Bowers & Wilkins P5 Mobile HiFi iPhone Kopfhörer/Headset im Test

Bowers & Wilkins ist seit nunmehr 43 Jahren für hochwertige Lautsprecher bekannt. Die Diamond Serie fährt Sieg für Sieg ein und stellt für viele das Maß aller Dinge dar. Auch ist B&W in der Apple Szene seit langem durch den Zeppelin bekannt. Doch nun wagt B&W einen neune Schritt und entwickelt den ersten Kopfhörer in der Geschichte des Unternehmens. Ob der P5 auch mit dem Klangfeuerwerk wie seine großen Kollegen aufwarten kann, haben wir für euch getestet.

First Look
Schon die erste Aufmachung weiß zu überzeugen. Der P5 kommt in einer massiven schwarzen Schachtel bedruckt mit einigen Produktfotos, sowie kurzen Erläuterungen. Das Auge kauft ja schließlich mit und deshalb ist auch das Verpackungsdesign stets ein wichtiger Aspekt. Unter der Verpackung verbirgt sich dann der Kopfhörer, welcher auf den ersten Blick schon sehr ansprechend wirkt und sich gut anfasst. Zusätzlich erhält man noch eine hochwertige Tragetasche mit Rautenstepp, sowie einen 3,5mm -> 6,3mm Adapter, sodass man den Kopfhörer auch an der Stereoanlage etc. betreiben kann.

Im Detail
Doch schauen wir uns den Kopfhörer im Detail an. Und wir müssen feststellen, der P5 erlaubt sich keinen einzigen Fehler. Die Verarbeitung ist Spitzenklasse und die Symbiose aus den verschiedenen Materialien wie Leder und Aluminium sind hervorragend gewählt.

Beginnen wir bei der Außenseite. Für den äußeren Abschluss des Treibergehäuses wurde feinstes gebürstetes Aluminium verwendet. Zudem befindet sich auf beiden Gehäusen jeweils ein leicht erhabener Bowers & Wilkins Schriftzug. Seitlich an den Treibergehäusen münden die Kopfhörerbügel, die sich dann geschwungen nach oben ziehen. Die Ohrmuschel selber lässt sich etwa 120° drehen. In Ausgangsstellung auf dem Kopf lassen sich die Ohrmuscheln einmal etwa 100° nach außen bzw. vorne drehen. Dies dient zum einen dem besseren Transport ermöglicht jedoch auch den Kopfhörer zwischenzeitlich um den hals hängen zu lassen wenn man kurzzeitig nicht hört. Zudem lässt sich die Ohrmuschel nach hinten etwa um 20° grad neigen, was der natürlichen Anpassung an das Ohr näher kommt, da diese ja meistens nicht platt am Kopf anliegen sondern etwas abstehen.

Die Ohrpolster des P5 sind mit neuseeländischem Schafsleder bespannt. Ein sehr hochwertiges Material, dass sich durch enormen Tragekomfort auszeichnet, dazu aber später mehr. Der Bügel ist ebenfalls mit edlem schwarzen Leder überzogen und weist eine gute Polsterung auf. Einzig allein das Verbindungskabel finde ich etwas dünn. Dies hätte vielleicht einen hauch dicker sein. So wirkt es etwas zerbrechlich und man hat immer Angst vor einem Kabelbruch. Jedoch hat B&W mitgedacht und das Kabel nicht fest montiert. Hinter der linken Ohrmuschel verbirgt sich nämlich der Kabelanschluss, sodass man das Kabel ganz einfach austauschen kann. Auch die Demontage der Ohrpolster ist sehr clever gelöst, denn diese sind nur per Magnet festgeheftet und lassen sich so auch leicht austauschen.

Auch die gesteppte Tasche mit Rautenmuster ist ebenfalls sehr hochwertig verarbeitet und macht einen guten Eindruck. In die Tasche integriert ist ein Magnet, der als Verschluss dient. Die Innenseite ist mit einer Art Veloursstoff ausgekleidet.

