter für MAC gibt’s von Samsung. Nur kann man ihn ausschließlich mit einer Seriennummer downloaden und testen: http://www.samsungimaging.com/common/support/download/utilityList.do

    Habt ihr die Kamera noch? Dann ladet doch mal und schreibt was drüber. Ich such schon seit gestern, aber ich finde kein einziges Review dazu. Bisher ein Kauf-Verhinderungsgrund für mich.

    Sonst habe ich noch http://www.apple.com/downloads/macosx/imaging_3d/rawphotoprocessor.html gefunden, aber ich bin noch nicht motiviert, mir die 100.000 Einstellungen im Detail anzusehen…

  2. Camillo Pfeil sagt:

    Hallo Matthias,

    die Kamera haben wir leider nicht mehr und können das deshalb auch nicht mehr mit der Seriennummer ausprobieren. Aber es gibt dennoch verschiedenen Möglichkeiten die RAW-Files der Samsung zu bearbeiten.

    1. Photoshop Lightroom 3.0 und Photoshop CS5 unterstützen das Format. Damit kann man die RAW-Files ganz normal bearbeiten.
    2. Es gibt bei Adobe auf der Seite einen DNG-Converter. Hiermit lassen sich die Samsung RAW-Files in DNG-Files umwandeln. Diese können denn wiederum fast mit jedem Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet werden.
    3. Das von dir genannte Programm funktioniert auch, um die Files einzulesen und umzuwandeln.

    Also die Beste Lösung insgesamt ist sicherlich Photoshop, da hier die Bilder auch in hoher Qualität weiter bearbeitet werden können. Wir haben den Samsung Converter selbst in Windows getestet und das Problem hierbei ist, dass man die Bilder im Endeffekt nur als JPG-Datei abspeichern kann.

    Ich habe hier mal zwei Bilder für dich, eins von der Samsung und ein DNG Image. Denn kannst du ein wenig rumprobieren und schauen.

    http://www.imaedia.de/austausch/SAM_0021.dng
    http://www.imaedia.de/austausch/SAM_0021.SRW

  3. Matthias sagt:

    Hab den dng converter probiert. Ohne Erfolg: keine unterstützten formate gefunden. Im installationsimage war noch ein Plugin von dem ich nicht weiss wo es hin muss. Ich habe auch nur ein “update” heruntergeladen.
    Muss ich jetzt lightroom kaufen damit ich den converter benutzen kann?

  4. Camillo Pfeil sagt:

    Hast Du eventuell den falschen Konverter runter geladen? Also bei mir war keine weitere Datei mit drinne. Hier mal der Direktlink:

    http://www.adobe.com/support/downloads/thankyou.jsp?ftpID=4802&fileID=4477

    Aber Lightroom hat das Format der Smsung Kamera halt direkt integriert. Und wenn man wirklich Fototos bearbeiten möchte kann ich hier auhc ganz klar zu einem Kauf raten.

  5. Matthias sagt:

    Mit diesem Link hat’s geklappt. Vielen Dank!
    Jetzt kann ich die DNGs direkt in iPhoto importieren. Ganz ehrlich: mehr brauch ich gar nicht. Ich bin zufrieden so! Herzlichen Dank!

  6. Camillo Pfeil sagt:

    Okay super.

  7. [...] jeden Fall die ab August erhältliche EX2f mit 1.4er Objektiv von Schneider Kreuznach. Sie ist der Nachfolger der EX1, welche ich hier bereits getestet habe. An sich sicherlich eine sehr gute „Urlaubsknipse“, bis [...]

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