Audi future lab Berlin – Die Zukunft der Mobilität: e-tron & g-tron

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Beginnen wir mit einer einfachen Schulaufgabe: Sportlichkeit, Fahrfreude und Umweltfreundlichkeit. Welches der drei Attribute passt nicht in die Reihe? Klar doch, Umweltfreundlichkeit. Auf den ersten Blick ist die Antwort eindeutig. Aber Audi weiß eine bessere Antwort darauf und präsentierte diese gestern im Rahmen des Audi future lab in Berlin.

Gezeigt wurden die neusten Technologien und Technologieträger bzw. Fahrzeuge des Konzerns. A1 e-tron, A3 e-tron, A3 g-tron und R8 e-tron. Allesamt vereine sie das Know-how im Hinblick auf die Mobilität der Zukunft und nicht zuletzt auch der gezeigte R18 e-tron quattro, der in Le Mans legendäre Siege einfahren konnte, zeigen den Pioniergeist im Motorsport ein Hybridfahrzeug mit TDI Technologie und Elektromotor einzusetzen.

Die e-tron Modelle stehen dabei für elektrifizierten Vortrieb und das g-tron Modell für den Antrieb mit Erdgas. Bei allen Fahrzeugen steht insgesamt das Konzept einer noch umweltfreundlicheren Antrieb und einer noch effizienteren Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen bis hin zum CO2 neutralen fahren.

Audi A1 e-tron

Der kleinste Audi im Bunde. Aktuell wird es ihn noch nicht käuflich zu erwerben geben, wird aber im Rahmen des „Schaufensters Elektromobilität“ in verschiedenen Großstädten getestet. Denn dies ist auch sein Revier. Ein umweltfreundliches Kleinstadtauto bzw. ein Auto für Pendler aus dem Umland. Der Antrieb erfolgt bei diesem Fahrzeug dauerhaft über den Elektromotor.

Die verbaute 13,3 kWH Batterie reicht für eine Reichweite von bis zu 50 km. Mit Hilfe des Range Extender ist eine Reichweite von bis zu 250 km möglich. Beim Range Extender handelt es sich um einen 354 ccm großen und 34 PS starken Verbrennung Motor, der aber eben nicht das Fahrzeug selbst antreibt, sondern elektrische Energie herstellt und damit den Akku wieder lädt. Weiterhin wird der Akku auch über die Energierückgewinnung bzw. Rekuperierung beim Ausrollen oder Bremsen gealden.

Die Leistungsentfaltung des 85 kW starken Motors mit 300 Nm Drehmoment ist auch beachtlich. In 9,8 Sekunden geht es auf Tempo 100. Das Fahrzeug wird zugunsten der Effizienz bei einer Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern abgeregelt.

Ein exklusives Gimmick bzw. Pilotprojekt wird ebenfalls im A1 e-tron realisiert. Ampel Info Online heißt dieser mobile Dienst, der Hand in Hand mit den Servern der Stadt arbeitet. Denn von hier werden per Mobilfunkt die Ampelzyklen ans Auto übertragen. Soll heißen, wir haben im Tachodisplay des Autos eine Anzeige mit den Ampelphasen. Stehen wir bspw. vor einer roten Ampel bekommen wir die restliche Zeit bis sie wieder auf Grün umschaltet angezeigt. Aber das System wird auch intelligent eingesetzt. So weiß es nämlich schon vorab, auf welche Ampel wir als nächstes Treffen. Würden wir bei der aktuell gefahren Geschwindigkeit z.B. auf eine noch rote Ampel treffen schlägt das System eine niedrigere Geschwindigkeit vor, sodass wir genau zu nächsten Grünphase dort sind. Eine neue Form des vorrausschauenden Fahrens, was aber clever und in letzter Instanz auch sparsam ist.

Audi A3 e-tron

Ihn wird es ab Ende des Jahres zu bestellen geben und die Auslieferung wird dann im Laufe 2014 erfolgen. Er ist sicherlich die beste Symbiose aus den gewonnen Erkenntnissen und beindruckt für sich gesehen mit absolut fantastischen Werten. Verbaut haben wir einen Elektromotor mit 75 kW und 330 Nm sowie einen Verbrennungsmotor, den 1.4 TFSI, mit 110 kW (150 PS) und 250 Nm. Insgesamt haben wir damit eine Systemleistung von 204 PS und 350 Nm.

Das Fahrzeug kann hierbei eine Strecke von bis zu 50 km im rein elektrischen Betrieb zurücklegen und eine Fahrstrecke von 890 km mit dem Benzintank. Damit ergibt sich eine Gesamtreichweite von 940 km. Ähnlich wie beim A1 erreicht der A3 mit rein elektrischem Antrieb nur eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometer. Darüber hinaus wird immer der Verbrenner hinzugeschaltet. Fährt man allerdings im normalen Stadt und Überlandverkehr kann man mit dem Fahrzeug rein elektrisch fahren. Wird zum Überholen auf der Landstraße zum Kickdown ansetzt springt der Verbrenner automatisch immer dazu.