Auch im Detail kann der P5 überzeugen. Hier wurde ein Kopfhörer mit viel Liebe zum Detail entworfen. Feinste Materialien treffen auf hohe Handwerkskunst und machen den P5 schon rein optisch zu einem Leckerbissen.

Allerdings können wir natürlich keinen Ausblick in die Glaskugel geben und die Qualität langfristig beurteilen. Aufgrund sehr knapper Testzeiträume ist dies nur eine Momentaufnahme, die sich jedoch nach sechsmonatigem Test auch wieder wandeln kann.

Tragekomfort
Der P5 trägt sich federleicht (199g) und sehr angenehm, auch bei längeren Hörsessions. Das Obermaterial der Ohrmuschel, neuseeländisches Schafleder, trägt sich sehr angenehm am Ohr und das Polster ist sehr weich sodass es auch bei längerem Hören nicht weiter drückt. Auch ist das Material sehr Atmungsaktiv und man beginnt nicht am Ohr zu schwitzen wie es bei manch anderen Synthetikstoffen der Fall ist. Der Bügel ist ebenfalls sehr gut gepolstert und drückt nicht auf der Kopfhaut. Der gewählte seitliche Anpressdruck an den Kopf ist sehr gut gewählt. Er ist weder zu fest, noch zu locker. Unterwegs auf der Straße beim Gehen hat der Kopfhörer immer einen festen halt und rutscht nicht vom Kopf. Die Verstellung des Kopfbügels ist stufenlos und lässt sich somit leicht an jeden Kopf anpassen. Auch für Brillenträger eignet sich der Kopfhörer sehr gut, denn er drückt kaum auf den Rahmen.

Einziges Manko, das sich im Praxistest herausgestellt hat, ist die Neigung der Ohrmuschel um 20° nach hinten. Zwar dient dies der besseren Anpassung an das Ohr, richtet man aber die Ohrmuschel nicht exakt aus, entsteht hinten ein kleiner Spalt und das Ohr ist nicht komplett abgeschlossen. Dies hat enorme Auswirkungen auf den Klang. Doch dazu mehr im Klangtest. Hier hätte der Winkel für meine Ohren zumindest etwas kleiner Gewählt werden können. Wenn man drauf achtet, findet man jedoch auch den passenden Sitz.

Rundum trägt sich der Kopfhörer allerdings sehr gut. Auch bei sehr langen Hörsessions wirkt er weder unangenehm, noch drückt er.

Kabelfernbedienung / Mikrofon
Die Kabelfernbedienung ist mit etwas rauerem Gummi überzogen und lässt sich somit sehr gut bedienen. Auch im Winter wird dies sicherlich ein Pluspunkt sein, da sich die Kabelfernbedienung des mitgelieferten iPhone Kopfhörers so gut wie gar nicht bedienen lässt. Diese ist sehr glatt und mit rauen kalten Händen ist es fast unmöglich diese noch zu bedienen. Zudem ist der Druckpunkt der Fernbedienung hervorragend und unter allen fünf bisher getesteten iPhone Headsets der Beste. In unserem Sprachtest konnten wir auch keinen Mangel des Mikrofons feststellen sondern der Gegenüber konnte uns klar und deutlich verstehen.

Einzig die linksseitige Kabelführung und damit verbunden auch die linksseitige Kabelfernbedienung finde ich suboptimal. Seit allen Generationen iPhone befindet sich die Fernbedienung an der rechten Seite, sodass man schon gewohnt ist diese hier aufzusuchen.

Klang
Wie bereits eingangs erwähnt, hängt der Klang maßgeblich vom richtigen Sitz auf den Ohren ab. Wichtig ist vor allem, dass das Polster wirklich das gesamte Ohr bedeckt und hinten nicht absteht. Liegt der Kopfhörer nicht ganz an, klingt er nämlich sehr hell und blass. Zudem geht fast der gesamte Tieftonbereich flöten und auch der Grundtonbereich wirkt fade und lahm. Diesen Fehler hatte ich zunächst gemacht und mich über die unzureichende Klangqualität gewundert. Nach kurzer Korrektur eröffne sich mir jedoch ein weitaus besseres, wenn nicht sogar hervorragendes Klangbild.

