Ausprobiert – Fahrerassistenzsysteme im Audi Q5

Nachdem ich mich bereits zu den Fahreindrücken und dem MMI des neuen Audi Q5 geäußert habe, werde ich in diesem letzten Artikel auf einige Neuerungen bzw. Highlights bei den Fahrerassistenzsystemen eingehen.

Am Steuer sitzen Sie. Im Hintergrund arbeiten andere. So überschreibt Audi die Assistenzsysteme für den Q5. Viele Unfälle auf deutschen Straßen gehen auf menschliches Versagen zurück. Durch Ablenkung oder Müdigkeit ist man unaufmerksam bzw. unachtsam und verursacht dadurch einen Unfall. Auch überschätzen sich viele Menschen hinsichtlich ihrer Fahrkünste aber auch ihrer Fitness.

Während der Probefahrt konnte ich sogut wie alle Assistenzsysteme testen und war beindruckt, wie gut alles funktioniert und wie „aufmerksam“ das Fahrzeug auf mein provoziertes Fehlverhalten reagiert hat. Im Verlaufe der Testfahrt stellte sich aber auch ein Gefühl der Sorglosigkeit ein und man ließ sich durch Gespräche mit dem Beifahrer vermehrt ablenken. Im Hinterkopf hatte sich festgesetzt: Das Auto macht das schon von alleine wenn was schieß läuft. Dennoch bleibt der Fahrer immer noch selbst Herr über das Auto, denn die Assistenzsysteme sind nur unterstützend und greifen auch nicht in jedem Geschwindigkeitsbereich ein.

Ich werde hier nun in knapper Form einmal die Assistenzsysteme vorstellen, für mehr Infos empfehle ich aber auf jeden Fall auch mal auf der Audi Homepage vorbeizuschauen, denn hier gibt es noch Animationen zu den jeweiligen Systemen.

adaptive cruise control
Das System tastet permanent den vorderen Bereich ab. Bis 30 km/h wird eine Vollbremsung eingeleitet sollte ein „Hindernis“ in den Weg kommen. Von 30 bis 200 km/h kann das System so aktiviert werden, dass es dem Vordermann konstant folgt und den Abstand hält. Hierbei wird automatisch abgebremst oder beschleunigt. Droht auch hier ein Auffahrunfall wird automatisch eine Bremsung eingeleitet, allerding wird nicht sofort voll „auf den Anker getreten“, sondern es wird nur teilweise verzögert.

Ich fand das System sehr angenehm, wobei ich die Vollbremsung nicht getestet habe. Aber das Folgen des Vordermanns fand ich besonders auf der Landstraße als sehr angenehm und man konnte entspannt im Fluss mitfahren ohne ständig selbst eingreifen zu müssen.

Audi active lane assist
Wie der Name schon sagt hilft dieses System die Spur zu halten. Dabei gibt es zwei verschiedene Aktivierungsstufen, früh und spät. Während die Einstellung früh für eine permanente Spurhaltung sorgt, greift spät erst kurz vor dem Überfahren der Fahrbahnmarkierung ein. Zudem kann man wählen, ob das Lenkrad zusätzlich vibrieren soll. Allerdings ist bei diesem System auch Obacht geboten, denn es setzt erst ab 65 km/h ein.

Das System funktionierte während der Fahrt sehr gut und greift beherzt ein. Auch wenn man versucht gegenzulenken arbeitet es dagegen und versucht einen in der Spur zu halten. Mit etwas mehr kraft kann man natürlich auch die Gegenlenkbewegung überwinden. Auch wenn das System sehr gut funktioniert sollte man dennoch immer beide Hände am Lenkrad behalten und nun nicht freihändig fahren und sich auf das System blind verlassen.

Audi side assist
Hilft beim Spurwechsel durch die permanente Überwachung neben und hinter dem Auto. Befindet sich ein Fahrzeug neben oder hinter einem im kritischen Bereich, so blinkt eine LED im Außenspiegel und signalisiert die Gefahr.

Das System hätte ich gerne mal bei Nacht getestet, denn über Tag kann ich die Entfernungen zu rückwärtigen Autos noch recht gut einschätzen. Bei Nacht wird dies allerdings weitaus schwieriger und hier wäre das System sicherlich sehr hilfreich.

Fahrerinformationssystem mit Pausenempfehlung
Währende der Fahrt legt das System von dem Fahrer ein Profil an. Wird von dem Profil abgewichen bspw. das Lenkrad kaum mehr bewegt signalisiert das System eine Pausenempfehlung. Allerdings wird dieses erst ab einer Geschwindigkeit von 65 km/h aktiv.

Während der Testfahrt konnte ich allerdings keine Pausenempfehlung provozieren. Muss wohl an der aktiv dynamischen Fahrweise gelegen haben.

Einparkhilfe plus mit Rückfahrkamera
Auch wenn ich ein Mann bin muss ich gestehen, dass Einparken sicherlich nicht zu meinen stärken zählt. Trotz der Größe des Q5 kann man mithilfe der Rückfahrkamera allerdings problemlos einparken, denn neben dem rückwärtigen Bild wird einem je nach Einschlagswinkel des Lenkrades auch die Position gezeigt wo man beim Rückwärtsfahren landet. Zusätzliche Frontsensoren sorgen zusätzlich für ein sichereres Gefühl beim Einparken.

Fazit
Die Assistenzsysteme waren durchweg überzeugend und sind eine wertvolle Unterstützung des Fahrers. Unterstützung sollte hierbei auch das Stichwort sein, denn die Systeme können den Menschen natürlich nicht ersetzten und erfordern dennoch ein aktives und aufmerksames Fahren im Straßenverkehr. Ein Stückweit geben sie einem selbst aber mehr Sicherheit und Schutz und können in einer Notsituation das As im Ärmel sein, dass Schlimmeres verhindert.

© Bilder: Audi AG & Eigene

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