Die Fahrleistungen sprechen auch für sich. 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h. Das Fahrzeug soll dabei im Durchschnitt nur 1,5 Liter pro 100 km verbrauchen. Auf einer Langstrecke mit leerem Akku und nur Benzinmotor dürfte der Durchschnittsverbrauch aber sicherlich bei um die 5 Liter liegen. Dennoch ein beachtliches Auto, das mit viel technischen Finessen ausgestattet ist.

Auch das Audi Connect wird hierfür wieder aufgebohrt und erweitert. So kann man später über seine Smartphone App des Ladezustand kontrollieren und planen, das Auto vorheizen oder die Statistiken seiner Fahrt abrufen.

Audi R8 e-tron

Ein Traumfahrzeug in vieler Hinsicht und sicherlich das emotionalste Highlight an diesem Tag, denn wir durften den Rennwagen über eine abgesteckte Rennstrecke auf dem Flugvorfeld im stillgelegten Flughafen Tempelhof fahren. Eine sehr exklusive Fahrt, denn Audi hat nur zehn Stück produziert. Diese sind unverkäuflich und werden auch nicht in Serie produziert.

Der R8 e-tron stellt die Speerspitze der Ingenieurskunst bei Audi dar. In Sachen Leichtbau, Elektromobilität und Effizienz. Und der Fahrspaß blieb dabei definitiv auch nicht auf der Strecke.

Nur um einige Daten zu nennen. Zwei Elektromotoren a 190 PS und 410 Nm. In 4,2 Sekunden von 0 auf 100. Eine Reichweite von 215 Kilometern. Eine geniale Fahrmaschine. Nicht zuletzt auch durch die Möglichkeit der getrennt ansteuerbaren Elektromotoren, die beide jeweils ein Hinterrad antreiben. So kann man in einer Kurve das äußere Rad bspw. schneller drehen lassen, sodass die Radien quasi ausgeglichen sind, das äußere Rad legt einen längeren Weg zurück als das innere, und erreicht somit bessere Fahreigenschaften und mehr Traktion.

Rein technisch interessant fand ich zudem noch den Rückspiegel, der ein 6,9 Zoll großes AMOLED Display ist, welches das Bild einer rückwärtig angebrachten Kamera zeigt. Astreine Bildqualität kann ich da nur sagen. Und vor Allem nachts keine blendenden Fahrzeuge mehr im Rückspiegel ähm Display.

Alles weitere können euch die Autoblogger Jan und Jens aber sicherlich besser in ihrem Video erklären:

Audi A3 g-tron

Der letzte im Bunde und das erste mit Gas betrieben Serienfahrzeug von Audi. Verbaut ist ein 110 PS starker Motor mit 200 Nm Drehmoment. Die Fahrleistungen um die 11 Sekunden von 0-100 km/h und etwas über 190 km/h in der Spitze. Der A3 g-tron ist zudem ein wahrer Langläufer. 400 Kilometer mit Gas und zusätzliche 900 Kilometer mit Benzin.

Das eigentlich interessante an dem Konzept ist das CO2 neutrale Fahren, wenn man e-gas tankt. Um es kurz zu erklären. Audi produziert nur wenige Kilometer von meiner Haustür entfernt selbst Gas und das sehr effizient. Der Strom, der für die Produktion nötig ist, wird aus Überlast von Wind- und Biogasanlagen genutzt. Dann wird Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Der Wasserstoff wir dann mit dem CO2 Ausstoß der Biogasanlage zusammengeführt und somit erhält man dann synthetisches Erdgas, welches dann ins Netz eingespeist wird. Nur mal ganz grob. Das CO2 was man bindet wäre sonst in die Umwelt entwichen. Tankt man nun dieses e-gas bläst man kein weiteres CO2 in die Umwelt, denn dieses wurde ja bereits vorher freigesetzt. Das e-gas wird natürlich etwas mehr kosten, soll in der Gesamtsumme der Betriebskosten eines Dieselfahrzeug nicht übersteigen. Natürlich kann man sein Auto auch noch mit normalen Erdgas tanken. Das e-gas ist nur eine Option.

Fazit

Mit dem Audi future lab hat der Hersteller das aktuell Machbare demonstriert.  Zwei Fahrzeuge, den A3 e-tron und g-tron werden wir demnächst schon auf den Straßen rollen sehen und sie werden sicherlich neue Benchmarks setzten. Weitere Technologien aus dem R8 e-tron werden sicherlich in den zukünftigen Jahren weiterentwickelt und für die Masse verfügbar gemacht.

Letzten Endes ist es sicherlich noch der Preis der Batterien, der diese Technologie teuer macht.

(c) Bilder: Eigene & Audi AG

Weitere Berichte der anderen Blogger zum Audi future lab mit jeweils anderen Schwerpunkten und Eindrücken:

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