Insgesamt ist die Abstimmung des P5 sehr ausgewogen. Er klingt sehr natürlich und warm und bietet einen hervorragenden Mix aus präsenten Mitten und angenehm klingenden Höhen, ohne störende S-Laute. Einzig und allein finde ich, dass der Tieftonbereich etwas angehoben ist. Die Bässe kommen sehr knackig, sind manchmal einen Tick zu dominant. Ist aber natürlich auch Geschmackssache.

Besonders wohl fühlte sich der P5 vor allem bei Jazz und Popmusik. Bei Klassik kam er teilweise an seine Grenzen und konnte im Vergleich beispielsweise zu einem Sennheiser HD 650 nicht mehr ganz so fein auflösen. Dennoch spielt der P5 sehr detailreich und Gitarrenanschläge kommen schön und natürlich rüber. Zudem ha er eine sehr gute räumliche Darstellung und Instrumente lassen sich gut separieren.

Betreibt man den Kopfhörer nicht nur an einem iPhone, sondern auch mal an einem Kopfhörerverstärker, kann man dem P5 noch weit mehr Qualitäten entlocken. Wir haben den P5 testweise an unseren Lehmannaudio Rhinelander angeschlossen und waren begeistert. Besonders die Detailauflösung hat sich merklich verbessert.

Neben den Klangeigenschaften bietet der P5 auch noch eine optimale Abschirmung der Außengeräusche, die kaum noch wahrnehmbar sind. So kann man sich ganz der Musik hingeben ohne das einen der umgebende Lärm stört.

Fazit
Mit dem P5 hat Bowers & Wilkins in unseren Augen ein sehr gutes Produkt abgeliefert. Der Kopfhörer zeichnet sich durch eine hochwertige und tadellose Verarbeitung, sowie sehr guten Klangeigenschaften aus. Das größte Manko was ich sehe ist einzig und allein das Kabel, was etwas dünn geraten ist. Hier könnte man ja eventuell noch ein optional dickeres anbieten oder wahlweise auch andere Farben oder Ausführungen.

Der P5 ist jedoch zweifelsohne unsere neue Referenz im Bereich iPhone Kopfhörer und lässt die Konkurrenz weit hinter sich.

Zusätzlich bleibt nur noch zu sagen, einfach selber testen. Jeder hat ein anderes Klangempfinden und stellt andere Bedürfnisse an einen Kopfhörer. Somit ist es schwer, immer eine konkrete Empfehlung auszusprechen. Aber der P5 dürfte enorm Massenkompatibel sein, denn er hat jetzt keine strenge Ausrichtung.

Wertung “iPhone Headset”

Kaufen
Den P5 gibt es bei ausgesuchten Händlern oder alternativ im Onlineversand bei Amazon zu einem Preis von 299 Euro.

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Kommentare (4)

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  1. […] mein stetiger Begleiter. Doch irgendwie fiel es mir schwer die Review nun zu beginnen, da ich den P5 hier auch noch zum Vergleich habe und es daher etwas schwerer ist den P3 neutral zu betrachten. […]

  2. Kopfhörer Test sagt:

    Als ich die guten Stücke zum ersten Mal unter die Lupe genommen hatte, dachte ich: Oh ob da das Design nicht vor die Konstruktion geschoben wurde. Aber ich wurde ja gleich eines besseren belehrt.

  3. […] im Jahre 2010, als der erste Kopfhörer der britischen Edelschmiede die Werkstore verlies. Der Bowers & Wilkins P5. Bis heute ein Topseller und der perfekte Einstieg in die audiophile Welt. Denn bis dahin war […]

  4. Robert sagt:

    Das Headset sieht mal echt edel aus! Allerdings würde ich das gerne mal in den Händen halten und auch hören, wie es klingt. Finde es generell schwer, Kopfhörer im Internet zu kaufen deswegen.

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